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Ein neues Leben schenkt Tulku Khyungdor Rinpoche (vorne r.) etwa 2000 Bachforellen, die e r in der Würm aussetzen wird. 

Zum sechsten Mal

Dank buddhistischem Verein: Neues Leben für 2000 Forellen in der Würm

Ein buddhistischer Meister zelebriert ein traditionelles Ritual zum sechsten Mal im Gautinger Schlosspark: 2000 Bachforellen werden in die Würm gelassen. 

Gauting – Im Buddhismus ist es ein großes Thema, anderen Lebewesen Leben zu schenken. Es ist eine Form des Mitgefühls, das der lebenschenkenden Person die eigene Lebenskraft verlängert. Aus diesem Grund entlassen Buddhisten oft gefangene Tiere in die Freiheit. Auch in Gauting wird dieses Ritual vollzogen – zum mittlerweile sechsten Mal.

Der Verein Long Yang lädt Groß und Klein in den Park von Schloss Fußberg zu einer traditionellen buddhistischen Puja inmitten der Natur ein. Der Höhepunkt ist das Freilassen von etwa 2000 Bachforellen in die Würm, an dem Besucher aktiv teilnehmen können. Zu der Zeremonie werden nach Angaben von Alexa Schaegner, Pressereferentin des Vereins, hunderte Gäste erwartet.

Am Sonntag, 4. August, zelebriert Tulku Khyungdor Rinpoche, ein deutscher buddhistischer Meister, auch der weiße Lama genannt, ab 17.30 Uhr das traditionelle Tshethar Ritual im Schlosspark. Tshethar bedeutet auf Tibetisch „Freiheit geben“ und setzt sich zusammen aus den Silben „Tshe“ (Leben) und „Thar“ (befreien / Befreiung). Lebewesen ihr Leben in Freiheit zurückzugeben ist in der buddhistischen Mahayana-Tradition ein Akt der Großzügigkeit, der Mitgefühl und Weisheit voraussetzt und die eigene Lebenskraft stärkt. Alexa Schaegner: „Indem man anderen hilft, hilft man sich selbst.“ Mit dieser Motivation werden zum Tshethar Ritual vom Tod bedrohte Tiere – in diesem Fall Bachforellen – freigekauft und in die Freiheit entlassen.

Während der Zeremonie wird Tulku Khyungdor Rinpoche spezielle Mantras und Dharanis rezitieren, die der Lebenskraft der zu befreienden Tiere dienen. Schaegner: „Durch die Kraft der Zeremonie empfangen die Bachforellen den Segen und die Ermächtigung für ihr neues Leben in Freiheit.“ Auch auf die Besucher, insbesondere diejenigen, die zur Befreiung beitragen, sollen diese Rezitationen einen vitalisierenden Effekt haben. Die gesegneten Fische werden in ihr neues Leben in die Würm entlassen.

Die Besucher des Rituals können sich aktiv daran beteiligen, indem sie eine gewünschte Anzahl von Fischen erwerben (3 Euro pro Fisch) und freilassen. Der Kauf der Fische ist vorab über die Internetseite des Vereins (siehe Kasten) und vor Ort möglich.

Einlass ist ab 16 Uhr, das Ritual beginnt um 17.30 Uhr und endet gegen 20 Uhr. Eine Anmeldung ist möglich per E-Mail an info@long-yang.org und unter 01 79/2 93 89 52.

Der Verein Long Yang

Der Verein Long Yang ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in München und Kathmandu, Nepal. Neben ökologischen und sozialen Projekten engagiert er sich vor allem für die Förderung und den Erhalt der ursprünglichen buddhistischen Praxistraditionen des Himalayas. Mit der Akasha Academy, die im Osten Kathmandus aufgebaut wird, entsteht ein Ort, an dem das gesammelte spirituelle und medizinische Wissen kultiviert und praktiziert werden kann. Infos unter www.long-yang.org.

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Damit Waldbrände in Syrien bekämpft werden können,spendeten die Gautinger Feuerwehrler einen ausgemusterten Einsatzwagen an den Verein „Orienthilfe“. Bald wollen zwei Vereinsmitglieder das Fahrzeug nach Syrien abtransportieren.

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