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Die Heilig-Geist-Kirche ist vor 50 Jahren geweiht worden. Dort werden daher Festgottesdienste gefeiert und eine Ausstellung gezeigt, verantwortlich sind Hermann Geiger, Susanne Schwarz, Susanne Uhrich und Dr. Jürgen Sklarek.

50 Jahre Heilig-Geist-Kirche

Ein Denkmal der Ökumene

Die Rundkirche mit dem Kuppelfries des Gautinger Künstlers Adolf Kleemann (1904-1989) auf dem Gelände der Gautinger Asklepios-Kliniken ist ökumenisch geweiht worden. Zur 50-Jahr-Feier predigten deshalb am Dienstag die katholische Seelsorgerin Susanne Schwarz und ihre evangelische Amtskollegin Susanne Uhrich.

GautingDie Heilig-Geist-Kirche bei den Asklepios-Kliniken in Gauting feiert heuer 50. Jubiläum. Mit einem ökumenischen Gottesdienst wurde das am Dienstag gefeiert. Zeitgleich wurde eine Ausstellung eröffnet. Der Unterbrunner Heimatforscher Hermann Geiger hat mit Pastoralreferentin Susanne Schwarz eine kleine Schau über die Klinikkirche zusammengetragen. Das war nicht ganz einfach. „Jetzt ist das 50 Jahre her – und man findet fast nichts mehr“, bedauerte Geiger bei der Vernissage.

Heilig-Geist-Kirche wurde 1967 gebaut

Als die Asklepios Klinik GmbH das ehemalige Zentralkrankenhaus der Landesversicherungsanstalt Oberbayern vor fast zwei Jahrzehnten in Erbpacht übernahm, wurde offenbar das gesamte Archiv vernichtet, sagte Pastoralreferentin Schwarz. Über den früheren Klinikchef Professor Karl Häußinger kam Geiger noch an Fotos über die Grundsteinlegung. Die Aufnahmen vom 29. September 1966 sind in einer Vitrine zu sehen. Bekannt ist nur, dass Architekt Gottfried Münzel die Heilig-Geist-Kirche geplant hat, so Theologin Schwarz.

Über die Zeit ab 1945 hat der Gautinger Historiker Professor Walter Fürnrohr für das Klinik-Gelände eine umfangreiche Dokumentation verfasst. „Displaced Persons“, verschleppte Überlebende der NS-Konzentrationslager, waren nach der Befreiung durch die Amerikaner im damaligen Lungen-Krankenhaus behandelt worden. Viele dieser durch Zwangsarbeit und Hunger geschwächten KZ-Überlebenden, die meisten Juden, starben schon in den ersten Monaten, schrieb Fürnrohr. 1967 wurde die Heilig-Geist-Kirche gebaut.

Vandalen verursachten Sachschaden von 13 000 Euro

Immer offen ist das Gotteshaus, sagt Seelsorgerin Schwarz. Schwerstkranke Patienten aus der heutigen Asklepios-Lungenfachklinik setzten sich regelmäßig in den lichten großen Raum, um hier zur Ruhe zu kommen. „An der Kirchentür führe ich oft intensive Gespräche“, sagt Schwarz’ evangelische Kollegin Susanne Uhrich. Auch Patienten aus der Psychiatrie der benachbarten Fünf-Seen-Klinik oder Würmtaler kämen regelmäßig.

Weil das Gotteshaus immer offen stehe, nutzten Vandalen die Gelegenheit. Die Kupfer- Symbole des Kreuzgangs, die Arbeit eines unbekannten Künstlers, wurden verbogen und teils aus der Wand gerissen, ist in der Ausstellung nachzulesen. Es entstand ein Sachschaden von 13 000 Euro, der bis heute nicht behoben ist, bedauert Schwarz.

Zweiter Festgottesdienst am Freitag

Die farbprächtigen Oberlichtfenster stammen vom Greifenberger Künstler Helmut Kästl. Hinter der Orgel auf der Empore ist die Schöpfungsgeschichte mit Halm und Sonne abgebildet. Das tiefblaue Kreuz gegenüber symbolisiert Ostern. Und das rot züngelnde Glas-Feuer Pfingsten. Das schmale Fries mit Fischen und Blumen stammt von Adolf Kleemann.

Beim kleinen Festgottesdienst spielte Asklepios-Oberarzt Dr. Wolfgang Gesierich die Orgel, Frank Uttenreuther die Trompete. Am Freitag, 29. September, 14 Uhr, ist der zweite Festgottesdienst.

Von Christine Cless-Wesle

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