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Die Zertifikate als Schülerbegleiter der Deutschen Bahn haben gestern 14 Schülerinnen und Schüler der Realschule und der Gautinger Mittelschule erhalten. 

Bahnbegleiter

Auf Augenhöhe  von Schüler zu Schüler

14 Schülerinnen und Schüler der Realschule und der Mittelschule Gauting haben Zertifikate als Schülerbegleiter erhalten. 

Gauting – „Überzeugen statt petzen“ – unter diesem Motto bilden Trainer der S-Bahn München Jugendliche zu DB- Schülerbegleitern aus. Gestern überreichte Bürgermeisterin Brigitte Kössinger elf Mädchen und Buben von der Realschule und der Paul-Hey-Mittelschule in Gauting die frisch erworbenen Zertifikate. „Je enger es in der S-Bahn wird, desto höher wird das Konfliktpotenzial“, sagte die Bürgermeisterin.

Positiv und freundlich sollen die ausgebildeten Schülerbegleiter auf Gleichaltrige einwirken, erklärte Trainer Klaus Finger das Ausbildungsziel. An der Realschule Gauting läuft das Projekt der Deutschen Bahn seit 2008, so Konrektor Reinhard Schlamp. 124 Acht- und Neuntklässler wurden in einem Jahrzehnt ausgebildet. Seit dem Umzug der Realschule in den Neubau auf dem Schul-Campus ist auch die benachbarte Mittelschule mit im Boot.

„Schubsen am Bahnsteig oder Füße auf der Sitzbank“ – das sind die Hauptkonflikte, mit welchen sich die Schülerbegleiter herumzuschlagen haben. Sofyja (14) kann ein Lied davon singen: Sie steige regelmäßig am Bahnhof ihres Wohnortes Gräfelfing ein, sagte die Mittelschülerin. Unlängst habe sie erleben müssen, wie ältere Männer im Zugwaggon Flaschen herumwarfen. Einer habe mit einem Stift Fensterscheiben beschmiert. In solchen Fällen sind die Schülerbegleiter angehalten, Beamte der Bundespolizei zu informieren. Bei Fehlverhalten oder Belästigungen anderer Fahrgäste sprechen die Begleiter ihre gleichaltrigen Schüler indes direkt an – „und wirken positiv auf sie ein“, so Finger.

„Wir hatten schon einen Einsatz“, erzählte Realschüler Hannes (13) aus Gräfelfing. Nach dem Intensivtraining in München waren die Schüler auf dem Heimweg in der S-Bahn. Dort hatte ein Erwachsener seine Füße samt Straßenschuhen auf einen Sitz gelegt. Der uniformierte DB-Ausbilder, der mit im Wagen saß, habe den Passagier bestimmt, aber freundlich zur Ordnung gerufen mit dem Hinweis, dass ihm 125 Euro Reinigungskosten plus 15 Euro für die Ordnungswidrigkeit drohten. Darauf habe der Erwachsene seine Füße vom Sitz gezogen. Ältere würden jedoch nicht auf Jugendliche hören, sagte der Trainer. Deshalb laufe das „Herzensprojekt“ der S-Bahn „auf Augenhöhe“ – von Schüler zu Schüler, betonte Jürgen Vanselow von der Bundespolizei.  

Christine Cless-Wesle

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