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Warnung vor Erdrutschen: Es droht tagelang erhebliches Unwetter - Erster Schnee liegt in Bayern

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Den Brusthöhendurchmesser dieser Buche stellt Dr. Alexandra Wauer mit einem Zentimetermaßband fest. Diese Messung wird regelmäßig an ausgesuchten Bäumen an den Inventurpunkten vorgenommen.
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Den Brusthöhendurchmesser dieser Buche stellt Dr. Alexandra Wauer mit einem Zentimetermaßband fest. Diese Messung wird regelmäßig an ausgesuchten Bäumen an den Inventurpunkten vorgenommen.

Untersuchung auch im Lankreis Starnberg: „Dem Wald geht es immer schlechter“

  • Stephan Müller-Wendlandt
    vonStephan Müller-Wendlandt
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Die Bayerische Forstverwaltung hat 1983 erstmals den Gesundheitszustand der heimischen Wälder untersucht – als erstes Bundesland. Aber: Den Wäldern geht es immer schlechter. Das macht die Erhebung deutlich, die derzeit bayernweit und auch im Würmtal läuft.

Würmtal – Dr. Alexandra Wauer leitet die Landesinventur für die Waldzustandserhebung in Bayern. Sie ist in der Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft in Weihenstephan tätig. Derzeit prüft sie den Gesundheitszustand der heimischen Wälder – unter anderem zwischen Gauting und Pentenried. Zwei Drittel der Außenaufnahmen sind abgeschlossen. Es fehlen vor allem noch die Daten aus dem Hochgebirge. Dort sind die erforderlichen Messungen und Kontrollen wegen der besonderen typografischen Gegebenheiten entsprechend aufwendig.

An 314 sogenannten Inventurpunkten im Freistaat kontrollieren 36 speziell geschulte Försterinnen und Förster jährlich den Zustand von Laub und Nadeln der Waldbäume. Zudem werden Schäden erfasst, die durch Pilze, Insekten, Sturm, Hagel und Trockenheit entstanden sind. Die Messungen und Kontrollen sollen noch in diesem Monat abgeschlossen werden. Die Ergebnisse leitet Wauer als Berichtsentwurf im Herbst an den Landtag weiter. Sie werden auch im Internet veröffentlicht.

Die Inventurpunkte sind nach einem bestimmten Raster verteilt. Einer von drei Punkten im Landkreis liegt zwischen Gauting und Pentenried. Dort erklärte Wauer dem Starnberger Merkur, worauf es bei der Waldzustandserhebung ankommt.

„Das Wichtigste ist die Begutachtung der Baumkronen“

„Das Wichtigste ist die Begutachtung der Baumkronen“, sagt die promovierte Forstwirtin. Während das Grün der meisten Bäume im unteren und mittleren Bereich „gut im Saft steht“, sind bei einer Buche in der Krone wie zu Schiffchen geformte Blätter zu erkennen. Bei einem Ahornbaum hat sich das Blätterwerk in der Spitze gekräuselt. „Das sind Anzeichen für Trockenheit“, erläutert die Expertin. Folgen des trockenen Sommers 2019, eines niederschlagsarmen Winters und der Frühjahrstrockenheit.

Markus Noack, Förster des staatlichen Reviers Gauting, geht tiefer ins Detail. Auch die trockenen Jahre 2015 und vor allem 2018 wirkten noch nach. „Die Bäume benötigen einige Jahre, um sich zu erholen.“ Dafür sollte der Wald heuer einen kräftigen Schub bekommen. „Anders als die Regionen in Nordbayern können wir uns momentan nicht beschweren“, sagt Noack. Nach einem niederschlagsarmen April habe es ab Mai ausreichend und regelmäßig geregnet. Das sei vor allem für die Böden in der Münchner Schotterebene wichtig, die Feuchtigkeit nicht speichern könnten. „Heuer sollte es keine Trockenschäden geben“, hofft Noack. „Vorsichtig optimistisch“ ist der Förster, dass in diesem Jahr der Borkenkäfer in den Fichtenbeständen nicht die Oberhand erringt. Die Schäden seien bislang „sehr überschaubar und kein Vergleich zu den vergangenen Jahren“.

Das Resümee von Landesinventurleiterin Wauer: „Dem Wald geht es immer schlechter. Der Klimawandel schlägt zu, er ist kaum noch in den Griff zu bekommen“, fürchtet die Forstwirtin: „Es muss weltweit etwas passieren.“ Was kann der Einzelne zu einer Rettung des Waldes beitragen? „Weniger Autofahren, vor allem Hände weg von den Spritschluckern“, appelliert Wauer an die Vernunft ihrer Mitbürger. Der Güterverkehr müsse runter von der Straße auf die Schiene, und der Öffentliche Personennahverkehr müsse billiger und damit für die Autofahrer attraktiver werden.

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