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In den Nagel getreten ist der „Pfennigfuchser“ (Thomas Dietl). Um ihn kümmern sich (v.l.) Schwester Gibmera (Silvia Geiger), Jungmagd (Manuela Roth), Hauswirtschafterin (Christine Penzenstadler), Jungknecht (Michael Hecht) sowie der Freu nd des „Pfennigfuchsers“ (Alfons Högner). 

Bauernbühne Unterbrunn

Warum ein rostiger Nagel heilsam ist

Kurzweilig und amüsant: Mit dem Dreiakter „Da Pfennigfuchser“ von Peter Landstorfer hat Hubert Dietl, Regisseur des Unterbrunner Bauerntheaters, ins Schwarze getroffen.

Unterbrunn – Dietls Sein Sohn Thomas  begeistert in der Hauptrolle des geizigen Bauers und „Pfennigfuchsers.“ Christine Penzenstadler gibt eine köstliche, gschaftlhuberische Hauswirtschafterin. Und Silvia Geiger überzeugt als bigotte Schwester Gigmera.

Vorhang auf. „Da Pfennigfuchser“ betritt die Bauernbühne: Dugg Bertl alias Thomas Dietl „hat a Freid‘“, wenn er seine versteckten Geldscheine im Kastl zählt. Sogar das Loch in seinen Schuhsohlen flickt der Geizhals selber – mit Zeitungspapier. Bertls Freund, der Schuster Zwirnschartner, alias Alfons Högner, hat da keine Chance. Doch das gehortete Geld des „Pfennigfuchsers“ weckt Begehrlichkeiten. „Geben bringt Segen“ wirbt die bigotte Schwester Gibmera um Spenden für ihr Heim. Aber die resolute Hauswirtschafterin Marie schickt die fromme Schwester mit einem Paar selbst gestrickter Männersocken vom Hof. Und weil der Bauer gar so geizig ist, muss die brave Spendensammlerin Gibmera auch noch ein Triangel in ihrer weißen Schürze in Kauf nehmen. Denn der „Pfennigfuchser“ spart sich sogar die Holzlatte für den defekten Zaun.

„Die Zwagerin“, eine alte Jungfer (Monika Regensburger), betritt die Bühne mit den Worten: „I möcht für ihn dasein und arbeiten.“ Auch der neue Leiter der Sparkasse, korrekt im Anzug, ist hinterm Geld des Kiesgrubenbesitzers Dugg Bertl her: „Du bist der einzige Bauer, der noch kein Konto bei uns hat.“ Doch der „Pfennigfuchser“ zählt sogar die säuberlich am Haken aufgereihten Zeitungspapierblätter „fürs Häusl“ nach und schwärmt: „Schlafen is was Schees: Des kost nix und verbraucht nix.“

Bertls angetrunkener Freund Zwirnschartner betritt die Szene. „Beim Wirt hat mir der Bürgermeister ein paar Schnapsl zahlt“, erzählt der überzeugend torkelnde Alfons Högner.

Ein Schrei aus dem Off: Der Geizhals ist mit seinem dürftig reparierten Schuh im rostigen Nagel der abgebrochenen Zaunlatte gelandet – und wird schwer verletzt auf die Bühne getragen. „Doch den Bader holst ned“, ruft der Bauer seiner Wirtschafterin sofort zu, denn: „Des kost bloß.“ Aber ohne Bader schaffen es die Marie, die Jungmagd (Manuela Rothe), und der Jungknecht (Michael Hecht) nicht, den Bauern von der Zaunlatte zu befreien. Der Bader Endwartner (Florian Collet) kuriert den „Pfennigfuchser“ schließlich mit einer List: Als Totengräber mit schwarzem Zylinder betritt der Bader die Szene – und nimmt schon Maß für den Sarg. Denn angeblich hat der Bauer „Blutvergiftung im Endstadium“. Da macht der Geizhals plötzlich eine Kehrtwende: Jungmagd und -knecht sollen seinen Hof erben, sein Freund kriegt gar „lebenslang Freibier im Wirtshaus“. Doch als der Sparkassenmensch sich schließlich die Unterschrift für „den Kies“ des totkranken Kiesgrubenbesitzers holen will, springt der „Pfennigfuchser“ plötzlich kuriert aus seinem Bett – und dem Banker hinterher. „Ja hat sich denn das ganze Theater gelohnt?“, fragt sich die Marie zum Finale. Denn als das Gesinde zur Feier des neuen Lebens des Bertl erstmals den Kachelofen des Geizhalses mit dem versteckten Schatzkistl anfeuert, da passiert‘s. „Gut, dass er ned do is“, ruft die Marie nur: „Sonst hätt‘er g‘merkt, dass mir sei ganzes Geld zum Kamin naus haun.“

Weitere Aufführungen sind an diesem Samstag sowie am 5., 6., 7., 12., 13. und 14. April. Reservierung ist möglich unter Telefon (089) 8 50 32 08.

Von Christine Cless-Wesle

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