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Symbolbild.

Finanzen

Gautings Zukunft bereitet Sorgen

Die Kommunalaufsicht sorgt sich um die finanzielle Zukunft der Gemeinde Gauting. Das hat sie der Würmtalkommune mit dem Genehmigungsbescheid für den aktuellen Haushalt mit auf den Weg gegeben.

Gauting – Der vor zweieinhalb Jahren geschaffene Posten des Standortförderers ist für die Gemeinde Gauting nötiger denn je. Dr. Fabian Kühnel-Widmann zog im Finanzausschuss Zwischenbilanz. Gewerbe-Entwicklung habe oberste Priorität. „Wenn wir Flächen anbieten, kommen die Interessenten von selber.“ So freut sich der Standortförderer über die Ansiedlung von WSW Software. Das expandierende IT-Unternehmen hat seinen neuen Standort seit Jahresbeginn an der Fußbergstraße in Gauting – und biete „tolle Arbeits- und Ausbildungsplätze“, so Kühnel-Widmann.

Froh ist der Wirtschaftsförderer über den vom Gemeinderat beschlossenen Handwerkerhof beim Kreisel an der Ammerseestraße. Die Nachfrage sei so groß, dass „wir mehrfach belegen könnten“. Auch westlich der Asklepios-Kliniken, Richtung Unterbrunn, werde auf Gemeindegrund ein Gewerbegebiet entwickelt – „ortsnah, für Gautinger Unternehmen“, erläuterte Kühnel-Widmann. Für das vom Gemeinderat geplante Gewerbegebiet „Insel im Grünen“ an der Grenze zu Gilching-Süd „habe ich wöchentlich eine Anfrage“. 130 Unternehmen aus dem Münchener Westen, Olching und dem Nachbarkreis Fürstenfeldbruck würden sich dort gern ansiedeln. Bei der dort geplanten Geothermie „wollen wir unseren Nachbarn Gilching gern mit ins Boot nehmen“, blickte Kühnel-Widmann in die Zukunft.

Die seit Jahrzehnten verschlafene Gewerbeentwicklung in Gauting sei dringend nötig, verwies Kühnel-Widmann auf die Hausaufgaben. Da die Rücklagen ab 2019 aufgebraucht sein werden, verlange die Kommunalaufsicht, „schnellstmögliche Maßnahmen“. Im Vergleich mit den Nachbargemeinden seien die Gautinger Einnahmen dürftig, sagte der Kümmerer zu dem auf sechs Millionen  Euro abgesackten Gewerbesteuer-Ergebnis. Die Gemeinde Planegg nehme 22 Millionen und Gräfelfing sogar mehr als 56 Millionen Euro. Krailling mit nur einem Drittel der Einwohnerzahl Gautings ziehe aus dem Gewerbegebiet KIM das Dreifache an Gewerbesteuer.

Kaufkraftabfluss aus Gauting mangels fußläufiger Vollsortimenter am Ort sei ein weiteres großes Thema, erinnerte Kühnel-Widmann an das Einzelhandelsgutachten der Beratungsfirma Cima. Deshalb sei nicht nur auf dem ehemaligen Grundschulareal beim Bahnhof, sondern auch im künftigen Wohnviertel auf dem einstigen AOA-Gelände ein Supermarkt geplant. Zahlbarer Wohnraum wie er dort entstehen werde, sei bei der Personalgewinnung für Unternehmen das A und O. Breitbandkabel, von der Gemeinde zu 40 Prozent gefördert, baue die Telekom bis 2019 in Gauting weiter aus. Doch teils fehle Geld, um die Digitalisierung dem Bedarf anzupassen.

Das Unternehmerfrühstück mit dem Gewerbeverband ZfG, aber auch die neue Plattform digitale Einkaufsmeile der fünf Würmtalgemeinden hatte der Standortförderer mit aufgebaut. Ein Höhepunkt sei der sehr gut besuchte erste Buchendorfer Gartenmarkt am vergangenen Sonntag gewesen.

Ladeninhaber an der Bahnhofstraße hätten Probleme, Nachmieter zu finden. Manche „bleiben meine Sorgenkinder“, sagte Kühnel-Widmann. Bei den Eigentümern der Immobilien bestehe leider kein Leidensdruck, ihre Ladenflächen „aufzuhübschen“.

Von Christine Cless-Wesle

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