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Ein bisschen Adventsgefühl in Stockdorf

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Wunderschöne Kränze und noch viel mehr gab es beim Handwerkermarkt in Stockdorf. Am Stand von Marianne Mück ist Erika Wolff-Muscate aus Gauting (l.) fündig geworden.
Wunderschöne Kränze und noch viel mehr gab es beim Handwerkermarkt in Stockdorf. Am Stand von Marianne Mück ist Erika Wolff-Muscate aus Gauting (l.) fündig geworden. © Dagmar Rutt

Bevor das gesellschaftliche Leben gefühlt wieder zum Erliegen kommt, fand in Stockdorf noch der Handwerkermarkt des Eltern-Kind-Programms im Hof der Alten Schule statt.

Stockdorf – Köstlicher Duft von frisch gebrannten Mandeln steigt den Besuchern einladend in die Nase. Und in der Jurte lauschen zehn Kinder einem afrikanischen Märchen von Geschichtenerzählerin Carola Bambas: „Ich finde es so schön, dass der vor einem Jahr wegen Corona ausgefallene Handwerkermarkt stattfindet“, freut sich Julia Baumeister. Samstagmittag: Lachend sausen ein paar Mädchen und Buben auf der Außenrutsche in den weichen Sand. Am Kaffeestand gibt’s hausgemachten Marmorkuchen. Nasula (18) und Wahide (16) rühren geduldig die erhitzte Zuckermasse im Kupferkessel über der heißen Flamme für gebrannte Mandeln. Unten in der Kindernähwerkstatt ist Hochbetrieb. „Zwölf Ehrenamtliche sind im Einsatz, aber auch EKP-Gruppenleiterinnen, die beim Auf- und Abbau vom Markt mit Märchenjurte und Second-Hand-Weihnachtsschmuck mithelfen“, sagt EKP-Geschäftsführer Florian Saller.

Weil die Christkindlmärkte in Stockdorf und Gauting bereits zum zweiten Mal der Pandemie zum Opfer fallen (wir berichteten), sind die Kunst-Handwerker in der Alten Schule umso glücklicher, dass sie hier nach der 3-G-Regel „noch eine Chance haben“, erklärt EKP-Kunstpädagogin Petra Bezdek. Wunderschöne Werke aus Naturmaterialien gibt‘s zu entdecken: Im Hof bindet Marianne Mück aus Friedberg Advents- und Türkränze mit roten Hagebutten-Früchten.

Drin im Mehrzweckraum präsentiert der chinesische Maler und Fotokünstler Jinsu Du seine Werke. Am PC hat der Maler das Bild des berühmten, längst verstorbenen Peking-Opern-Sängers Meilanfang bearbeitet, „der vor allem weibliche Rollen sang“, übersetzt Nicklas (12). Denn Nicklas spricht Mandarin. Sein Vater, der Stockdorfer Thomas Kloubert, hat mütterlicherseits taiwanesische Wurzeln. Beim Handwerkermarkt bieten Vater und Sohn handgeschmiedete Stahlmesser für Profi- oder Hobbyköche feil – auch die mit scharfer Klinge nach dem Vorbild der Schwerter der gefürchteten japanischen Samurai-Krieger.

Voller Bewunderung begutachtet die Gautinger Lehrerin Sabine Elhardt die perfekt gefilzten schneeweißen Schwäne am Stand von Claudia Seidl: „Ich mache Filzen als Ausgleich, zum Stressabbau“ erzählt die Künstlerin lachend. Handgestrickte Mützen, Socken, Decken, Babystrümpfchen, gefilzte Kappen, Holzspielzeug wie Mini-Kreisel, „Hundertwasser“-Häuschen aus glatt gehobeltem Pappelholz, gibt’s zu entdecken. Schmuck-Unikate mit Edelsteinen, Olivenholz-Schüsseln, hausgemachte Marmeladen, kunstvolle Arbeiten wie Tagebücher im Kalbsleder-Einband aus der Gautinger Papierwerkstatt von Mathematikerin Christine Holzhausen werden feilgeboten. Julia Baumeister ist überglücklich: Kurz vor Marktschluss hat sie noch ein glatt gehobeltes Pappelbaumholzstück ergattert. „Daraus mache ich ein Familientürschild – als Hochzeitsgeschenk“, verrät sie. Unser Tipp: Nichts wie hin, wenn der EKP-Handwerkermarkt 2022 wieder stattfindet.

Christine Cless-Wesle

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