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Unterstützung für sein Festival erhält Matthias Helwig von Christiane Lüst und dem Komponisten und Musiker Rainer Bartesch (v.l.).

Fünf-Seen-Filmfestival

Gutscheine als Dank für Online-Spenden

Erst hat der Gautinger Gemeinderat eine Erhöhung des Zuschusses für das Fünf-Seen-Filmfestival auf 15 000 Euro verweigert. Dann hat Organisator Matthias Helwig verärgert auf den angebotenen 5000-Euro-Zuschuss verzichtet. Von privater Seite haben sich Sponsoren gefunden, die das mittlerweile zweitgrößte Filmfest in Bayern unterstützen wollen.

Gauting– Unter fsff.oeko-und-fair.de haben Christiane Lüst und Karl Heinz Jobst vom Gautinger Umweltzentrum ein „Crowdfunding-Portal“ gestartet. Helwig äußerte sich darüber gestern beim Pressegespräch glücklich – und drückte seine Verwunderung über die Debatte bei den Haushaltsberatungen aus. Vor allem CSU-Gemeinderat Benedikt Kössinger hatte sich ereifert, dass der Kinobetreiber mit einem 5000 Euro-Zuschuss nicht zufrieden ist. Seine Mutter, Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger, habe Helwig vorgeworfen, warum er nicht einsehen wolle, dass Gauting kein Geld habe, berichtet der Festivalleiter. Das habe er in seinem Zuschussantrag durchaus berücksichtigt, sagt Helwig, und lediglich 15 000 Euro beantragt.

Budget von 306 000 Euro kalkuliert

Das Budget für das Fünf-Seen-Filmfestival wächst von Jahr zu Jahr. Denn auch das von Helwig vorbereitete Programm wird von Jahr zu Jahr umfangreicher. Heuer kalkuliert der Gilchinger mit 306 000 Euro. Etwa ein Drittel der Ausgaben wird durch Eintrittsgelder und den Verkauf von Gutscheinen und Katalogen erwirtschaftet – wenn das Wetter mitspielt. Im vergangenen Jahr ging die Rechnung nicht ganz auf. Trotz sommerlicher Temperaturen von um die 35 Grad tagsüber verhagelten heftige Gewitter die Abendveranstaltungen an zwei Tagen fast komplett. Nach Helwigs Angaben büßte er fast 20 000 Euro bei den Eintrittsgebühren ein. Statt kalkulierter 132 000 Euro wies die Schlussrechnung nur knapp 104 000 Euro an Einnahmen aus. 

Defizit von mehr als 30 000 Euro in 2017

Insgesamt hatte Helwig voriges Jahr ein Defizit von gut 30 000 Euro zu tragen. Das kann er sich nicht jedes Jahr leisten, denn sonst würden womöglich seine Breitwand-Kinos in eine finanzielle Schieflage geraten, argumentierte er in den Anträgen an seine bisherigen Sponsoren, die Zuwendungen zu erhöhen. Die meisten Zuschussgeber seien dieser Argumentation gefolgt und hätten ihre Unterstützung aufgestockt, so Helwig. So erhalte das Festival vom Freistaat 40 000 statt bisher 30 000 Euro. Der Landkreis gebe mit 20 000 Euro 8000 Euro mehr als im vergangenen Jahr, die Stadt Starnberg habe ihren Zuschuss von bisher 20 000 Euro ebenfalls erhöht, und zwar auf 30 000 Euro. Nur im Hauptspielort Gauting hat Helwig nicht punkten können. In den Haushaltsberatungen haben einige Gemeinderäte, wie berichtet, deutlich gemacht, dass die Gemeinde nicht einen Gewerbebetrieb bezuschussen werde. Statt der beantragten 15 000 Euro beließ es der Gemeinderat bei 5000 Euro und damit bei der Summe, die auch schon im Vorjahr bewilligt worden war.

150 von 250 Vorstellungen in Gauting

Weil er in Gauting sein eigenes Kino gebaut habe, sei die Gemeinde mittlerweile Hauptort des Festivals. Auch heuer sollen 150 der 250 Vorstellungen in Gauting stattfinden. Das Festival sei also auch ein Wirtschaftsfaktor für die Gemeinde, argumentiert Helwig, daher empfinde er im Vergleich dazu einen 5000-Euro-Zuschuss als lächerlich.

Ein Merkur-Leser habe auf das Zuschuss-Hick-Hack spontan reagiert – und 250 Euro fürs Filmfest gespendet. Das war der Auslöser für die Crowdfunding-Aktion von Christiane Lüst. Mit im Boot ist auch Filmkomponist Rainer Bartesch aus Maising: Er wird die Gage eines Konzertes, das er am Samstag, 24. März, in der Pöckinger Kirche gibt, für das Festival spenden. Helwig will sich bei den Online-Spendern mit Gutscheinen fürs Filmfest bedanken. 

Von Christine Cless-Wesle

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