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Das Ohr am Radfahrer und Fußgänger

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Ein besseres Miteinander ist das Ziel in Gauting.
Ein besseres Miteinander im Verkehr ist das Ziel in Gauting. © Uli Deck/dpa +++ dpa-Bildfunk

Verständnisvolles Miteinander im Verkehr ist das erklärte Ziel: Ein Zwischenbilanz des im Jahr 2021 gegründeten Arbeitskreises Mobilitätswende zogen der Gautinger Umweltbeauftragte Wilhelm Rodrian und Mobilitätsreferent Florian Egginger (CSU) in der jüngsten Sitzung des Gautinger Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschusses.

Gauting - Der Arbeitskreis hat sich zu einem Forum für etwa 20 interessierte Gautinger entwickelt. Auch Gewerbebetreibende waren beteiligt. In der ersten öffentlichen Sitzung vor einem Jahr stand der ruhende Verkehr im Fokus. Spielstraßen und Mobilitätskonzepte waren weitere Themen. Im Dialog mit Bürgern habe er auch vermittelt, wo die Grenzen der Gemeinde liegen, bilanzierte Rodrian. Denn: An den Durchgangsstaatsstraßen (Münchener, Starnberger, Ammersee- und Bahnhofstraße im unteren Abschnitt bis Kriegerdenkmal) „haben wir keine Autorität“. Der Arbeitskreis Mobilität habe auch die Kampagne „Gauting miteinander – fair im Verkehr“ initiiert.

„Was läuft schon gut?“, wurde gefragt. Die Bürger hätten breite Gehsteige im Ortszentrum gelobt, die gute Radverbindung mit dem „Miteinander-Weg“ durchs Grubmühlerfeld, aber auch, dass Autofahrer an den Inseln anhalten, damit Fußgänger queren können, erklärte Egginger. Eine gewisse Sicherheit böten die sehr gut angenommenen Radschutzstreifen an der Bahnhof- sowie an der Münchener Straße. Den Radweg Gauting-Neuried zur U-Bahn Fürstenried West bewerteten die Bürger positiv; ebenso den barrierefrei ausgebauten Bahnhof Stockdorf, den gut funktionierenden Expressbus X910. Doch leider werde der neue Expressbus „schlecht angenommen“, bedauerte Egginger. Positiv bewertet wurden die Schülerlotsen sowie die kostenfreien Parkmöglichkeiten beim Einkauf. Besonders Seniorinnen, „die nicht mehr so gut zu Fuß sind“, seien teils aufs Auto angewiesen.

Bemängelt hätten die Bürger, „dass wir keine breiten Radwege nach Starnberg“ haben oder über den Wald bis Stockdorf, so der Mobilitätsreferent. Fehlende Rücksichtnahme von Autofahrern, die den vorgeschriebenen 1,50-Meter-Abstand zu Radlern nicht einhalten, wurden beanstandet. Schwächere Verkehrsteilnehmer fühlten sich „unsicher“ und wünschten eine Kampagne gegen die „Autoorientierung“ Gautings mit verbessertem Carsharing-Angebot auch in den Ortsteilen. Wie am „Miteinander-Weg“ im Grubmühlerfeld war Wunsch, das Wegenetz für Fußgänger zu verbessern. Fehlende Zebrastreifen für Fußgänger an der Ammerseestraße wurden beanstandet, aber auch geparkte Autos auf Fuß- und Radwegen oder Radschutzstreifen. Zu wenig Bäume, zu wenig Grün sowie fehlende Bänke für ältere Menschen im Ortszentrum hatten Bürgerinnen und Bürger auf der Negativliste. Das gilt auch für fehlende Fahrradständer an der oberen Bahnhofstraße. Radlerinnen mit Kinderanhänger stellten ihr Gefährt mangels Aufstellfläche auf den dortigen Gehsteig.

Der nächste öffentliche Termin des Arbeitskreises Mobilität zum Thema „öffentlicher Nahverkehr“ ist am kommenden Montag, 11. Juli, um 18 Uhr im Gautinger Rathaussaal. Thema ist dann der ÖPNV.  

Christine Cless-Wesle

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