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Der Andrang war groß bei der Infoveranstaltung im Gautinger Rathaussaal.

Überführung Königswiesen

Bürger erbost über Umbaupläne

Auf Unmut stieß die erste Präsentation der Pläne zur Erweiterung der Bahnüberführung in Königswiesen. Die Großbaustelle wird ab 2019 den Gautinger Ortsteil vermutlich weitgehend lahmlegen.

Gauting – Der Sitzungssaal im Gautinger Rathaus war am Mittwochabend überfüllt. Etliche Besucher mussten sich mit Stehplätzen begnügen. Aber nicht dieser Umstand provozierte den Unmut des Publikums, vielmehr waren es die vorgestellten Pläne für den Umbau der Bahnüberführung in Königswiesen. Doch Planerin Helga Hobelsberger-Goetze von der DB Netz AG machte den mehr als 100 verärgerten Königswiesern deutlich: „Die Entscheidung des Kreistages steht. Wir setzen um.“

Nach der aktuellen Planung wird die Bahn die bisher auf 3,80 Meter beschränkte Überführung auf 4,50 Meter erhöhen. Die momentan einspurige Fahrbahn wird den geltenden Richtlinien entsprechend auf neun Meter verbreitert.

Details erläuterte Fachplaner Johannes Beckert von der DB Service GmbH. In der ersten Phase, die im März 2019 beginnen soll, wird das Baufeld freigemacht. Für Fußgänger und Radler gebe es einen „sicheren Tunnel-Verschlag“. In einer zweiten Phase werde eine Baustraße errichtet, parallel zur gesperrten Mühlstraße. Erst unter viertägiger Vollsperrung werde der Altbestand abgerissen und das neue Stahlbeton-Brückenteil eingezogen. Danach werden Hauser und Königswieser Straße tiefer gelegt. „Bauende ist für Juli 2020 geplant“, sagte Beckert.

Weiter unten am Unfallschwerpunkt Hauser Kreuzung/Reismühle soll ab 2019 der von Gauting gewünschte Kreisel entstehen, wie Stefan Pilgram vom Kreisbauamt erläuterte. Die Königswieser Straße werde vorübergehend zur Sackgasse mit Wendehammer. Lautes und höhnisches Protestgejohle erhob sich im Saal, als Pilgram erläuterte, dass der Großteil der Bewohner aus Königswiesen West über die Waldkreuzung, Unter- und Oberbrunn nach Gauting umgeleitet werde. „Wir haben versucht, die große Umleitung für Königswiesen West zu minimieren“, sagte Kreisverkehrsmanagerin Susanne Münster. Bei den Verhandlungen sei man aber „leider gescheitert“.

„Was rechtfertigt einen so monströsen Brückenbau, wenn das wirtschaftlich keinen Mehrwert bringt?“, wollte eine Königswieserin wissen. Mit der Umfahrung Starnberg West und der B2 neu würde vom Autobahn-Südring künftig mehr Schwerlastverkehr durch die groß ausgebaute Überführung nach Königswiesen und Gauting kommen. Das hätte ja schon das von der Gemeinde beauftragte Gutachten des Büros Obermeyer bestätigt, sagte ein anderer Bürger.

„Wie soll ich das meinen Kindern erklären?“, fragte eine Mutter, die sich als „Vertreterin aller Königswieser“ bezeichnete. Ihr sei unverständlich, warum Bürgermeisterin Brigitte Kössinger und die Ratsmehrheit für den breiten Ausbau gestimmt hätten. „Wir hatten vom Landratsamt den Hinweis, dass nur richtlinienkonformer Ausbau zulässig ist, und sind nur gehört worden“, antwortete Kössinger. Münster erklärte, auf Höhe des Wertstoffhofes werde eine tempobremsende Verschwenkung gebaut. Dort sollen Schulkinder in der Bauzeit in den Bus steigen.

Doch es gibt noch mehr zu regeln: Eine Mutter verlangte eine Fußgänger-Überführung. Statt an der Mühlstraße für den Baustellenverkehr abzuholzen, soll der Parkplatz am unteren Blumenfeld genutzt werden, lautete ein weiterer Vorschlag. Auch eine Ampel an der Bushaltestelle St. Ulrichs-Weg will die Kreisverkehrsmanagerin prüfen.

cc

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