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Umwege müssen die Fußgänger in Gauting in Kauf nehmen – etwa bei der Baustelle für den Baderhof auf dem früheren Grill-Grundstück beim Hauptplatz.

Baustellen

Durchgangsverkehr meidet Gauting

Gauting – Gauting ertrinkt in Baustellen. Autofahrer wie Passanten müssen Einschränkungen hinnehmen. Positiver Nebeneffekt. Der Durchgangsverkehr nimmt ab, weil er die Kommune weiträumig umfährt.

Wegen zahlreicher Baustellen müssen Fußgänger und Radler derzeit in Gauting Hürdenläufe in Kauf nehmen. Komplett gesperrt ist zum Beispiel der Fußgänger-Übergang zwischen Baderhof-Baustelle und Tengelmann-Komplex am Hauptplatz. Auch der motorisierte Verkehr muss Umwege fahren – insbesondere wegen der Teilsanierung. der Münchener Straße. Sie ist derzeit nur in Richtung Hauptplatz befahrbar. Den Passanten steht auch nur einseitig ein Gehweg zur Verfügung. Ratlos stand Gemeinderätin Julia Ney (SPD) unlängst mit ihrem Kinderwagen vor Sperrbaken auf dem Gehweg beim August-Hörmann-Platz. 

Münchener Straße ist nicht die einzige Baustelle im Hauptort

Neben ihr habe eine ebenso hilflose Seniorin gestanden, die zum Wochenmarkt wollte, berichtete Ney in der jüngsten Bauausschusssitzung. Die beiden Fußgängerinnen hatten keine Wahl: Es ging zurück auf Los – zur Querungsinsel beim Pfarrzentrum. Momentan gelangen Passanten nämlich nur über die Südseite der Münchener Straße zum Hörmann-Platz – über eine weitere Hürde, den kreuzenden Umleitungsverkehr. Mancher Fahrradfahrer scheut die ausgeschilderte, aber längere Umleitungsstrecke über den Buchendorfer Berg (Gleixner- oder Frühlingstraße) und hilft sich selbst. Eine Autofahrerin, die auf der nur einspurig befahrbaren Münchener Straße Richtung Ortszentrum unterwegs war, begegnete unlängst einem Pulk fröhlich radelnder, gut behelmter Herren. 

Die waren völlig verkehrswidrig, aber flott unterwegs in Gegenrichtung auf dem Gehweg. Und das nur wenige Meter von der Gautinger Polizeistation entfernt. Die Münchener Straße ist nicht die einzige Baustelle im Hauptort: Gleich gegenüber vom Gautinger Rathaus, zwischen Schulstraße und von-Taube-Weg, zieht eine Immobiliengesellschaft gerade ein dreistöckiges Mehrfamilienhaus hoch. Das einstige Einfamilienhaus des verstorbenen Altbürgermeisters Josef Cischeck, das an dieser Stelle stand, ist längst abgerissen. 

Bürgermeisterin Kössinger: "Ich hoffe, sie gewöhnen sich daran"

Die schmale Direktverbindung von der Starnberger Straße zum Rathaus wurde wegen der Neubaustelle komplett gesperrt – auch für Fußgänger und Radler. Am vergangenen Samstag hatte eine Firma schwere Platten mit dem Kran zur Baustelle gehievt: Kurzfristig war deshalb auch die Schulstraße hinterm Rathaus komplett gesperrt. Nur einen Steinwurf weiter südlich, an der Starnberger-/ Einmündung Reismühler Straße, folgt die nächste Hürde. Wegen des dort entstehenden Neubau-Komplexes ist die Fahrbahn mit Baken verengt. Dafür ist eine andere Großbaustelle mittlerweile abgeschlossen: Das Breitwand-Kino ist in Betrieb und das benachbarte Ärztehaus bezogen. Eine Verschnaufpause für den Bereich im Bahnhofsumfeld. Denn 2017 folgt der große Neubaukomplex auf dem Areal der Grundschule. 

Ende November soll die Münchener Straße wieder beidseitig befahrbar sein, berichtete Anlieger Richard Eck (UBG) im Bauausschuss. Danach folgen bekanntlich aber noch ein zweiter und ein dritter Bauabschnitt – bis 2018 (wir berichteten). Die Gautinger Baustellen haben sich in Autofahrerkreisen längst herumgesprochen, stellte die Bürgermeisterin fest. Stau-Verkehr von der Lindauer Autobahn komme momentan nicht mehr durch den Ort. „Die Leute suchen sich neue Wege. Ich hoffe, sie gewöhnen sich daran“, blickt Dr. Brigitte Kössinger deshalb zuversichtlich in eine staufreie Zukunft.

Von Christine Cless-Wesle

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