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Elektrisiert waren beim Elektromobilitätstag in Gauting Sebastian Duda, der dreijährige Lukas aus Seefeld, Landrat Karl Roth auf dem Segway und Niklas (v.l.).

Elektromobilitätstag

Hochspannende E-Zukunft

Gauting - Millionen fließen demnächst in die Förderung von Elektroautos. Wie sich die Marktlage derzeit gestaltet, zeigte der Elektromobilitätstag in Gauting. 

Vertieft in ein Gespräch steht Erik Berthold am Samstag neben seinem Peugeot iOn. „Ich habe das Ding seit einem Jahr und noch keinen Euro in Reparaturen gesteckt“, schwärmt der Weßlinger Musiker von der stromstarken Mobilität. Er ist ein Überzeugungstäter, dessen Enthusiasmus ihn bewog, vor seinem „Acoustic Corner“ in Oberpfaffenhofen die erste öffentliche E-Mobile-Ladestation einzurichten. „Nur für Blech bezahle ich nicht so viel Geld“, hält ein Passant entgegen und stimmt damit in einen Kanon ein, der am Elektro-Mobilitätstag unter vielen Besuchern angestimmt wird: „Die Autoindustrie ist nicht daran interessiert, den Kauf von Elektroautos attraktiv zu machen.“ 

Wenig verkaufte eAutos - eBikes sind der Renner

Einer der Gründe führt Johann Oberhofer von der VR-Bank Herrsching an. Er hat den VW eUp mitgebracht, der vor zwei Jahren an eine Montessori Schule gespendet wurde. „Sie mussten noch keine einzige Wartung vornehmen.“ Und gerade Ersatzteile sind für die Hersteller ein profitables Geschäft. Familie Seifert aus Gauting argumentierte aus einer anderen Perspektive: „Die Gewinnung der Rohstoffe für die Batterie und die anschließende Entsorgung eine Riesenumweltsauerei.“ 

Den Kritikern bietet der Stromer reichlich Futter. Sie vermissen einen standardisierten Stecker, der an jeder Ladestation angestöpselt werden kann, denn momentan bastelt so ungefähr jeder Autohersteller an seiner eigenen Variante. Und was ist, wenn die Batterie den Geist aufgibt? Trotzdem spricht auch viel dafür: immer bessere Reichweiten, das unkomplizierte Laden an der Steckdose und die Möglichkeit, den Saft über eine Photovoltaikanlage zu beziehen. Trotzdem verkaufen sich die eAutos nicht besonders, bestätigt Oliver Weiss vom Starnberger e-Fachgeschäft Wunjoo. Dafür sind die eBikes der Renner. 

Segway: Mit Gewichtsverlagerung durch den Parcour

Davon haben das Rad-Haus Starnberg einige ausgestellt. Ein mit elektrischem Rückenwind ist ab 3000 Euro zu haben – und ein Roller kostet 4000 Euro. Als Schönwetterfahrzeug eine echte Alternative für eine Gautingerin. Sportlich ist der sogenannte Segway, den die Messebesucher ausprobieren dürfen. Der funktioniert mit Gewichtsverlagerung und transportiert den Probanden auf zwei Rädern durch den mit Hütchen markierten Parcours. Christiane Lüst und Karl-Heinz Jobst vertreten das Gautinger Öko & Fair Umweltzentrum, das hinter dem Freibad eine Ladesäule und unter anderem eCarsharing anbietet und mit dem ZOE zu einer Probefahrt lädt. 

Von Michèle Kirner

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