Unternehmerfamilie im „Bäder-Showroom“: Carmen mit Mann Ernst Krebs, der die Leitung an seinen gleichnamigen Sohn Ernst und dessen Frau Christina Krebs übergab. Das Foto zeigt Ernst Krebs I., der 1936 als Kajak-Fahrer die Olympia-Goldmedaille gewann.
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Unternehmerfamilie im „Bäder-Showroom“: Carmen mit Mann Ernst Krebs, der die Leitung an seinen gleichnamigen Sohn Ernst und dessen Frau Christina Krebs übergab. Das Foto zeigt Ernst Krebs I., der 1936 als Kajak-Fahrer die Olympia-Goldmedaille gewann.

Installationsfirma

Die Generationswechsel-Profis aus Gauting: Sohn übernimmt bei Ernst Krebs

Es gibt sogar einen Olympiasieger in der Familie Krebs: Auch er führte die Installationsfirma in Gauting. Nun ist schon die fünfte Generation an der Reihe. Der Wechsel lief reibungslos.

Gauting – Bereits die fünfte Generation führt nun die Gautinger Traditionsfirma Ernst Krebs: Zum ersten Januar übergab Installations-, Spenglermeister und Heizungsbauer Ernst Krebs III. den Betrieb an der Münchener Straße seinem gleichnamigen Sohn und dessen Frau Christina. Legendär ist das Familienunternehmen wegen Ernst Krebs I. Nach dem Gautinger, der 1936 die Olympia-Goldmedaille im Einser-Kajak gewann, ist auch eine Straße am Ort benannt.

„Manche älteren Gautinger aus Sportlerkreisen kennen noch meinen 1970 verstorbenen Großvater“, sagt Ernst Krebs III. mit fröhlichem Lächeln beim Gespräch im Bäder-Showroom. Ein 104-jähriger Kunde habe ihm unlängst erzählt, „dass er mit meinem Opa in den Zwanzigerjahren viel beim Skifahren war.“ Krebs I., der Sohn des Firmengründers August Krebs, war nicht nur ein passionierter Handwerksmeister, sondern auch Extrembergsteiger und Skiläufer. Nach einem schweren Sturz in den Hohen Tauern verlegte sich der Gautinger Sportler aufs Kajakfahren – und holte bei der Berliner Olympiade Gold.

Das Unglück auf dem Hausdach gegenüber

„Das Unglück war da drüben“, sagt sein 55-jähriger Enkel und deutet vom Showroom aufs benachbarte alte Gautinger Polizeigebäude: Bei Dach-Reparaturarbeiten fiel sein Großvater dort am 21. Juli 1970 von der Leiter und erlag seinen Verletzungen. Noch im selben Jahr benannte der Gemeinderat eine Straße in der „Klein-Jerusalem“-Siedlung nach dem berühmten Kajak-Fahrer. Wie Krebs I. „ging auch mein Vater viel ins Gebirge“, erzählt Krebs III. Der Spenglermeister Ernst Krebs II. übernahm die Firma nach dem Tod seines Vaters und eröffnete 1978 die Bäder-Ausstellung an der Münchener Straße. „Damals war das eine der ersten im ganzen Umkreis“, berichtet der Gautinger. Und mit dem Einbau der ersten Sonnenkollektoren in den 1970er-Jahren „leistete mein Vater Pionierarbeit“. Doch dessen Einsatz als Gemeinderat der Unabhängigen Bürger Gauting (UBG) sei für das Geschäft schwierig gewesen. Da sich die UBG für die erbittert bekämpfte Nordbrücke einsetzte, verlor man Kunden aus dem ans Grubmühlerfeld angrenzende Wohngebiet.

Mitte der 1990er übergab wieder der Vater den Betrieb in alter Tradition an seinen Sohn, den Spengler- und Heizungsbaumeister Ernst Krebs III. und seine Frau Carmen: Das Paar hatte 2005 die „Energiespartage Gauting“ im Rathaus auf die Beine gestellt. Und 2010 wurde „100 Jahre Ernst Krebs in Gauting“ groß gefeiert. Im Wohnhaus nebenan lebte der demenzkranke Vater bis zu seinem Tode an Heiligabend 2019.

Der Generationswechsel funktioniert wie am Schnürchen: Ernst Krebs IV., 33, der auf den Sanitär- und Heizungsbaumeister noch die Elektrotechnik-Expertise draufsattelte, leitet nun den florierenden Betrieb mit 25 Mitarbeitern. „Wir machen Komplett-Bad-Sanierungen aus einer Hand – inklusive Elektrik“, erklärt er. Seine Frau Christina, gelernte Industriekauffrau mit Zusatz-Diplom „Badgestalter“ ist auch für den Showroom zuständig. Und damit für die Stehlampe in Gold-Schwarz, das schlichte Handwaschbecken aus massivem Natur- Travertinstein, den hohen Heizkörper aus glänzenden Aluröhren und die große weiße Keramik-Badewanne. Die Auftragsbücher fülle derzeit allerdings vor allem Funktionales: der behindertengerechte Umbau von Bädern.

Christine Cless-Wesle

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