Start einer Aufforstung: Revierförster Markus Noack, die Naturschutzbeauftragte Michaela Thiel und Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger im Wald zwischen Buchendorf und Wangen.
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Start einer Aufforstung: Revierförster Markus Noack, die Naturschutzbeauftragte Michaela Thiel und Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger im Wald zwischen Buchendorf und Wangen.

Aufforstung bei Buchendorf: 9680 Bäume auf dem Ökokonto

Vier Hektar mehr auf dem Ökokonto hat die Gemeinde Gauting – eine Aufforstungsmaßnahme bei Buchendorf hat begonnen.

Buchendorf/Gauting – Mit der Pflanzung einer weiß blühenden Elsbeere eröffnete Gautings Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger gestern mit Revierförster Markus Noack offiziell eine neue Fläche des Ökokontos im Gemeindewald von Buchendorf. Mit der kleinen Elsbeere beginne die Aufforstung eines fast vier Hektar großen Areals mit teils vom Borkenkäfer befallenen Fichten, erläutert die Naturschutzbeauftragte Michaela Thiel. Die selten gewordene Elsbeere – ein Strauch, der bis zu 25 Meter hoch wird – ist ein Flachwurzler, vertrage Trockenheit gut. Über das Ökokonto entstehen Ausgleichsflächen für Bauvorhaben wie etwa das Gewerbegebiet Gautinger Feld, erläuterte die Bürgermeisterin.

„Mit der Anlage des Ökokontos im Wald schafft die Gemeinde einen großflächigen Biotopverbund von mindestens 20 Hektar“, blickt Naturschutzbeauftragte Thiel voraus. „In den kommenden Jahren werden geeignete Flächen über die gesetzlich geforderte Waldbewirtschaftung hinaus ökologisch aufgewertet.“ Dies geschehe zum Beispiel durch Unterpflanzungen oder Anlegen von Waldsäumen. Die Gemeinde fördere so aktiv die Biodiversität. Die Umsetzung erfolge in verschiedenen Schritten innerhalb der nächsten zehn Jahre.

Im Gemeindewald Buchendorf werden diese Woche 9680 einheimische Bäume wie Bergahorn, Rotbuche, Steileiche, Flatterulme, Weißtanne und Vogelkirsche sowie 1720 Sträucher gepflanzt. Bei den Sträuchern sei vor allem auf Arten gesetzt worden, die Insekten und Vögeln als Nährgehölz dienen, erklärt Michaela Thiel – zum Beispiel Hundrose, Weißdorn, Kornellkirsche, Gemeiner und Wolliger Schneeball, Wildbirne und Wildapfel, Schlehe, Liguster, Feldahorn, Eibe und Pfaffenhütchen. Auch seltenere, konkurrenzschwache Arten wie die Elsbeere oder Speierling werden gesetzt. „Die Pflanzung der Bäume entspricht in etwa einer geschätzten CO2-Bindung von circa 96,8 Tonnen pro Jahr“, teilte die Naturschutzbeauftragte mit. Wie schnell oder wie viel CO2 ein Baum aber tatsächlich binde, hänge von mehreren Faktoren ab – Baumart, Alter, Holzdichte oder Zuwachsrate. Auch Faktoren wie Klima, Bodenqualität oder Wasserversorgung spielten eine Rolle.

In die Umsetzung des Ökokontos im bisherigen Fichtenwald investierte die Gemeinde 59 000 Euro, inklusive Planung. Allein 40 000 Euro steckte die Kommune in die Pflanzung von knapp 12 000 Bäumen, 2000 Sträuchern sowie in den Zaun gegen Wildverbiss, so Revierförster Noack. Damit Insekten und Vögel nisten können, bleiben Baumstümpfe mit Borkenkäferbefall als Totholz stehen. Mit dem Harvester werde die Rinde beschädigt, „bevor der Borkenkäfer wieder fliegt“, erläuterte Noack. „Wir versuchen hochwertige einheimische Mischwälder aufzuforsten.“

Christine Cless-Wesle

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