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Die alte Grundschule gibt es nicht mehr, auf dem Grundstück befürchtet die Initiative gauting-aktiv die Entstehung des  nächsten „Baukolosses“

Ortsentwicklung

Bürgerinitiative ruft zu Protest auf

„Keine Baukolosse in Gauting!“: Unter diesem Motto verteilte die von der Gautinger Management-Beraterin Angelika Siegmund gegründete Initiative www.gauting-aktiv.de in den vergangenen Tagen fleißig Flugblätter.

Gauting – Zur gesichtslosen Stadt mache der Gemeinderat den Ort, kritisiert die vom Bürgerforum unterstützte BI mit einem Foto vom fast fertigen Komplex der Baderhof GmbH an der Würmbrücke – und fordert die Gautinger auf, heute um 19. 30 Uhr, zur Bürgerversammlung zu kommen, um weitere Bauten wie diese zu verhindern.

In der Grundschul-Aula an der Ammerseestraße sollen die direkt angrenzenden, geplanten fünfgeschossigen Komplexe mit Edeka, Drogeriemarkt und oberirdischen Parkplätzen Thema werden. „Die Leute waren sofort unserer Meinung“, berichtete gestern Bürgerforums-Vize, Professorin Mechthild Lobisch, vom Auftakt der Flugblatt-Aktion vor den Gautinger Supermärkten.

Die Gautinger Management-Beraterin Angelika Siegmund hatte die neue Initiative direkt nach der Premieren-Veranstaltung „ArchitekturSichten“ zur Zukunft des Gautinger Bahnhofs gegründet. Unter dem Motto „Es ist noch nicht zu spät!“: fordert Angelika Siegmund die Gautinger dazu auf, aktiv zu werden. Noch bis zum 18. Dezember laufe die öffentliche Auslegung des Bebauungsplan mit der Nummer 182. Zu den Plan-Zielen des für 9 Millionen Euro verkauften alten Grundschulareals beim Bahnhof können die Bürger also noch ihre Einwände vorbringen.

Die dort geplanten drei fünfgeschossigen Baukomplexe der Investorengruppe Sontowski & Partner mit zwei Supermärkten im Erdgeschoss, oberirdischen Kundenstellplätzen und drei Wohntürmen mit 60 Einheiten setzten laut Siegmund „unverträgliche Maßstäbe“ und dies im „Galoppverfahren“. Die von der Ratsmehrheit angepeilte Nutzung führe zu einer massiven Zunahme des Verkehrs. Der oberirdische Parkplatz bringe Lärm und Abgase in den Pausenhof der benachbarten Grundschule an der Ammerseestraße, warnt die Initiative. Vernichtet werde zudem der gesamte Baumbestand.

Rathauschefin Dr. Brigitte Kössinger sieht der heutigen Bürgerversammlung, aber auch der neuen Initiative „gauting aktiv“ gelassen entgegen: „Ihre Einwendungen können die Gautinger ja noch vorbringen,“ so Kössinger auf Anfrage. Wenn der Bebauungsplan danach geändert würde und sich die Geschossfläche deshalb verringere, müsste Gauting jedoch an den Investor etwas zurückzahlen, räumt sie ein. Das sei alles vertraglich geregelt. Sontowski & Partner plane ja auch vier zahlbare Mietwohnungen und dichtere Bebauung direkt beim Bahnhof, wie im Raumordnerischen Entwicklungskonzept vom beteiligten Gauting gewünscht. Darum werde sie in der heutigen Bürgerversammlung für die damals mit 17 zu 6 Stimmen beschlossenen Planziele plädieren

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