Besucher strömen nach Gauting

Kornkreis bei Buchendorf: Das Phänomen im Weizenfeld und die bitteren Folgen für den Landwirt

Auf einem Weizenfeld bei Gauting ist ein Kornkreis „entstanden“. Der betroffene Landwirt versucht, aus dem materiellen Schaden das Beste zu machen. Das Phänomen lockt viele Schaulustige.

Buchendorf – „Ich habe erst vor einer Woche vom Kornkreis in meinen Weizenfeld erfahren“, sagt der Buchendorfer Landwirt Thomas Ruhdorfer im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Nachdem ihm ein Bekannter ein Drohnenluftbild zugeschickt hatte, stellte er fest: „Das ist ja mein Feld.“ Der völlig überraschte Landwirt macht aus der Not, die ihm der Ernteausfall beschert, nun eine Tugend: Er hat am Eingang zu dem mit Flatterband abgesperrten Kornkreis am Ortsende an der Forstenrieder Straße eine Spendenbox aufgestellt.

Gauting: Kornkreis im Weizenfeld - Landwirt muss Ernteausfall hinnehmen

Am Wochenende strömten schon die ersten Besucher nach Buchendorf. Darunter Esoteriker mit Autokennzeichen aus Berlin oder dem Schweizer Kanton Graubünden. Denn unklar ist nach wie vor, wie die akkurat gezirkelten Kreise entstehen. Eine junge Mutter hat sofort „wärmende Energien aus der Kornkreismitte“ erspürt: Mit Mann und Kind war die Frau aus Rosenheim angereist. Doch der Zweieinhalbjährige sei „zu wild“, um die Kraftfelder zu erspüren, sagte der Vater mit feinem Lächeln.

Kornkreis in Buchendorf lockt viele Besucher: Phänomen bislang unerklärlich

Auch Gärtner Helmut Klug, Gründer des Seeshaupter Schaugartens, war nach Buchendorf gefahren, um den Kornkreis an der historischen Römerstraße „Via Julia“ unmittelbar zu erleben. Er habe bereits Kornkreise in Raisting und Mammendorf sowie in Fischen am Ammersee besucht, sagt Klug. Er gehe schon davon aus, „dass die faszinierenden Kornkreise bei uns von Menschenhand gemacht werden“, und nicht, wie immer wieder behauptet, „von Außerirdischen gestaltet werden“.

Dieser Meinung ist auch Thomas Ruhdorfer. Den bereits der Polizei gemeldeten Schaden durch die umgebogenen Ähren beziffert der Landwirt auf mehrere tausend Euro. Den umgeknickten Weizen im feuchten Boden kann er nicht mehr ernten. Deshalb bittet er die Besucher um Spenden und Rücksicht, dass keine weiteren Ähren zertrampelt werden. Ein- und Ausgang zum Kornkreis hat er auch deswegen eindeutig beschildert.

Kornkreis in Buchendorf sorgt für Ernteausfall: Landwirt bittet um Spenden und Rücksicht

Am Samstag waren nur vereinzelt Besucher auf dem Feld anzutreffen. „Eine Freundin, die in der Gegend wohnt, hat mir davon erzählt“, sagte die Grafikerin Martina Müller aus München. „Sehr spannend, wie die drei Kreise mit den in eine Richtung ausgerichteten Ähren entstanden sind.“ Schön sei, „dass man darüber tüfteln und rätseln kann“. Die Stimmung zwischen den Menschen, die sie treffe, sei „neugierig, gesprächsoffen und ruhig – fast wie in einer Kirche“. Im Leben gebe es „unerklärliche Dinge“ wie den britischen Kraftort Stonehenge, über dessen Entstehung Wissenschaftler bis heute mutmaßen. „Das fördert die Kommunikation“, fand Müller. Dass die Ähren wie festgeklebt am Boden liegen bleiben, sei ein Phänomen.

„Ich war zunächst sehr misstrauisch“, erklärte ihr Begleiter Thomas Piller. „Aber als ich die im Zentrum des Kornkreises wie ein Teppich verflochtenen Halme gesehen habe, konnte ich mir das nicht erklären. Ich blieb staunend zurück und habe keine Witze mehr gemacht“, sagte Piller und ergänzte: „Ich bin froh, dass ich hingefahren bin.“

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Christine Cless-Wesle

Rubriklistenbild: © Peter Kneffel

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