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Freuen sich über das Abendmahlgeschirr: Dr. Hans-Christoph Schimmelpfennig  sowie die Pfarrer Klaus Firnschild-Steuer und Dr. Günter Riedner (v.l.).

Abendmahlgefäße

Heiliges Geschirr für Gautinger Gläubige

Ostern 2016 hatten Unbekannte das Abendmahl-Geschirr aus der evangelischen Christuskirche gestohlen. Am Sonntag wurden die neuen Gefäße erstmal in einem Gottesdienst benutzt. Ein Grund zum Feiern für die Gemeinde.

GautingEs war für den früheren Gautinger Pfarrer Dr. Günter Riedner, seinen Amtsnachfolger Klaus Firnschild-Steuer und die Gläubigen ein Abendmahl mit Premieren-Charakter: Erstmals kamen nämlich am Sonntag die neuen Heiligen Gefäße aus der Werkstatt der Nürnberger Silberschmiedin Angelika Kern zum Einsatz. Mit diesem Auftrag aus Gauting „wurde mein Traum wahr“, dankte die Künstlerin bei der Präsentation.

Kurz vor Ostern vor zwei Jahren hatten Unbekannte das silberne „Vasa Sacra“ (Heiliges Geschirr) aus der Christuskirche entwendet. Die Gefäße aus der vom Münchner Architekten Theodor Fischer geplanten Jugendstilkirche tauchten nicht wieder auf. Vorübergehend liehen sich Gautings Protestanten die „Vasa Sacra“ aus Maria Eich in Planegg aus.

Die „Vasa Sacra“ als Abschlussarbeit

Im Kirchenvorstand gab es lebhafte Debatten über die Neuanschaffung. Zur Diskussion standen auch einfache Tongefäße – ein Mitbringsel der Evangelischen Jugend aus Taizé, erinnerte Amélie von Wissmann vom Gautinger Kirchenvorstand. Dr. Hans-Christoph Schimmelpfennig hatte schließlich die zündende Idee: Eine Ausschreibung für die Studenten am Nürnberger Lehrstuhl für Silber- und Goldschmiedekunst der Professorin Suska Mackert. Aus vier hochwertigen Entwürfen wählte der Kirchenvorstand schließlich mit knapper Mehrheit den von Angelika Kern.

Die Silberschmiedin erläuterte am Sonntag die eineinhalbjährige Entstehungsgeschichte der silbernen Patenen (Schalen) samt Pixis (Hostiendose) mit wertvollem Bergkristall-Deckel. Weil die Entscheidung im Kirchenvorstand für ihren Entwurf so knapp ausgefallen sei, „war das eine besondere Herausforderung“, gestand die Studentin. 

Im Fuß und der Mechanik der Gefäße sind eingeschmolzene Silberspenden (Löffel, Ring etc.) von Gautingern eingearbeitet. Damit bekämen die vier Kelche eine ganz andere Wertigkeit, sagte Angelika Kern mit Dank für die Unterstützung. Die „Vasa Sacra“ aus Gauting werde sie als Abschlussarbeit an der Hochschule einreichen: „Sie haben damit den Grundstock gelegt für meinen Traumberuf“, sagte die junge Silberschmiedin Dank.

Von Christine Cless-Wesle

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