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Nicht unumstritten ist der „Baderhof“ auf dem früheren Grillgrundstück in Gauting.

Baderhof

Fünf von 16 Wohnungen noch frei

Für das Gautinger Bürgerbegehren gegen Baukolosse im Bahnhofsumfeld lieferten die neuen Wohn-und Geschäftshäuser am Hauptplatz die Munition. Der Zug für Bürgerproteste gegen diese Neubauten indes ist abgefahren: Der „Baderhof“ soll im April bezugsfertig sein.

Gauting Seit vorigem Herbst blicken die Gautinger auf die beiden Neubau-Komplexe an der Verkehrsader Hauptplatz/Ecke Grubmühlerfeldstraße. Seitdem ist jedem Betrachter deutlich geworden, „wie 14 bis 17 Meter Gebäudehöhe in der Umgebung wirken“, sagt Dr. Ulla Ziegler, Vorsitzende des Bürgerforums. Deshalb habe die von ihrem Verein unterstützte Initiative „Gauting aktiv“ auch so zügig mehr als 2600 Unterschriften für ein Bürgerbegehren sammeln können. Es wendet sich gegen die von der Gemeinderatsmehrheit befürworteten drei fünfstöckigen Wohn- und Geschäftshäuser mit Verbraucher- und Drogeriemarkt auf dem früheren Grundschulareal beim Bahnhof.

Gegen das Projekt „Baderhof“ auf dem einstigen Grillgrundstück am Hauptplatz habe das Bürgerforum trotz zwei Jahrzehnte währender Diskussionen vergeblich gekämpft. „Leider hat es nicht geklappt, diese Baumasse im Zentrum unserer Gemeinde zu verhindern“, bedauert Ziegler. Auf ihrer Habenseite verbucht sie den Einsatz zum Erhalt des historischen Gasthauses „Zum Bären“ am Pippinplatz. Das war in den 1980er Jahren

Um die Neubebauung des exponierten Grundstücks an der Würm ist lange heftig gerungen worden. Und die Diskussion ist auch jetzt, wenige Monate vor Fertigstellung des „Baderhof“ nicht abgeebbt. eingesetzt hatte. Dass ausgerechnet an der Südseite des Gebäudekomplexes zum Hauptplatz hin die auf zwei Stützen stehende Fassade fensterlos gestaltet wurde, will vielen Betrachtern nicht so recht einleuchten. Gemeinderätin Kirstin Platzer (parteifrei) blickt von ihrem Schreibwarengeschäft auf der gegenüberliegenden Seite des Platzes auf die gesichtslose Wand. Im Scherz hatte die Gautingerin vorgeschlagen, die glatte Fassade für ein Open-Air-Kino zu nutzen. Das sei im öffentlichen Raum nicht zulässig, sagt dazu Udo Köhler, Geschäftsführer der Bauherrengemeinschaft Baderhof GmbH.

Die fensterlose Front als Art Tor am Hauptplatz habe die vom damaligen Gemeinderat unter Bürgermeisterin Brigitte Servatius beauftragte Planfertigerin Brigitte Henning „ausdrücklich festgeschrieben“. Köhler hätte eine Glasfront bevorzugt, aber: „Frau Henning hat eine unterbrochene Fassade nach Süden ausdrücklich abgelehnt.“ Um das Bebauungsplanverfahren nicht weiter zu strapazieren, „haben wir die Kröte damals geschluckt“, so Köhler.

Für die von der Bauherrengemeinschaft gewünschte größere Ladenfläche für einen Biomarkt sei das Erdgeschoss etwas breiter als im ursprünglichen Entwurf ausgefallen, räumt der Geschäftsführer ein. Von den 16 Eigentumswohnungen mit Tiefgarage seien noch fünf zu haben – zu einem Quadratmeterpreis zwischen 6000 und 7000 Euro.

Christine Cless-Wesle

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