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Großer Bahnhof für den Pfarrer: Zahlreiche Vereine aus Gauting und den Ortsteilen, Vertreter der politischen Gemeinde und insgesamt rund 500 Gläubige verabschiedeten sich von Otto Gäng. Er geht nach Fürstenfeld.

Abschied von Pfarrer Otto Gäng

„Mit Ihnen hat die Arbeit Spaß gemacht“

Die Gautinger haben Pfarrer Otto Gäng einen fulminanten Abschied bereitet und mit großem Applaus bedacht. Der Geistliche hielt seine Abschiedsmesse.

Gauting – Die Gautinger Pfarrkirche war gestern heillos überfüllt. Fahnenabordnungen der Freiwilligen Feuerwehr, der Raubwildschützen Buchendorf und des Trachtenvereins d’Würmlust, Pfarrgemeinderats-Vorsitzende Jeanette Haugg, die Jugendleiter Katharina Sautner und Moritz Langer sowie rund 500 Gläubige nahmen gestern Abschied von „ihrem“ Pfarrer Otto Gäng.

Dass die Kirche in Gauting stets gefüllt war, „lag an der neuen Qualität Ihrer Gottesdienste“, dankte Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger dem scheidenden Geistlichen. Nach fast 14 Jahren in Gauting übernimmt Gäng bekanntlich den Pfarrverband Fürstenfeld im Nachbardekanat Fürstenfeldbruck. In Gauting folgt Pfarrer Dr. Ulrich Babinsky (wir berichteten).

„Mit Ihnen hat die Arbeit Spaß gemacht“, dankte Pfarrgemeinderats-Vorsitzende Haugg dem Pfarrer. Mit Gäng hatte eine neue Ära begonnen: Der Pfarrer hatte das Magazin „benedictum“ und die „Nacht der offenen Kirchen“ ins Leben gerufen, ebenso Klausuren des Pfarrgemeinderates mit dem Leitfaden zum neuen Pastoralkonzept und den Ausschuss Jugend und Familie. Gängs Predigten seien einmalig gewesen, sagte Haugg und erinnerte an gut gefüllte Sonntagsmessen. „Ihnen zuzuhören war eine Bereicherung. Sie sind meiner ganzen Familie ein Vorbild.“

Gäng habe sechs Kirchen auch in den Filialen Buchendorf, Leutstetten und Pentenried, das Gautinger Pfarrhaus, Pfarrheim St. Benedikt und zwei Kindergärten mit Erfolg gemanagt, würdigte Kirchenpfleger Elmar Basalyk. „Obwohl wir da manchmal auf einen unbequemen Pfarrer stießen“, sei das Kinderhaus St, Josef eine wichtige Stütze in der Kinderbetreuung, dankte Bürgermeisterin Kössinger dem Priester. Auch bei der anstehenden Sanierung des Kinderhauses „können Sie sich auf unsere Unterstützung verlassen“, betonte die Rathauschefin. Zu ihrer Amtseinführung im Mai 2014 hatten Gäng und sein evangelischer Amtskollege Dr. Günter Riedner eine ökumenische Andacht gehalten. „Die Figur des Heiligen St. Benedikt mit dem Leitspruch ,Ora et labora‘ stehz noch heute in meinem Büro. Als gemeinsames Abschiedsgeschenk überreichten Kössinger und ihre Kraillinger Kollegin Christine Borst dem Pfarrer einen Kompass – für künftige Spaziergänge mit seinem Vierbeiner am neuen Wirkungsort.

Der neue evangelische Pfarrer Klaus Firnschild-Steuer und Gäng hatten nur 127 gemeinsame Tage in Gauting, aber: „Fürstenfeldbruck ist ja nicht weit“, wünschte der Amtskollege weiteren „Austausch.“ Katharina Sautner von der Pfarrjugend stellte fest, dass die Zusammenarbeit mit dem Pfarrer „nicht immer einfach“ gewesen sei, und erinnerte an „Meinungsverschiedenheiten.“ Doch nach außen habe der Priester „uns immer verteidigt“.

Mit dem ihm eigenen Humor verabschiedete sich Otto Gäng von seiner Gemeinde mit ihren etwa 100 Ehrenamtlichen. Sein neuer Wirkungsort sei durch den Schlager „I will hoam nach Fürstenfeld!“ längst bekannt, scherzte er. Mit Standing Ovations entließen die Gautinger den Pfarrer

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