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Am Amtsgericht Starnberg wurde gegen die 75-jährige Stockdorferin verhandelt.

Aus dem Gerichtssaal

Uneinsichtige Rentnerin lässt sich  bekehren

Manchmal hat das Starnberger Amtsgericht mit reichlich uneinsichtiger Kundschaft zu tun, die auch bei glasklarem Sachverhalt und entsprechender Ahndung eines Delikts noch Einspruch gegen den Strafbefehl einlegt. So auch im Fall einer 75-jährigen Rentnerin aus Stockdorf.

Gauting  Sie hatte im Juli 2017 mit 1,73 Promille am Steuer eines BMW einen schweren Unfall verschuldet, als sie an der Hauser Kreuzung einem von links kommenden Smart die Vorfahrt nahm. Beide Fahrzeuge waren Totalschaden, der Smart-Fahrer erlitt ein Schleudertrauma.

Gegen den Strafbefehl, der wegen fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs, fahrlässiger Körperverletzung und Trunkenheit im Verkehr verhängt worden war, legte die Seniorin Widerspruch ein. Begründung: „Weil ich schlicht kein Geld habe, das zu bezahlen.“ Amtsrichterin Christine Conrad legte sie außerdem dar, dass man ihr gesagt habe, Einspruch bringe erst mal Zeit. Sie habe sich für ihren Einspruch eigentlich einen Pflichtverteidiger holen wollen, „weil ich mir einen Anwalt sonst nicht leisten könnte“.

Die Richterin stellte erst einmal klar, dass für Fälle wie diesen gar kein Pflichtverteidiger beantragt werden könne. Zum Geschehen, das dem Strafbefehl zugrunde lag, sagte Conrad: „Sie hatten eine hohe Alkoholkonzentration im Blut, und es ist jemand nicht unerheblich verletzt worden. Dass Ihr Führerschein erst mal weg war, ist auch klar.“ Die Stockdorferin mochte hieran zwar nicht rütteln, doch als die Richterin ihr vorschlug, bezüglich der verhängten Geldstrafe Ratenzahlung zu beantragen, ging es wieder los: „Da bin ich ja schon tot, bis ich das bezahlt habe!“, sagte die 75-Jährige. Und was den Führerschein angehe, den brauche sie jetzt sowieso nicht mehr – mangels Auto. Alles in allem ein durchaus ruinöser Unfall für die alte Dame. Dennoch half ihr alles Zetern nichts: Auf dringendes Anraten des Gerichts nahm sie den Einspruch zurück.

Von Thomas Lochte

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