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Junge Frau mit schwerem Gerät: Nathalie Bay mit der hydraulischen Schere. 

Feuerwehr Gauting

Verstärkung aus Amerika

Die Gautinger Feuerwehr hat amerikanischen Zuwachs bekommen. Natalie Bay aus Minnesota bringt ihre Erfahrungen aus den USA bei den Gautingern mit ein.

Gauting – Auffallend groß und in voller Montur mit Helm steht Natalie Bay (21) kurz vor Beginn der Monatsübung zwischen ihren Gautinger Kameraden im Hof. Es ist das erste Mal, dass eine US-Amerikanerin bei der örtlichen freiwilligen Feuerwehr mitmacht.

„Meine Gautinger Gastfamilie wusste, dass ich schon bei der Feuerwehr war und hat mich hierher geschickt“, sagt das Au-pair-Mädchen aus Minnesota mit strahlendem Lächeln. „So groß sind die Unterschiede zur Profi-Feuerwehr in den USA nicht“, findet die junge Amerikanerin. Zu Hause in den USA war Nathalie Bay nur mit ausgebildeten Berufsfeuerwehrleuten im ganzen Land unterwegs – bei Spezial-Einsätzen mit Waldbränden.

Und das kam so: Nach der Highschool, wo sie bereits Deutsch lernte, absolvierte die junge Frau bei der amerikanischen Umwelt- und Naturschutzbehörde eine Art Freiwilliges Soziales Jahr. „Im Auftrag der Jagd- und Wild-Administration fuhren wir durchs ganze Land, ausschließlich zu Waldbrand- Einsätzen“, erzählt die Ehrenamtliche. „Gebäude und Landschaft sind bei uns getrennt.“

Auf Insel Long Island, nur 30 Kilometer von New York entfernt, war die junge Freiwillige ebenfalls mit Profis im Einsatz: „Da mussten wir eine vertrocknete Grasfläche mit Feuerschlangen abfackeln“, berichtet sie. „Es war damals im späten Frühjahr schon sehr heiß und ein unkontrollierter Brand drohte auszubrechen. Deshalb legten wir ein kontrolliertes Feuer.“ Schließlich sei Long Island dicht besiedelt.

„Ach, ,population‘ heißt Besiedlung?“, freut sich die 21-Jährige im Schutzanzug, dass sie schon wieder etwas gelernt hat. Im Gespräch sucht Natalie Bay, die seit 25. Februar als Au-pair bei einer Gautinger Familie mit drei Kindern lebt, mitunter noch nach dem richtigen deutschen Wort. „Manchmal gibt’s bei Übungen schon Verständnisprobleme“, räumt der Gautinger Vereinsvorsitzende Martin Strasser ein. Dann sprechen die Kameraden mit der Amerikanerin entweder Englisch oder „mit Händen und Füßen“.

Zu Einsätzen darf die Highschool-Absolventin ohnehin noch nicht mit ausrücken. Natalie wurde zwar nach der halbjährigen Probezeit schon fest aufgenommen, freut sich Vize-Kommandant Alexander Jung über den Zuwachs, aber: „Bis zum Rang Feuerwehrfrau fehlt ihr noch das einjährige Modul Truppenausbildung.“

„In den USA habe ich ja nur in Wäldern gearbeitet“, ergänzt Natalie Bay. Hier im Freistaat habe die Freiwillige Feuerwehr völlig unterschiedliche weitere Aufgaben zu bewältigen wie Rettung von Menschen aus brennenden Gebäuden, Einsätze bei Verkehrsunfällen, Hochwasserschutz oder Beseitigen von entwurzelten Bäumen. „Ich habe mich hier einfach für eine Übung angemeldet und wurde von der Gautinger Feuerwehr im März gleich prima aufgenommen“, lobt die 21-Jährige die Kameradschaft: „Die waren ganz, ganz freundlich und haben alles erklärt.“

Am meisten freut Natalie Bay, dass sie hier ihre Interessen wie Deutsch lernen, Feuerwehr und Kinderbetreuung perfekt miteinander verbinden kann. „Beim Marktsonntag half ich der Jugendfeuerwehr“, sagt die angehende Forstwissenschafts-Studentin.

Christine Cless-Wesle

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