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Zwei Inseln sollen im geplanten Gautinger Gewerbegebiet bebaut werden.

Gewerbeflächen

Neue Fakten und Alternativen zum Eco-Park

Ist der Eco-Park im Unterbrunner Holz alternativlos? Mit dieser rhetorischen Frage lockten Bund Naturschutz und Grüne viel Publikum ins Gautinger Bosco. Die Veranstalter sind sich sicher: Es gibt Alternativen.

Gauting Neue Fakten zum geplanten Gautinger Gewerbegebiet Eco-Park im Unterbrunner Holz legten Sachverständige bei einer Veranstaltung von Bund Naturschutz und den Grünen auf den Tisch. Den Veranstaltern des Abends im Bosco ging es darum, alternative Standorte aufzuzeigen. In Nachbarschaft zum Gilchinger Gewerbegebiet Süd will die Gemeinde Gauting zwei kreisförmige und begrünte Gewerbeflächen anlegen und auch Geothermie dort verwirklichen.

Günter Schorn, Kreischef des Bund Naturschutz, warf der Gemeinde Gauting vor, nach drei Jahren der Planung noch keine „artenschutzrechtliche Prüfung“ vorgenommen zu haben. Im Planumgriff lebten elf Fledermausarten, streng geschützte Zauneidechsen und neun bedrohte Schmetterlingsarten. Die Untere Naturschutzbehörde bemängele die Planung als „minimalistisch, wenn nicht gar unvollständig“. Denn das Vorhaben habe „nachhaltige Umweltauswirkungen“, sagte Schorn. Deshalb sei die Untere Naturschutzbehörde gegen die Herausnahme von 59 Hektar aus dem früheren Grünzug. Auch 20 Hektar landwirtschaftliche Fläche gingen verloren. „Reelle Alternativstandorte“ zum Unterbrunner Holz habe Gauting nur „oberflächlich“ geprüft.

Allein 19 Vogelarten habe er bei einem Zwei-Stunden-Spaziergang im April entdeckt, berichtete Ornithologe Manfred Siering. Zwar schreibe die Gemeinde auf ihrer Internetseite, dass 22 Hektar geschädigte Fichtenmonokultur mit dem Faktor 1:1 durch „hochwertigen“ Bannwald ersetzt werde, erläuterte Forstsachverständiger Dr. Rudolf Nützel. Im Unterbrunner Holz gebe es auch 0,9 Hektar Mischwald mit alten Buchen. Angesichts des Klimawandels mit Stürmen, Schneebruch, Tropennächten mit 20 Grad Celsius, Dürre und Borkenkäferbefall „müsste man ein Waldbegehren starten“, forderte der Forstsachverständige den Erhalt des „vierfach geschützten“ Erholungswaldes vor der Gilchinger Haustür.

Mangels Geld in der Gemeindekasse „haben wird uns 2016 zum ökologischen Gewerbegebiet hinreißen lassen“, räumte Grünen-Gemeinderat Heinrich Moser ein. Inzwischen entwickle die Gemeinde aber auch den Handwerkerhof an der Ammerseestraße sowie das 9,5-Hektar-Gewerbegebiet westlich der Asklepios-Klinik. Moser präsentierte eine neue Variante für den Eco-Park: Die geplanten Kreisel sollten nach Osten zur Straße hin verschoben werden – auf Gilchinger Flur. Damit entstünde ein „interkommunales Gewerbegebiet.“ Und das Unterbrunner Holz bliebe erhalten. „Wir sollten uns landkreisweit zusammenschließen“, forderte Martina Neubauer (Grüne). Bei Gut Schorn an der A 95 entwickle die Asto-Group für Starnberg das gleiche Gewerbegebiet wie für Gauting – „mit den gleichen Eingriffen in den Bannwald“.

Von Christine Cless-Wesle

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