1. Startseite
  2. Lokales
  3. Starnberg
  4. Gauting

Deko kontra Leerstand

Erstellt:

Kommentare

Paradebeispiel für ein ansprechendes Schaufenster ist das von Elena Hartmann. Die Schneidermeisterin dekoriert den Schaukasten beim kleinen Biergarten des „Bollicine“ am Hauptplatz mit Papier-Kleider-Modellen.
Paradebeispiel für ein ansprechendes Schaufenster ist das von Elena Hartmann. Die Schneidermeisterin dekoriert den Schaukasten beim kleinen Biergarten des „Bollicine“ am Hauptplatz mit Papier-Kleider-Modellen. © Andrea Jaksch

Eigentlich sei die Nachfrage da, stellt Gautings Standortförder Dr. Fabian Kühnel-Widmann fest – und trotzdem gibt es aktuell viele Leerstände vor allem im Zentrum. Bestehende Betriebe locken Kunden mit außergewöhnlichen Schaufenstergestaltungen.

Gauting – In dieser Woche hat das Fahrradgeschäft „Bici Sport“ mit Werkstatt an der Starnberger Straße 21 mangels Lieferungen schließen müssen. Eigentlich boomt gerade das Geschäft mit Fahrrädern jeder Art, wenn man Ware hat. Leer steht in Gauting auch die ehemalige Bäckerei-Filiale, in die ein Fischgeschäft einziehen soll. Der Leerstand liege nicht an der Konkurrenz im Supermarkt im „Karls“, versichert Standortförderer Dr. Fabian Kühnel-Widmann auf Nachfrage. Die Eröffnung verzögere sich, da es beim Innen-Ausbau Schwierigkeiten mit Materiallieferungen gegeben habe. Die Eröffnung soll aber noch in diesem Jahr erfolgen. Leerstände gibt es mehr.

Das bisherige Ladenlokal „First Choice Pizza“ mit 200 Quadratmeter Fläche am südlichen Hauptplatz werde schon seit geraumer Zeit angeboten. Kühnel-Widmann habe auch schon einen Pop-up-Store vorgeschlagen. Doch da der Ende der 1970er-Jahre errichtete Wohn- und Geschäfts-Komplex mehreren Privateigentümern gehöre, „hat die Gemeinde da keinen Hebel“. Leerstand gebe es außerdem an der Hubert-Deschler-Straße. Nachdem die Heizungsbau-Firma Obereisenbuchner, aber auch die Steuerkanzlei ausgezogen sind, stünden derzeit Räume in Erdgeschoss und erstem Stock leer. Dabei sei die Nachfrage am Ort vorhanden, erklärt der Wirtschaftsförderer. Er habe immer wieder Anfragen von Handwerksbetrieben oder aus dem Lebensmittelbereich nach Flächen in Gauting.

Nachdem „Lore‘s Nähstübchen“ an die Bahnhofstraße umgezogen ist und der Stoffladen „Rose Skilts“ wegen drohender Abrissbirne sein Ladenlokal räumen musste (wir berichteten), gebe es aber auch Leerstand an der Starnberger Straße. Der Waschsalon werde nicht mehr betrieben, ebenfalls das nur kurzfristig eröffnete Küchenstudio nebenan und seit dieser Woche das „Bici Sport“. Leer stand auch der Blumenladen an der Gautinger Straße in Stockdorf. Glücklicherweise habe eine Agentur das Ladenlokal inzwischen gemietet, weiß der Standortförderer. Zudem: Im Vergleich zu den übrigen Würmtalgemeinden stehe Gauting noch ganz gut da.

Derweil werben die bestehenden Einzelhändler mit teils außergewöhnlich geschmückten Schaufenstern um Kunden, was auch den Standortförderer freut. Am luftig, sommerlichen Papier- Modellkleid mit Blumen von Schneidermeisterin Elena Hartmann freuen sich nicht nur ihre Kundinnen, sondern auch Passanten auf dem Weg zum Edeka am Hauptplatz: „Für mich ist das ein Toplage“, betont die Meisterin, die seit vier Jahrzehnten ihr Atelier mit Maßentwürfen und Änderungsschneiderei im ersten Stock der „Würmtal-Arkaden“ betreibt. Außer dem Schaukasten von Elena Hartmann am unteren Hauptplatz seien auch die beiden oben am Bahnhof vor dem Hotel „Simon“ stets ansprechend gestaltet, freut sich Kühnel-Widmann. Denn mit attraktiv gestalteten Schaufenstern wie auch dem des Fotografen Thomas Schuster oder des Schlosspark-Künstlers Sebastian Derksen floriert auch das Geschäft.

Christine Cless-Wesle

Auch interessant

Kommentare