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Baustellenbegehung mit Rudolf Schmid, Tobias A. Schmid, Anette von Nordeck, Dr. Brigitte Kössinger, Rainer Härta und Fabian Kühnel-Widmann (v.l.).

Vorzeigeprojekt

Zahlbares Wohnen regt zum Nachahmen an

Kurz vor der Fertigstellung stehen die 18 zahlbare, weil staatlich geförderte Mietwohnungen auf dem Grundstück des ehemaligen Stockdorfer Gasthauses Oberland. Eine Baustellenbegehung.

Stockdorf Vor dem Einzug einer fünfköpfigen Familie in die 100 m² und damit größte Neubau-Wohnung an der Gautinger Straße in Stockdorf führten die Eigentümer Rudolf und Tobias Schmid von der Firma „Schmid Alarm“ durch das Gebäude. Das zahlbare Wohnen am Stockdorfer Ortseingang ist ein gemeinsames Projekt der Unternehmerfamilie und der Gemeinde Gauting, sagte Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger. Wirtschaftsförderin Annette von Nordeck von der Gesellschaft für Wirtschafts- und Tourismusentwicklung (gwt) in Starnberg rief auf zur „Nachahmung dieses klugen Schrittes eines weitblickenden Familienunternehmens“.

Noch ist der Neubau eine Baustelle: Im ersten Stock des dreigeschossigen Gebäudes mit Tiefgarage sind bereits Holzböden verlegt. Am 15. April sollen die ersten Appartements im vorderen Haus bezugsfertig sein, sagt Rudolf Schmid. Rund 5 Millionen Euro wird das Projekt auf dem 2540 m² großen Grundstück kosten, erläutert sein Sohn Tobias Schmid. Diese Investition sei aber machbar dank staatlicher Zuschüsse. Für diesen „zahlbaren Wohnraum“ gebe es pro Quadratmeter 300 Euro Förderung. Aber auch einen Kredit mit 25 Jahren Zinsbindung.

Für alle 18 Wohnungen von 50 bis 100 m² Fläche fließe zudem einkommensorientierte Förderung (EOF): Bei einem Ehepaar mit Kind könne das Bruttohaushaltseinkommen in der höchsten Gruppe EOF 3 bei bis zu 72 000 Euro im Jahr liegen, rechnete die Bürgermeisterin vor. Von der ortsüblichen Kaltmiete in Höhe von 14,70 Euro/m² übernehme das Landratsamt – je nach Einkommensfördergruppe – einen monatlichen Mietzuschuss von 6,70 bis 8,70 Euro/m². Abhängig vom Einkommen zahlten die künftigen Mieter deshalb im Endeffekt nur zwischen 6 bis 8 Euro/m², erklärte Schmid junior das Fördermodell.

Zwei Feuerwehrleute, die andernfalls nach Germering oder Freiham abgezogen wären, hätten die Förderbedingungen erfüllt und würden zwei der Wohnungen belegen, teilt die Bürgermeisterin mit. Schmid junior ist froh, dass sein früherer Mitarbeiter aus Italien wieder zurück nach Stockdorf kommt: Der Kommunikationselektriker und Familienvater ziehe am 15. April mit seinen drei Kindern in die 100 m²-Wohnung.

Nur noch zwei der insgesamt 18 Mietwohnungen seien „noch nicht vergeben“, resümiert Tobias Schmid. Für die Tiefgaragen-Stellplätze gebe es ebenfalls große Nachfrage – auch aus der Nachbarschaft im Stockdorfer Dichterviertel.

Von Christine Cless-Wesle

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