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Minuten vor dem Auftritt: Die Schauspielerin Bibiana Beglau hat sich in ihrer Garderobe mehrfach von Cordula Treml fotografieren lassen.

Kultur

In der Maske und  auf der Bühne

Im Gautinger Bosco findet eine spannende Doppelveranstaltung statt.

Gauting – Mit einer Doppelveranstaltung lockt das Gautinger Theaterforum am Donnerstag, 10. Januar, ins Bosco. Nach der Eröffnung einer Ausstellung mit Fotos von Cordula Treml werden die Schauspielerin Bibiana Beglau und der DJ und Schlagzeuger Salewski einen musikalischen Pasolini-Abend gestalten.

In der Ausstellung „Vor dem Auftritt“ (Beginn 19 Uhr) werden Fotografien von Schauspielern gezeigt, die in der Maske oder den Künstlergarderoben aufgenommen wurden, meist wenige Minuten, bevor die Schauspieler auf die Bühne gehen. Diese Porträts sollen vor allem die persönlichen Momente beleuchten, in denen sich die Schauspieler ganz auf sich selbst besinnen, und in denen sich manchmal auch eine gewisse Einsamkeit und Fragilität offenbart. Es geht dabei weniger um die äußere Verwandlung, als um die leisen Augenblicke, die Anspannung, erhöhte Konzentration, ja Versenkung spürbar machen, und Emotionen einfangen, die Gesicht und Körper durchdringen. Die Fotografin begleitete zahlreiche Schauspieler, so etwa Katharina Thalbach, Angela Winkler, Peter Simonischek, Nicholas Ofczarek, Michael Maertens, Elisabeth Orth, Eva Mattes, Bruno Cathomas, Oliver Nägele, Sophie von Kessel, Juliane Köhler, Annette Paulmann, Sebastian Blomberg oder Josef Ostendorf. Mehrfach porträtierte Cordula Treml die Schauspielerin Bibiana Beglau, die Mitglied im Ensemble des Münchner Residenztheaters ist, und der in der Ausstellung ein besonderer Stellenwert zukommt.

Diese Schauspielerin ist auch Protagonisten des musikalischen Abends (Beginn 20 Uhr): „Andere Stadt“ von Pier Paolo Pasolini. Bibiana Beglau liest Kurztexte und Gedichte des italienischen Autors, die sich mit der Großstadt auseinandersetzen. Auf diese Gedanken reagiert die Musik des DJs und Schlagzeugers Salewski. Stadt-Szenen, Begegnungen, Geräusche: Pasolini beobachte sie in Texten und Gedichten und ist doch auch selbst ein Teil seiner Geschichten. Salewski gibt, wie die Stadt selber, mit seiner Musik und musikalischen Kollagen den Rhythmus vor; wie die Stadt, die ihre Bewohner in ihre Geräusche einbettet. Es ist ein KlangSpracheBild und der Versuch, sich dem Treiben der Stadt, sprachlich wie musikalisch, gemeinsam auszusetzen. mm

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