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Ausgerechnet in alter Lungenklinik: 200 Menschen feiern illegale Halloween-Party und hinterlassen Ekel-Spuren

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Von: Katharina Haase, Franziska Konrad

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Überrreste der illegalen Halloween-Party im alten Klinik-Gebäude in Gauting.
Überrreste der illegalen Halloween-Party im alten Klinik-Gebäude in Gauting. ©  Andrea Jaksch

Trotz Corona-Auflagen haben etwa 200 Menschen in einem alten Gebäude der Asklepios-Klinik in Gauting eine Halloween-Party gefeiert. Die Schäden sind groß.

Update vom 05. November 2020: In der Nacht auf Sonntag fand in den Gängen der alten Asklepios-Klinik in Gauting (Starnberg) eine illegale Feier statt. Die verlassenen Gebäude, die neben gelegentlicher Film-Kulisse auch als Lager-Ort fungieren, wurde zum Party-Raum für 200 Feierwütige, die sich, trotz Corona-Auflagen, über die Foto-App Instagram zu einer Halloween-Party verabredet hatten. Die Feier wurde aufgelöst, gegen 15 junge Menschen, die offenbar als Organisatoren gelten, wird nun polizeilich ermittelt. Nicht nur, dass die Feiernden gegen geltende Corona-Regeln verstoßen und sich und somit unzählige andere Personen einer erhöhten Infektionsgefahr ausgesetzt haben - auch in der Party-Location selbst haben die jungen Menschen Spuren hinterlassen - und keine schönen.

Gauting/Starnberg: Illegale Halloween-Party in altem Klinik-Gebäude - Wut über Dreistigkeit

Neben Urinflecken, angesprayten Graffitis und großen Mengen Müll haben die Party-Gäste sich offenbar auch an den Utensilien für ein 250-Bett-Hilfskrankenhaus zu schaffen gemacht, die in dem stillgelegten Klinik-Gebäude lagern. In den Räumen in denen am Samstag Vampire, Hexen und Zombies miteinander feierten, war einst eine Lungenfachklinik. Dass ausgerechnet dort eine illegale Feier zu Corona-Zeiten stattfand - ein doppelter Hohn. Dass die Feiernden aber auch womöglich dringend benötigte Materialien wie Kopfkissen oder Pflegemittel, die die Regierung dem Landkreis Starnberg zur Verfügung gestellt hatte, zerstörten oder teilweise auch mitnahmen, zeugt von einer Rücksichtslosigkeit, die wütend macht.

Asklepios-Klinik Gauting: Illegale Party aufgelöst - Feiernde über Instagram verabredet

Klinik- und Kreisverterter begutachten gemeinsam die entstandenen Schäden. Die Stimmung liegt zwischen Verärgerung über die Dreistigkeit der Veranstalter und leichter Bewunderung für die vollbrachte Planung. „Man muss ja wissen, dass das leer steht und diese Infrastruktur aufbauen“, so Kreisbrandrat Peter Bauch auf dem Weg ins Obergeschoss verwundert im Starnberger Merkur. Den Schmutz und die Schäden zu beseitigen könnte den 15 Verantwortlichen noch teuer zu stehen kommen. Nach Freigabe der Klinik durch die Polizei soll eine Reinigungsfirma die Zustände wieder ordnen - die Rechnung geht an die Party-Veranstalter.

Ebenfalls ärgerlich: Um in das Haus zu kommen, mussten die jungen Leute Türen und Fenster kaputt machen. Auch dieser Schaden muss wohl behoben werden. Womöglich könnte künftig ein Wachdienst beauftragt werden der weitere illegale Partys oder sonstige Eindringlinge verhindert. An der Stelle der stillgelegten Fachklinik sollen irgendwann einmal Wohnungen für Klinikmitarbeiter entstehen. Ob die Gebäude dafür aber abgerissen werden müssen, steht noch nicht fest.

Erstmeldung vom 04. November 2020

Gauting – Feiern bis zum Morgengrauen, von Club zu Club ziehen und die Happy Hour auskosten: In Zeiten der Corona-Pandemie wirkt das alles wie eine längst vergangene Erinnerung. Doch nicht jeder hält sich an die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus*. Erst vor wenigen Tagen stieß die Polizei in Gauting (Landkreis Starnberg) auf eine illegale Halloween-Party auf einem Klinikgelände. Dort feierten nicht nur etwa 200 Menschen in einem leerstehenden Gebäude - sondern brachen auch noch in ein Pandemie-Lager ein.

Gauting/Bayern: 200 Leute feiern illegale Halloween-Party

Nach und nach kam die Polizei dem illegalen Partyvolk auf die Schliche. In den frühen Morgenstunden erfuhr die Gautinger Polizei von der unerlaubten Feier. Bereits kurz vor dem Krankenhaus stachen den Beamten mehrere junge Leute ins Auge. In dem ehemaligen Klinikgebäude stießen sie auf eine wummernde Musikanlage, flackernde Lichter, verräterischer Alkoholdunst in der Luft - und eine Menschenansammlung.

Coronavirus: Als die Polizei eintrifft, flüchten die Partygäste

Mit dem Eintreffen der Polizei suchten die Feierwütigen jedoch schleunigst das Weite: Sie sprangen aus den offenen Fenstern und flüchteten in den nahe gelegenen Wald. Zutritt verschafft hatten sich die Feiernden wohl über die Fenster. Insgesamt neun Polizeistreifen waren bei dem Vorfall im Einsatz. Sie umstellten das Haus und die Räumlichkeiten. Doch die Suche nach einem Verantwortlichen blieb erfolglos.

Verabredet hatten sich die jungen Leute wohl über die Instagramseite „089Party“. Tickets wurden für 15 Euro über den Anbieter Eventticket verkauft, die Gästeliste umfasste rund 200 Namen.

Illegale Corona-Party: Junge Leute verabredeten sich über Instagram

Als die Beamten im Anschluss das Gebäude absuchten, erwartete sie eine böse Überraschung: Unbekannte hatten auf dem Gelände ein Lager der Abteilung Katastrophenschutz aufgebrochen und Teile eines mobilen Krankenhauses für Katastrophenfälle gestohlen. Wegen der Corona-Pandemie bunkert der Landkreis Starnberg unter anderem fast eine Million Masken. Die genaue Schadenssumme des Diebstahls konnte eine Sprecherin des Landratsamtes am Tag nach der Tat nicht beziffern.

Illegale Party: Unbekannte brechen in Pandemie-Lager ein

Immerhin: Ein Teil der - teilweise verkleideten - Partygäste ging den Beamten ins Netz. Die 15 Personen im Alter zwischen 15 und 28 Jahren erwarten nun Anzeigen wegen Hausfriedensbruch und Verstoß gegen die Corona-Regeln*.

Corona: Kleiner Teil der illegalen Partygäste geht der Polizei ins Netz

Der „Lockdown-Light“ gilt auch in München*. Fotos einer U-Bahn im Innenstadtbereich zeigen jedoch krasse Szenen. Darauf reagiert die MVV. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie rät die Politik zur Grippe-Impfung. Doch Patienten, Ärzte und Apotheker klagen über Engpässe. In München spitzt sich die Lage mittlerweile zu. (kof) tz.de ist Teil des Ippen-Digital Netzwerks.

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