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Die Bahnüberführung soll nach dem Wunsch der Königswiesener bleiben, wie sie ist. 

Bahnüberführung

Bürgerantrag fordert Abkehr vom Ausbau

Das mehrheitliche Ja des Gautinger Gemeinderates für den maximlen Ausbau der Bahnuberführung im Ortsteil Königswiesen stößt den Bürgern dort nach wie vor sauer auf. Sie wollen eine Abkehr vom Ausbau.

Königswiesen Matthias Ilg und Fritz Huber von der Bürgerinitiative (BI) „Gegenverkehr L(i)ebenswertes Königswiesen und Gauting“ stellen deshalb einen Bürgerantrag: 480 Bürger, doppelt so viele wie nach der Gemeindeordnung verlangt, haben den Antrag unterzeichnet, sagt Ilg. Sie fordern, der Gemeinderat solle sein Einvernehmen widerrufen.

Schon im Vorfeld der damaligen Kreistagsentscheidung, die Straßenunterführung auf 4,50 Meter Durchfahrtshöhe auszubauen, hatte die BI 700 Protestunterschriften gesammelt. Vergeblich. Zu Jahresbeginn hatte dann Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger eine Infoveranstaltung einberufen.

Doch der Unmut der Königswiesener bleibt: Die aktuelle Ampellösung mit nur einspurigem Verkehr im Überführungsbereich mit dem von der Gemeinde gebauten Gehsteig funktioniere hervorragend. Die Unterführung sei zudem wirtschaftlich reparierbar. Falls trotzdem der vom Kreistag beschlossene so genannte normgerechte Ausbau komme, „ist für die Verkehrssicherheit der Königswiesener nicht gesorgt“, heißt es in der BI-Pressemitteilung. Vor allem eine Zunahme des Schwerlastverkehrs von der Waldkreuzung durch Königswiesen und den Hauptort Gauting fürchten die Bürger. Sobald die Umfahrung Starnberg West 2018 fertig gebaut sei, rolle nämlich noch mehr Verkehr aus Weilheim über die Route durch Gauting Richtung Neuried und München, fürchtet Ilg. Nur die Hälfte der Fahrzeuge fahre ab Waldkreuzung zur A 96.

Schon jetzt, ohne die Starnberger Westumfahrung, seien die Verkehrsprognosen auf der Umfahrung Unter- Oberbrunn übertroffen. Sollte der Landkreis den unerwünschten Maximalausbau“ für 5 Millionen durchziehen, fordert der örtliche Bürgerantrag „ein unabhängiges gemeindliches Gutachten zur Verkehrssicherheit“. Die daraus folgenden Maßnahmen, wie etwa beidseitige Radwege an der Hauser Straße, seien von der Gemeinde umzusetzen, argumentiert Ilg. Mit mehr Schwerlastverkehr, kreuzenden Fußgängern, , werde der künftig breitere und höhere Überführungsbereich in topografischer Steillage nämlich hoch problematisch.

Besonders verärgert sind die Königswiesener über den angekündigten Kahlschlag an der Mühlstraße. Aber auch die angekündigte eineinhalbjährige Sperrung der Unterführung in der Bauphase ab März 2019. „Bis zum ein Kilometer entfernten Gauting müssen wir dann 14 Kilometer Umweg über Unterbrunn fahren“, rechnet Ilg vor. Die Bürger fordern, dass sich Gauting „gegen jegliche Totalsperrung Königswiesens einsetzt“. Es sei unklar, ob die Gemeinde „die richtige Ansprechpartnerin“ für den Bürgerantrag sei, so Rathaussprecherin Charlotte Rieboldt. Bauherrin sei nämlich die Bahn. 

Christine Cless-Wesle

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