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Bald zu klein: Die 2012 eröffnete Realschule könnte für die vielen Kinder, die eventuell bald nach Gauting ziehen, schnell wieder zu klein werden.

Einheimischenmodell

Hoffnung für junge Familien in Gauting

Der Traum vom eigenen Haus – er könnte für junge und engagierte Gautinger demnächst wahr werden. Der Rat lässt ein Einheimischenmodell prüfen. 7,5 Hektar stehen dafür grundsätzlich zur Verfügung.

Gauting – Eine Doppelhaushälfte für 1,4 Millionen Euro oder eine Fünf-Zimmer-Maisonette-Wohnung für knapp eine Million – das kann sich kein Normalverdiener mehr leisten. Weil es für junge Gautinger Familien immer schwieriger wird, sich hier am Ort eine Immobilie anzuschaffen, hat die Junge Union ein Einheimischen-Modell beantragt – und stieß damit auf große Zustimmung.

Einstimmig gab der Rat der Verwaltung einen umfangreichen Prüfauftrag. Knackpunkt wird der Bedarf an weiterführenden Schulen. „Endlich herrscht für bayerische Gemeinden Rechtssicherheit, unter welchen Bedingungen vergünstigtes Bauland an Einheimische vergeben werden kann“, freuen sich die CSU-Jung-Gemeinderäte Maximilian Platzer, Stephan Ebner, Lennart Hofstätter und Benedikt Kössinger. Denn im März gab die EU-Kommission den neuen Richtlinien des bayerischen Einheimischmodells grünes Licht. Die jungen Christsozialen spürten am eigenen Leib, wie schwierig es ist, sich im hochpreisigen Gauting eine Zukunft aufzubauen, sagt Maximilian Platzer. Um der Überalterung entgegenzusteuern, sollen beim Gautinger Einheimischen-Modell vor allem junge Familien mit Kindern, pflegebedürftigen Angehörigen, aber auch ehrenamtlich Aktive zum Zuge kommen.

Riesen-Waldstück könnte genutzt werden

Jetzt wäre dafür die Gelegenheit: Bezahlbares Bauland für ein Einheimischenmodell kann der Rat im Rahmen des laufenden gemeinsamen Planverfahrens für Grundstücke an der Pötschener Straße ausweisen. Südlich von Apparatebau Gauting entwickeln Gemeinde, Zweckverband Wohnen und Katholisches Siedlungswerk bekanntlich ein Neubaugebiet mit mindestens 120 Wohnungen. Auch beim TV Stockdorf an der Maria-Eich-Straße gäbe es die Chance für bezahlbare Wohnbau-Projekte, erinnerte Britta Hundesrügge (FDP). In unmittelbarer Nähe zum noch heuer barrierefrei ausgebauten Stockdorfer Bahnhof, gehören der Gemeinde etwa 75 000 Quadratmeter Waldfläche.

Bisher seien diese Grundstücke, die auch schon für einen Neubau der Fachoberschule des Landkreises im Gespräch waren, „nicht überplant“, erklärte Rathauschefin Dr. Brigitte Kössinger gestern auf Anfrage. Auch die Erfahrungen mit dem Gautinger Einheimischenmodell aus den 1980er-Jahren an der Waldpromenade müssten in den Prüfantrag einfließen, ergänzten die Grünen-Gemeinderäte Beatrice Cosmovici und Jens Rindermann den Antrag der JU.

Müssen auch neue Schulen gebaut werden?

Dr. Jürgen Sklarek (SPD) forderte, dass die Verwaltung auch den Bedarf an bezahlbarem Wohnraum ermittelt: Da die Caritas gerade ein neues Seniorenheim baut, das BRK ein Kinderhaus plant, seien Personal-Wohnungen gefragt.

Das größte Problem brachte Richard Er (UBG) auf den Tisch: Eck wollte überprüft wissen, wie sich Einheimischenmodell, aber auch Bauvorhaben wie die schon geplanten 52 Wohnungen auf dem alten Grundschul-Areal beim Bahnhof auf die drei weiterführenden Schulen am Ort auswirken: Diese platzten schon jetzt aus den Nähten, so Kössinger gestern. Einstimmig beschloss der Rat deshalb den umfangreichen Prüfantrag für die Zukunft. Von Christine Cless-Wesle

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