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Abschied mit Applaus: Pfarrer Dr. Günter Riedner wird eine neue Aufgabe bei der Landeskirche übernehmen, mit seiner Frau Carola aber in Gauting wohnen bleiben. Im Hintergrund Dekan Dr. Stefan Reimers. 

Evangelische Christuskirche

Abschied, aber nicht aus der Welt

Gauting - Mit stehenden Ovationen haben die Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde und andere Gautinger „ihren“ Pfarrer Dr. Günter Riedner verabschiedet. Der Theologe macht mit 58 Jahren noch einen Karrieresprung. Er wird „Leiter des theologischen Prüfungsamts der Landeskirche“ in München.

Der humorvolle Seelsorger Dr. Günter Riedner war in Gauting sehr beliebt. Beim Festgottesdienst mit Dekan Dr. Stefan Reimers war die Christuskirche am Sonntag daher heillos überfüllt. Der Dekan stellte den promovierten Theologen, der zwölf Jahre in der Würmtalgemeinde gewirkt hatte in einer Zeremonie für neue Wege frei: Riedner wird Leiter des Prüfungsamts der Landeskirche in München.

„Es werden kommen von Osten und von Westen, von Norden und von Süden, die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes“, mit dem Wochenspruch aus dem Lukasevangelium verabschiedete die zweite Pfarrerin Johanna Graeff ihren bisherigen Chef. „Wir haben viel gemeinsam gelacht, uns manchmal geärgert – und um Manches gerungen“, sagte die Theologin im Rückblick. Doch „wohin immer unsere Wege uns führen: Wir gehören zusammen“, erinnerte die Pfarrerin an den verbindenden christlichen Glauben.

„Es ist ein köstliches Ding, dass das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade.“ Mit einer Predigt über das „feste Herz“ sprach der 58-jährige Riedner ein letztes Mal von der Kanzel der überfüllten Christuskirche. Ein „festes Herz“ stehe für eine gefestigte reife Persönlichkeit, für Nähe und Wärme. Er sei dankbar, dass er die Gnade der fröhlichen Hilfsbereitschaft im Gautinger Walter-Hildmann-Gemeindehaus, im evangelischen Kindergarten, im Jugendcafé oder in der Christuskirche erlebt habe, sagte der scheidende Pfarrer.

„Wir danken dir für deinen Dienst für deine Treue und Liebe.“ Mit herzlichen Worten entließ Dekan Reimers den Seelsorger. Der gebürtige Franke habe Gauting erst „umtänzelt“ – als Vikar in Icking, in Starnberg, schließlich als Pfarrer in Weßling. Erst im November 2004 habe sich Riedner auf die Gautinger Stelle beworben – mit den Worten: „Hier könnte ich mich einfügen. Für meine Familie und mich eine Heimat finden“, sagte der Dekan. Riedner habe für Gauting zwar vor gut elf Jahren „keinen Plan“ gehabt. Aber seine Chancen erkannt, auch in der Diakonie und der Flüchtlingshilfe, betonte Reimers. Als der Vater zweier Töchter den Eindruck hatte, die denkmalgeschützte Christuskirche mitten in Gauting werde nicht wahrgenommen, da habe Riedner eben für eine Lichtinstallation gesammelt. Ehefrau und Ärztin Dr. Carola Riedner vom Leitungsgremium des Ambulanten Hospizdienstes und der Pfarrer seien im Ort gut vernetzt.

„Hier endet unser gemeinsamer Weg.“ Reimers segnete das Ehepaar – und gab den Pfarrer frei für seine neue Aufgabe. Es folgte lang anhaltender Beifall.

Im Walter-Hildmann-Haus wurde noch lange gefeiert. „Deine kluge und humorvolle Art in dieser aufgeregten Welt werden wir vermissen“, sagte Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger. Aber es ist nicht aller Tage Abend: Das Ehepaar Riedner wird in Gauting wohnen bleiben – aber eben nicht mehr im Pfarrhaus.

Christiine Cless-Wesle

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