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Die vorbereitenden Arbeiten zum Neubau der Bahnsteige im Stockdorfer Bahnhof laufen auf Hochtouen.

Barrierefreiheit

Baustelle Bahnhof: Grundstimmung positiv

Die Großbaustelle am Stockdorfer Bahnhof bringt manche Einschränkungen für Anlieger und Bahnkunden mit sich. Die bringen aber Verständnis auf

Gauting „Das war höchste Zeit“, sagt Dr. Winfried Berghoff. Der Arzt ist gerade mit dem Zug im Stockdorfer Bahnhof angekommen. Er begrüßt, dass diese Haltestelle endlich barrierefrei ausgebaut wird. Am Gleis oberhalb der Großbaustelle studiert der Mediziner ausgiebig die Aushänge. Ab kommenden Montag, 19. Juni, wird die S 6 an der Stockdorfer Station ohne Halt durchfahren. Das bestätigt auch Bernd Honerkamp, Sprecher der Deutschen Bahn. Die Folge: Die Stockdorfer Fahrgäste müssen in der anstehenden Bauphase in den Regionalbus einsteigen. Damit geht es vom Harmsplatz in Stockdorf zum Planegger S-Bahnhof. Bahnkunden aus Stockdorf und Krailling, die in Richtung Süden wollen, müssen ebenfalls mit dem Bus zunächst nach Planegg fahren, um dort in die S-Bahn einzusteigen.

Grund für den Verzicht auf den Halt in Stockdorf: Ab Montag wird dort der Mittelbahnsteig ab- und anschließend neu aufgebaut, erklärt der DB-Sprecher. Die Phase mit Schienenersatzverkehr zur nächst gelegenen Station Planegg wird bis Sonntag, 20. August, dauern, teilt Honerkamp schriftlich mit.

Ab dem morgigen Mittwoch, 9 Uhr, bis Sonntag 18. Juni, 3 Uhr fährt die S 6 wegen der Stockdorfer Großbaustelle vorübergehend nur im 40-Minuten-Takt. Nachts, von 21.45 bis 3 Uhr, gibt es in dieser letzten Pfingstferienwoche schon einen Vorgeschmack auf den Bus-Umstieg, im Bahn-Deutsch: Schienenersatzverkehr.

Gestern um 13.30 Uhr: Die Stockdorfer Bahnstraße ist wie ausgestorben. Ab der Unterführung ist die Durchfahrt wegen der Großbaustelle gesperrt. Zwei Kunden kommen in den Imbiss- und Tante-Emma-Laden von „Herrn Nam“. Vor der Apotheke sitzt ein Mann auf der Bank – und genießt die Mittagssonne. Gegenüber wartet Martha Wallner mit Einkaufstasche auf ihre Chauffeurin. „Ich freue mich schon sehr auf den bald barrierefrei ausgebauten Bahnhof“, sagt die 88-jährige Stockdorferin. Martha Wallner fährt nicht mehr Auto, sondern nur noch mit der Bahn.

An der abgesperrten Baustelle Alpenstraße schaufeln Arbeiter in Erdhaufen: Dort wird der künftig ebenerdige Zugang mit Lift zum Gleis gebaut. Die Fundamente mit den Eisenträgern sind bereits fertig. „Als die schweren Stützen vor drei Wochen eingerammt wurden“, erzählt Anwohner Dr. Winfried Berghoff, „habe ich die Erschütterung gemerkt.“ Die Wasseroberfläche seines Gartenteichs habe vibriert, sagt der Arzt. Aber das Verständnis für die 4,3 Millionen Euro teure Umbaumaßnahme mit nächtlichem Lärm, der manchen den Schlaf raubt, sei durchaus da, betont der Stockdorfer, der 200 Meter Luftlinie entfernt wohnt: „Das ist wie beim Geburtsschmerz einer werdenden Mutter“, sagt der Mediziner. Die Grundstimmung sei positiv. Denn die Stockdorfer bekommen, wenn alles nach Plan läuft, am 13. August, ihren heiß ersehnten barrierefreien Bahnhof mit Radständern und WC-Anlagen.

Christine Cless-Wesle

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