1. Startseite
  2. Lokales
  3. Starnberg
  4. Gauting

Nach Brand im Lotto-Geschäft: Kunden spenden für die Familie Hanrieder - „Sind total überwältigt“

Erstellt:

Kommentare

„Wir unterstützen gerne“: Jutta Vogel von der Parfümerie „Petit Flair“ präsentiert das Sparschwein und das Hinweisschild für die Aktion zugunsten der Familie Hanrieder, deren Schreibwarenladen am Dienstag ausbrannte.
Jutta Vogel von der Parfümerie „Petit Flair“ präsentiert das Sparschwein, das eigentlich ein Froschkönig ist. © Andrea Jaksch

Die Hilfsbereitschaft ist groß in Gauting. In der Parfümerie gegenüber steht ein Froschkönig für Spenden bereit, die Junge Union will ein Konto einrichten.

Gauting – „Wir sind total überwältigt, die Unterstützung der Gautinger ist einfach wahnsinnig und macht uns sprachlos“, dankt das Ehepaar Katrin und Johannes Hanrieder nach dem Brand in ihrem Gautinger Schreibwarengeschäft allen Einsatzkräften, aber auch der örtlichen Bevölkerung. Tatsächlich ist die Welle der Hilfsbereitschaft groß: Gegenüber des am Dienstag ausgebrannten Schreibwarengeschäft Hanrieder an der oberen Bahnhofstraße hat etwa eine Stammkundin in der Parfümerie „Petit Flair“ bereits ein Sparschwein für Spenden aufgestellt.

Brand in Gautinger Geschäft - Ein Duftpröbchen als Dank für die Spende

Durch den Großbrand, bei dem glücklicherweise kein Mensch zu Schaden kam, verlor das Einzelhändler-Ehepaar Katrin (33) und Johannes Hanrieder (36), Eltern einer sechsjährigen Tochter und eines elf Wochen alten Sohnes, seine Existenzgrundlage. Als am Mittwoch eine Stammkundin vorgeschlagen habe, in der Parfümerie gegenüber ein Sparschwein für die Familie Hanrieder aufzustellen, „fanden wir die Idee toll“, erzählt die Angestellte Jutta Vogel. Die „unbürokratische“ Hilfs-Aktion mit dem Sparschwein kommt sehr gut an: Nicht nur Kunden, auch Freunde der Familie Handrieder kommen und geben etwas. Jeder, der den Frosch füllt, bekommt als kleines Dankeschön ein Duftpröbchen oder einen Kugelschreiber in Lippenstiftform.

Unser Starnberg-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus Ihrer Region. Melden Sie sich hier an.

Brandursache war ein technischer Defekt

Diese große Hilfsbereitschaft der Gautinger mache sie sprachlos, aber es sei natürlich „auch etwas peinlich“, sagt Katrin Hanrieder auf Nachfrage. Laut Kriminalpolizei stehe jetzt jedenfalls die Brandursache fest, so die bei ihrem Mann angestellte Ehefrau, die am Dienstagvormittag selbst im Laden stand. Es war ein technischer Defekt. Sie selbst habe zunächst Qualm gerochen, der im rückwärtigen Büro hinter dem Kühlschrank hervorgekommen sei. Ein anwesender Kunde sei gleich rüber zum Naturkostladen gelaufen, um einen Feuerlöscher zu holen.

Lesen Sie auch: Die Bilanz der Gautinger Polizei 2022

Doch der Schreibwarenladen mit Papier, Zeitschriften, Zeitungen, lagernden Paketen und Tabakwaren stand im Nu in Flammen. Jetzt seien erst einmal die Gutachter am Zuge, um den Gesamtschaden zu beziffern. Den Verdienstausfall und die Inventarliste mit verbrannter Ware melde ihr Mann der Versicherung. Doch die Frage sei, wann die bezahle. Laut Hausverwaltung dauere es zudem „sechs bis neun Monate“ bis der ausgebrannte Schreibwarenladen „wieder instandgesetzt ist.“

Nach Brand in Gauting - Ein Lotto-Provisorium wird bald kommen

Die Lotto-Gesellschaft würde in der Übergangszeit einen Verkaufswagen mit Lotto-Terminal bereitstellen, sagt Katrin Hanrieder. So bleibe man „für die Gautinger minimal präsent“. Im Bahnhofs-Bereich suche die Gemeindeverwaltung bereits nach einem Platz, um den sechs Meter langen Lotto-Verkaufswagen vorübergehend aufzustellen. Denn weder ihrem Mann, „einem Arbeitstier“, noch ihr läge es, monatelang „herumzusitzen“, bis der ausgebrannte, von ihrem Schwiegervater gegründete Schreibwarenladen wieder bezugsfertig ist, erklärt Katrin Hanrieder. Deshalb freuten sie sich so sehr über die Unterstützung der Gautinger auf allen Kanälen, aber auch aus dem Rathaus.

Lesen Sie auch: Unterbrunn: Ein gefährliches Eck wird entschärft

Auch auf Facebook ist die Betroffenheit groß. In der Gruppe „82131 Gauting“ wird eifrig diskutiert, ob und wie man am besten helfen kann. Am Ende der Woche hat die Junge Union Gauting angekündigt, ein Konto einrichten zu wollen. „Wir möchten eines unserer Gautinger Schreibwarengeschäfte, aber vor allem die Familie in einer solch schweren Zeit gerne unterstützen“, heißt es in dem Post. Christine Cless-Wesle

Noch mehr aktuelle Nachrichten aus dem Landkreis Starnberg finden Sie auf Merkur.de/Starnberg.

Auch interessant

Kommentare