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So sieht die Planung für das Grundschulareal aus: drei Gebäudeblöcke auf einem eingeschossigen durchgängigen Grundstock. Das Foto zeigt den Blick von der Rafael-Katz-Straße  aus. 

Grundschulareal

„Gauting sollte die Chance nutzen“

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Das Bürgerbegehren gegen die Bebauung auf dem Gautinger Grundschulareal verzögert bei Zulassung das Projekt um mindestens drei Monate oder bringt es ganz zu Fall. Bürgermeisterin Brigitte Kössinger will ein Ratsbegehren initiieren.

Gauting – Drei Komplexe, fünf Stockwerke und 17,5 Meter Gebäudehöhe mitten im Zentrum. Ein Edeka, ein dm-Drogeriemarkt, 60 Ein- bis Drei-Zimmer-Wohnungen neben dem Bahnhof. Für Landesplaner hört sich das an wie ein Traum. Das meint Johannes Pohl von der Firma Sontowski und Partner, die das alte Grundschulareal in Gauting bebauen wollen. Für Gauting würde es bedeuten, dass die jahrelange Diskussion um die Verwertung des Grundschulareals ein Ende hätte. „Gauting hat jetzt die Chance, das Zentrum zu beleben, und sollte sie auch nutzen“, unterstreicht Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger. Nun meint die Bürgerinitiative Gauting aktiv, dass die Bebauung zu massiv sei und sammelt Unterschriften für ein Bürgerbegehren mit dem Ziel, eine ortsverträgliche Planung zu erwirken.

„Was ist ortsverträglich?“, fragte die Bürgermeisterin gestern bei einem Pressegespräch. Die Tabakfabrik, aus der die Schule entstand, war 21 Meter hoch, die Schule 16 Meter. Sontkowski und Partner wollen 17,5 Meter bauen. „Gegenüber ist ein sieben Stockwerke hohes Gebäude“, erinnerte Kössinger. Sie will auch den Vorwurf der mangelnden Bürgerbeteiligung nicht stehen lassen. Wie berichtet, dient der Grundstücksverkauf zur Refinanzierung der Grundschule in der alten Realschule. Gauting hat bereits 9 Millionen Euro erhalten und den Sechs-Millionen-Kredit für die Grundschule zurückgezahlt. Kössinger erinnerte an den Architektenwettbewerb, dessen Sieger der Investor absprang, an den Bürgerworkshop „Gauting entfalten“ und die Info-Abende zur aktuellen Planung. Die Planung nach den vorab gesetzten Kriterien des Gemeinderats sehe keinen sozialen Wohnungsbau vor, die Abstandsflächen würden eingehalten und der Schulweg sei durch eine Ampel gesichert, sagte sie. „Ich wüsste nichts, was einen Schulweg sicherer macht.“ Die 60 Mietwohnungen brauche Gauting dringend. Und den Edeka: „Wenn man Kardamom kaufen will, muss man nach Stockdorf fahren.“ Natürlich würde auch das Geld fehlen. „Dann muss man an die freiwillige Leistungen rangehen. Fürs Bosco, fürs Filmfest, für die Vereine.“ Und es gäbe lange Zeit die Brache am Bahnhof. Eventuell müsste man das Bieterverfahren wiederholen. „Das ist rechtlich noch nicht geklärt.“

Investor Johannes Lohr hat noch Geduld. Er ist überzeugt von den Planungen und hat viel Zuspruch erfahren. Nicht zuletzt für die Mietwohnungen, die übrigens in einer Hand bleiben würden. „Wir haben Nachfragen im dreistelligen Bereich.“ Auch deshalb habe die Firma bereits über eine halbe Million in den Abbruch investiert. Nicht auf Basis einer Baugenehmigung, sondern im Vertrauen auf Gauting. Eine Postwurfsendung an alle Gautinger Haushalte informiert in den nächsten Tagen über das Projekt.

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