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Die Bahnüberführung soll ausgebaut werden. Die Königswieser sind dagegen.

Ausbau der Bahnüberführung

Nur Geh- und Radweg eine Option

Die Königswieser sind gegen den maximalen Ausbau ihrer Bahnüberführung. Im schlimmsten Fall wollen sie aber dort vor allem einen Geh- und Radweg. 

Gauting – Die Bürgerinitiative (BI) „L(i)ebenswertes Königswiesen“ lässt nicht locker in ihrem Protest gegen den Ausbau der Bahnüberführung im Ort. Sie weiß 700 Bürger hinter sich. Die Betroffenen appellieren an Gemeinde- und Kreisräte, ihre Beschlüsse „zu überdenken“, erklärt BI-Sprecher Friedrich Huber. Beide Gremien hatten den Ausbau der Kreisstraße STA3 befürwortet. Die Königswieser befürchten zusätzlichen Durchgangs- und Lkw-Verkehr.

Deutlich wurde die anhaltende Empörung der Bürger bei der Informationsveranstaltung im voll besetzten Sitzungssaal des Gautinger Rathauses (wir berichteten). Die betroffenen Anwohner in Königswiesen und Gauting ärgert vor allem, dass der Gemeinderat „ohne Rücksicht auf die berechtigten Anliegen“ der Bürger dem maximalen Ausbau der Bahnüberführung zugestimmt habe. Nach der aktuellen Planung werde das neue Brückenbauwerk in Königswiesen viereinhalb Meter hoch. Die Fahrbahn der Kreisstraße werde auf sechs Meter verbreitert – aber ohne Geh- und Radweg, empören sich die Gegner.

Die Königswieser richten daher einen dringenden Appell an Gemeinde- und Kreisrat: Beide Gremien sollten den vom gemeindlichen Gutachter vorgestellten minimalen Ausbau beschließen. Dann bleibe auch Platz für einen zweieinhalb Meter breiten Geh- und Radweg.

Der jetzt beschlossene, so genannte normgerechte Ausbau bringe mehr Pkw- und Lkw-Verkehr nach Königswiesen, fürchten die Mitglieder der BI. Spätestens nach Eröffnung der Westumfahrung Starnberg fließe überregionaler Ausweichverkehr aus Weilheim über die groß ausgebaute Route. Wegen Staugefahr in München sei auch mit neuem Verkehr zwischen A 96 und A 95 zu rechnen – direkt vor der Königswieser Haustür. Beruhigungsmaßnahmen auf der Ammersee- und Bahnhofstraße in Gauting, aber auch der noch umstrittene Tunnel in Starnberg, verlagerten weitere Belastung auf dieses Süd-Ring-Provisorium durch Gauting, warnt die BI.

Wenn die kommunalen Entscheidungsgremien nicht an ihren Beschlüssen rütteln, sollten sie zumindest den fehlenden Radweg einplanen – möglichst durchgängig bis zum bereits beschlossenen Kreisel an der Abzweigung zur Reismühle. Wegen der zu erwartenden höheren Fahrgeschwindigkeiten der Fahrzeuge auf der künftig breit ausgebauten Kreisstraße seien auch Querungshilfen für Fußgänger und Radler dringend geboten, macht BI-Sprecher Huber auf ein erhöhtes Unfallrisiko aufmerksam.

„Die Anregung für den Radweg unterstützen wir“, sagt Gautings Rathaussprecherin Ricarda Polz, „wir sind nicht die Bauherren.“ Zum Thema Radweg sei noch im Juli ein Termin mit einem Gautinger Rathausvertreter anberaumt, bestätigt der Sprecher des Landratsamtes, Stefan Diebl. Doch für die abgespeckte Ausbauvariante sei der Zug abgefahren, so Diebl weiter: „Der Kreistag hat den normgerechten Ausbau abschließend entschieden. Die Verträge mit der Bahn sind beschlossen.“

Christine Cless-Wesle

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