+++ Eilmeldung +++

Traurige Corona-Nachricht: Winter-Tollwood abgesagt - obwohl es kurz zuvor noch Hoffnung gab

Traurige Corona-Nachricht: Winter-Tollwood abgesagt - obwohl es kurz zuvor noch Hoffnung gab
Gespräch mit Distanz: Landwirt Bernhard Högner beklagte sich über die zugeparkte Hauptstraße und darüber, dass Landwirte bei der Reßbach-Planung nicht eingebunden würden. Letzteres sagte Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger den Bauern zu.
+
Gespräch mit Distanz: Landwirt Bernhard Högner beklagte sich über die zugeparkte Hauptstraße und darüber, dass Landwirte bei der Reßbach-Planung nicht eingebunden würden. Letzteres sagte Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger den Bauern zu.

Verkehr und Reßbach-Planung

Bürgerversammlung: Den Unterbrunnern geht es zu langsam

Verkehr war ein Hauptthema bei der Bürgerversammlung in Unterbrunn. Nicht für alles gibt es eine Lösung.

Unterbrunn – Zunehmender Verkehr im Dorf war Thema Nummer 1 bei der Unterbrunner Bürgerversammlung am Montag in der Mehrzweckhalle mit etwa 40 Teilnehmern. Im Sommer habe es einen Ortstermin mit Behörden an der Gautinger Landstraße gegeben, sagte Andreas Heb von der Bürgerinitiative „Unterbrunn sicher lebenswert“. Zu Ideen für mehr Sicherheit für Kinder oder Radfahrer an den Einmündungen Am Angerberg und Frohnloher Straße „haben wir bis heute keine Rückmeldung“, beschwerte sich der Unterbrunner.

An der Einmündung Frohnloher Straße seien bereits neue Markierungen aufgebracht, antwortete Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger. Mit einem dicken weißen Balken auf der Fahrbahn würde der Radfahrer sehen, dass er am Stoppschild anhalten muss und nicht direkt in die Landstraße einfahren dürfe. An der Frohnloher Straße habe die Gemeinde eine Absenkung einbauen lassen, sodass auch ein breiter Mähdrescher um die Kurve kommt. Doch zuständig sei grundsätzlich das Landratsamt, für Umbauten wiederum das Staatliche Bauamt, betont Kössinger. Von der Kreisbehörde habe sie aber gerade die Nachricht erhalten, dass der Wunsch der Bürgerinitiative nach Tempo 30 „nicht erfüllt wird“. Es fehlten dafür die rechtlichen Voraussetzungen.

Aus Richtung Gauting auf Höhe des Gutshofs, wo der Radweg abrupt endet, sei der Einbau einer Insel für querende Fußgänger und Radler avisiert, auch zur Entschleunigung des Fahrzeugverkehrs. Vermessungen liefen bereits. „Wie viel Verkehr kommt vom künftigen Gewerbegebiet ,Gautinger Feld‘ durch Unterbrunn?“, fragte Bürger Axel Höpner. Aussagen zum Gewerbegebiet wären momentan „Lesen in der Glaskugel“, sagte Kössinger.

Empört war Landwirt Bernhard Högner, dass die Landwirte nicht in die Planungen zum hochwassersicheren Ausbau des Reßbachs eingebunden gewesen seien. Das Projekt Reßbach sei unterbrochen, weil der beauftragte Planer erkrankt war, antwortete die Bürgermeisterin. Aber die Landwirte würden eingebunden, sagte sie zu.

Högner hatte noch einen Punkt: Weil immer mehr Autos die Hauptstraße zuparkten, komme er mit seinem Erntefahrzeug nicht mehr durch. Dasselbe Problem habe er auf Feldwegen, auf denen immer mehr Radler unterwegs seien. Wegen des 1,5-Meter-Abstands könne er die nicht überholen. Das Parken an der Kurve beim Zehentstadel habe man entschärft, sagte Kössinger, sie will den Gasthäusern aber nicht die Parkplätze nehmen. Grundsätzlich müssten halt alle Verkehrsteilnehmer „aufeinander Rücksicht nehmen“.

Coronabedingt hat Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger ihren Rechenschaftsbericht 2020 auf www.gauting.de ins Netz gestellt: Bei der Unterbrunner Bürgerversammlung in der Mehrzweckhalle wurde ein knapp 27 Minuten langes Video abgespielt, das auf Youtube angeschaut werden kann. Kössinger beginnt mit personellen Änderungen im Rathaus, das umgebaute Einwohnermeldeamt mit E-Ticket-System und verbessertem Datenschutz bezeichnet sie als „Erfolg des Jahres 2020“. Derzeit leben in Gauting 21 309 Einwohner.

Viel Raum nehmen die Finanzen ein. Mit derzeit 12,5 Millionen ist die Kreisumlage der höchste Ausgabeposten. „Sie wird im nächsten Jahr höher ausfallen“, vermutet Kössinger. Der mit acht Millionen Euro kalkulierte Gewerbesteueranteil sinke um zwei Millionen Euro. Und die mit 16 Millionen angesetzte Einkommensteuer bricht voraussichtlich um 2,6 Euro Millionen ein.

Deshalb müsse Gauting seine Gewerbeentwicklung voranbringen: Die Flächen vom Handwerkerhof beim Pennykreisel an der Ammerseeestraße seien schon vergeben. 2021 werde die Erschließung gebaut, sodass sich die Betriebe dort ab 2022 ansiedeln könnten. Als nächstes Projekt nehme der Rat das Gewerbegebiet „Gautinger Feld“ neben der Asklepiosklinik in Angriff – für örtliche Unternehmen. Der bei der Nachbargemeinde Gilching umstrittene Gautinger „Asto-Eco-Park“ im Unterbrunner Holz werde 2021 neuen Entwicklungen angepasst. Ein weiteres kleines Gewerbegebiet für zwei Unternehmen baue Gauting am Sonderflughafen. Über das Gesamtverkehrskonzept werden Maßnahmen für Tempo 30 an der Römer-, Buchendorfer Straße in Gauting und in Buchendorf umgesetzt. Durch den neuen Radschutzstreifen am Bahnhofsberg verbessere sich die Situation für Radler.

Zum Siegerentwurf „Bahnhofsareal“ liefen derzeit Gespräche mit den Eigentümern. Nach intensiven Gesprächen mit den dortigen Anliegern und Eigentümern habe der Vorgänger-Rat den Bebauungsplan „Am Patchway Anger“ für bezahlbares Wohnen und Vollsortimenter beschlossen, aber: Der neue Rat fordert Änderungen. Am 20. Oktober werde die Ratsdebatte fortgesetzt.

Der im Leitbild gewünschte neue Treffpunkt Stockdorf mit Bürgerbüro und Gemeinde-Archiv „ist jetzt Realität“, freut sich die Bürgermeisterin. Im Garten des Unterbrunner Pfarrhofes finden neuerdings Trauungen unter freiem Himmel statt. Weitere Erfolge sind für Kössinger der Spatenstich zum Neubau des Waldorf-Kindergartens und die Digitalisierung der Schulen. Und die Kommune ist auf dem Weg zur „Energie-Effizienz-Kommune“, betont Kössinger

Christine Cless-Wesle

Auch interessant

Kommentare