Klima-Demo in Gauting, 19.3.2021
+
Demo mit Abstand und Maske: Rund 40 Teilnehmer beteiligten sich am Klimastreik in Gauting - bewusst dort, damit niemand glaubt, auf dem Land interessiere sich niemand fürs Klima.

Klimastreik: „Alles, was wir tun können, ist laut sein“

Rund 40 Teilnehmer haben sich am Freitag am Klimastreik in Gauting beteiligt. Dabei ging es nicht nur um das Weltklima, sondern auch um Probleme am Ort.

Gauting – „1,5 Grad sind nicht verhandelbar. Act Now!“, war in großen Lettern auf einem Plakat der Gautinger Ortsgruppe Fridays for Future nachzulesen. Trotz nasskalten Schmuddelwetters hatten sich beim Klimastreik rund 40 Gautinger aus drei Generationen versammelt.

„Kohle, Kohle – Stopp“, skandierten die Versammelten zum Auftakt. „Ich freue mich, dass so viele gekommen sind“, eröffnete Timo Schmitt (17) von Fridays for Future die Demonstration. „Alles, was wir tun können, ist laut sein.“ Trotz Corona und Schneeschauer hatten sich die Klimaschutz-Akteure mit Abstand und Schutzmaske vor dem Bosco postiert. „Wir gehen einen eigenen Weg“, erklärte Schmitt – und fahre nicht zum Klimastreik nach München. Kommunalpolitiker sollten nicht den Eindruck haben, dass sich vor Ort niemand für den Klimaschutz interessiere.

„Wenn wir so weitermachen, geht alles den Bach runter“, warnte der 17-Jährige. Die ganze Welt stecke in der Klimakrise, die sich immer weiter hochschaukle. Noch nicht einmal in Corona-Zeiten werde das Pariser Klimaschutzziel von 1,5 Grad Erderwärmung eingehalten.

„Wer nicht hüpft, der ist für Kohle“, forderten Josephine Wehr und Luise Bartl mehr Bewegung – im Wortsinne. 40 Anwesende hüpften im Takt mit. „Wir haben Angst um die Zukunft unserer Kinder“, erklärte Ulrike Bubenzer, Gründerin der Gautinger Ortsgruppe Omas for Future. Junge Menschen, die vor der Erderwärmung warnten und deshalb auf die Straße gingen, würden nicht gehört. „Unsere Generation hat auf Kosten der Umwelt gelebt“, sagte Bubenzer. Die Omas for Future setzten daher auf weniger Konsum und eine Politik, die sich nicht nur an Macht orientiere. „Aus Liebe zu unseren Kindern und Enkeln wollen wir eine Erde hinterlassen, wo Blumen wachsen und noch Vögel zwitschern.“

„Gut, dass Sie die Stimme erheben“, lobte der Gautinger Alfred Deiglmayr. Darüber, dass dem geplanten Asto Eco Park im Unterbrunner Holz Waldflächen weichen müssten, spreche keiner. „Wir brauchen Bäume hier in Gauting“, nicht nur Gewerbe, forderte er.

„Der Verlust an Diversität wird sich verschärfen“, warnt Ellen Hacker von der Bund-Naturschutz-Gruppe Gauting. „Bis Ende des 21. Jahrhunderts werden wir 100 Millionen Arten verlieren“, darunter auch Insekten, die Lebensmittel-Pflanzen bestäuben. „Die Klimakrise ist existenziell – für das soziale Leben und die Wirtschaft“, sagte Jakob Rindermann (23) von Fridays for Future. Das hätten manche nicht begriffen, die im Vorfeld der angemeldeten Demo in sozialen Medien gewitzelt hätten, „da kann man seinen SUV gut parken, um seine Kinder mit dem SUV abzusetzen.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare