+
Schaufeln trotz Mistwetter: Vom Regen ließen sich (v.l.) Dr. Thomas Wunsch vom Ministerium, Bahnmanager Heiko Hamann sowie die Bürgermeisterinnen Brigitte Kössinger und Christine Borst nicht abhalten.

Ausbau des Stockdorfer Bahnhofs

Bald barrierefrei zum Zug

Stockdorf - Dranbleiben zahlt sich aus. Am Donnerstag wurde der erste Spatenstich für den lange geforderten Ausbau zum barrierefreien S-Bahnhofs in Stockdorf gesetzt.

Fahrgäste standen am frühen Nachmittag wartend am Gautinger Bahnhof. Wegen „Bauarbeiten“ in Stockdorf fähart die S 6 nämlich aktuell bis 2. Mai nur im 40-Minuten-Takt. Grund ist der schon heiß ersehnte barrierefreie Ausbau des Stockdorfer Bahnhofs: Mit dem symbolischen Spatenstich feierten Gautings Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger, ihre Kraillinger Amtskollegin Christine Borst, Bahnmanager Heiko Hamann und Dr. Thomas Wunsch vom Verkehrsministerium gestern den Start des 4,3-Millionen-Euro Projektes in Stockdorf.

„Schauen Sie sich das genau an“, riet der Münchner Bahnhofsmanager Hamann an der verregneten Baustelle am Ausgang Alpenstraße. Denn diesen Zugang, wo jetzt gerade Bauarbeiter mit Baggern Erdhäufen abtragen, werde man nach dem barrierefreien Umbau nicht wieder erkennen.

Mit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember wird die Stockdorfer Bahnhof mit Lift nämlich „im neuen Glanz“ dastehen, versichert der für 150 Stationen im Münchner Umfeld zuständige Manager von der DB Station & Service AG. Schluss ist dann mit der gestrigen Szenerie: Da musste sich ein schwergewichtiger, behinderter Fahrgast mit Krücken mühsam die Steiltreppe hinunter quälen.

Wegen dieser Hürde setzten sich unsichere Senioren, aber auch Stockdorfer Eltern mit Kindern gleich ins Auto und führen bis zur nächsten Station Planegg, wo die Bahnfahrt bis München obendrein nur die Hälfte kostet, erzählte Bürgermeisterin Kössinger. Sie hat deshalb den schon per Unterschriftssammlung verlangten Ausbau der Stockdorfer Station bei ihrem Parteikollegen, dem CSU-Innenminister Joachim Herrmann, ziemlich dringlich gemacht. So kam es, dass der kleine Bahnhof ins erste „Bayern- Paket“ rutschte – obwohl in Stockdorf täglich nur 2500 Fahrgäste ein- und aussteigen. Bund und Freistaat werden die Finanzmittel in Höhe von insgesamt 4,3 Millionen Euro bereitstellen, betonte Bahnmanager Hamann.

Doch die rosige Zukunft mit Aufzug, überdachtem, neuem Mittel-Bahnsteig nebst Blindenleitsystem für den stufenfreien Einstieg in den Zug fordert auch Opfer, betonte der bayerische Bahnsprecher Bernd Honerkamp.

Weil es vorübergehend nur ein Gleis gibt, fahren Züge an der S 6 zeitweise nur im 40-Minuten-Takt – aktuell bis 2. Mai. In der heißen Phase mit Neubau des Mittelbahnsteigs hält von 19. Juni bis 20. August überhaupt kein Zug in Stockdorf.

Wegen der Gautinger Baustelle an der Münchener Straße mit einspurigem Verkehr und Staus setzt die Bahn in dieser Zeit Busse ein: Dieser Schienersatzverkehr wird von Stockdorf zum Planegger Bahnhof pendeln, so der Bahnsprecher. Am künftig ebenerdigen Zugang Alpenstraße wird es neue Doppel-Parker-Radständer geben.

Neue WC-Anlagen für 80 000 Euro „zahlen wir“, betonte Gautings Bürgermeisterin. Ältere Stockdorfer täten sich nämlich schwer mit fehlenden Toiletten – und würden immer wieder den ekelhaften Gestank monieren, der immer wieder zu riechen ist.     cc

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Ausweichversuch: 30 000 Euro Schaden 
Eile war vielleicht der Grund, warum ein Autofahrer am Donnerstagabend an einer Radfahrerin vorbeifahren wollte - am Ende krachten zwei Pkw zusammen.
Ausweichversuch: 30 000 Euro Schaden 
Perfide neue Masche der falschen Polizisten
Die Gauner, die sich seit Monaten am Telefon als falsche Polizisten ausgeben, haben eine neue Masche. Die Kripo warnt eindringlich.
Perfide neue Masche der falschen Polizisten
Kein Anspruch auf Lärmschutz
Der Lärmaktionsplan für die Bahnstrecken mit mehr als 30 000 Zugbewegungen im Jahr liegt öffentlich aus. Hoffnungen mancher Bahnanreiner, damit auch Lärmschutz zu …
Kein Anspruch auf Lärmschutz
Urteil für schweigsamen Angeklagten
Mit einer Bewährungsstrafe ahndete das Amtsgericht Starnberger einen Ausraster eines Autofahrers, der einen anderen geschlagen hatte.
Urteil für schweigsamen Angeklagten

Kommentare