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Spitzbübisch und verschmitzt grinsen die Unterbrunner Maibaumdiebe in die Kamera. Im Landkreis Ebersberg haben sie ihren mittlerweile 66. Baum geklaut. Und das muss es heuer noch nicht gewesen sein.

Brauchtum

Hier ist Maibaum Nr. 66

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Bei den Unterbrunnern Maibaumdieben muss man mit allem rechnen. Sie haben heuer doch noch einen Baum geklaut, den 66. Und sind noch heiß auf weitere Beutezüge.   

Unterbrunn – Hund san’s scho, die Unterbrunner Burschen. Geht nicht, gibt’s nicht, scheint die Devise der umtriebigen Maibaumklauer zu sein. Bis zum 1. Mai war ihnen nichts gelungen, wie berichtet. Aber aufgegeben haben die Unterbrunner nicht, sie haben ihren Wirkungskreis einfach erweitert. Mit Erfolg. In der Nacht zum gestrigen Donnerstag wurde ein Spähtrupp der Burschen fündig – im Landkreis Ebersberg. Um 2.30 Uhr hatte eine etwa 45 Mann starke Mannschaft den Maibaum im Griff, eineinhalb Stunden später wurde das Beutestück, es ist das insgesamt 66., in Unterbrunn begrüßt und ins Versteck gebracht.

Oberbursch Hermann Geiger musste sich den Coup von seinen Kameraden erzählen lassen. Er selbst war nicht in der Lage, beim Diebstahl aktiv einzugreifen, hatte er sich doch einen Muskelbündelriss im rechten Unterschenkel zugezogen. So wusste er, dass der ausgespähte Maibaum, der zuvor streng bewacht worden war, in der Nacht zum Donnerstag unbeaufsichtigt in einer Halle lagerte. Rasch mobilisierten die Späher die Truppe, die den 18,5 Meter langen Baum aus der Halle in Oberndorf zogen – unbehelligt.

Die Oberndorfer Feuerwehr hat den Maibaum fertiggestellt. Nicht für sich, sondern für einen „Kunden“ aus Schwabing. Dort soll er auch am Samstag aufgerichtet werden. Also wurde nicht lange gefackelt, um die Auslöse zu verhandeln. Um 20 Uhr hat sich gestern Abend ein Teil der Maibaumdiebe auf den Weg nach Oberndorf gemacht. Der andere Teil wartete in Unterbrunn auf das Okay, dass die Verhandlungen erfolgreich waren. Dann werden sie den Baum noch in der Nacht zurück in den Landkreis Ebersberg gebracht haben.

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