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Die Wanderausstellung – organisiert von Lucie Heinz und Katharina Reichelt (v.l.) – startet im Gautinger Rathaus mit Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger, Architekt Dr. Matthias Castorph und Wolfgang Robl (Verband W ohnen). 

Bezahlbarer Wohnraum

Jede Etage zählt

Das Wohnen im Großraum München ist teuer und wird immer teuerer. Wie kann mehr Wohnraum zu bezahlbaren Mieten geschaffen werden? Verdichtung könnte eine Lösung sein. Das zeigt eine Ausstellung im Gautinger Rathaus auf.

Gauting„Wir stecken in einem Dilemma“, sagte Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger bei der Eröffnung der Wanderausstellung „Potenziale nutzen, Wohnraum schaffen“ des Regionalmanagements München Südwest im Gautinger Rathaus. Damit sich auch der Normalverdiener noch die Mieten leisten könne, „müssen wir verdichten“, sagte Kössinger. Denn die noch vorhandenen Grünzüge sollen erhalten bleiben. Als gelungenes Beispiel für behutsame Verdichtung zeigt die Ausstellung das Mehrgenerationenhaus des Verbandes Wohnen Stockdorf. Nach einer Prognose werden in nur einem Jahrzehnt 300 000 Menschen in die Metropolregion München zuwandern, erklärte die Bürgermeisterin, die auch Vorsitzende des Raumordnerischen Entwicklungskonzepts München Südwest (ROEK) ist. Gemeinsam müsse man das Wohnraumproblem angehen. Zum ROEK haben sich die Städte München, Germering, Starnberg und die Würmtalgemeinden zusammengeschlossen.

Normalverdiener wie Erzieherinnen oder Polizisten könnten sich Wohnen in der Region nicht mehr leisten, erklärte Kössinger. Innenverdichtung heiße auch, mehr in die Höhe bauen. Jede Etage mehr, die der Verband Wohnen baue, bringe mehr kostengünstigen Wohnraum. Allein in Gauting stehen derzeit 300 Personen auf der Warteliste für eine bezahlbare Wohnung, sagte Kössinger.

„Ökologisch und ökonomisch stoßen wir in der Wachstumsregion Würmtal an unsere Grenzen“, sagte Architekt Dr. Matthias Castorph. Nur durch hochwertige Nachverdichtung werde die Wohn- und Aufenthaltsqualität für die Bewohner gesteigert: „Wir müssen so bauen, dass wir vorhandene Infrastruktur nutzen und besser zusammenrücken.“

„So dicht wie nötig, so verträglich wie möglich“ – das ist auch das Motto des laufenden städtebaulichen Wettbewerbs für die geplante Neubausiedlung zwischen dem früheren Apparatebau-Areal und der Pötschenerstraße in Gauting, sagte Kössinger. Architekten sollen Ideen für die künftige Bebauung der Fläche entwickeln. Gewünscht werden etwa 60 Miet-Appartements. Ende November tage das Preisgericht, Anfang 2018 starte der Gemeinderat den Bebauungsplan. Kössinger kann sich an der Pötschenerstraße durchaus Geschosswohnungen vorstellen. Fürs Apparatebau-Gelände plane die Gemeinde einen Supermarkt mit Wohnungsbau – allerdings zu Marktpreisen.

Christine Cless-Wesle

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