Drei grüne Inseln sollen das neue Gewerbegebiet der Gemeinde Gauting in Nachbarschaft zum Gewerbegebiet Gilching Süd beherbergen.

Gewerbegebietplanung

Gauting muss sein Ökokonto auffüllen

Wegen des geplanten Gewerbegebiets beim Unterbrunner Holz muss die Gemeinde Gauting ihr Ökokonto auffüllen. Damit beauftragte der Umweltausschuss ein Planungsbüro. Wie berichtet, soll die sogenannte Gautinger Insel 21,3 Hektar Nutz- und 48 Hektar Grün- und Ausgleichsflächen umfassen.

Gauting– Das Prinzip Ökokonto erklärte Dr. Stephan Gampe vom Weilheimer Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in der jüngsten Ausschusssitzung. Bei Bauvorhaben wie den angepeilten drei grünen Inseln sind im Vorfeld Ausgleichmaßnahmen fällig, erläuterte der Forstwirt. Mit 140 Hektar Gemeindewald, Rechtlerwald in Ober- und Unterbrunn sowie 24 Hektar gemeindlichem Forst bei Stockdorf hat Gauting ein gutes Grundkapital.

Nach dem Wald- und Naturschutzgesetz könne die Gemeinde auf diesen Flächen auch vorausschauend für ihre künftige Entwicklung Punkte und Verzinsungen sammeln, erläuterte Gampe. Das Forstamt nehme dafür vorhandene Waldflächen unter die Lupe: Mit neu angepflanztem Mischwald, vermindertem Nitrateintrag, Maschineneinsatz mit Bioöl, Forstwirtschaft ohne Pestizide würden die Flächen aufgewertet. Denn ein Wald in gutem Zustand verbessere auch die Wasserqualität. Über solche Ausgleichsmaßnahmen etwa ein Fichtengürtel, der zu hochwertigem Mischwald wird, kann die Gemeinde ihr „Ökokonto“ auffüllen – „im Einklang mit dem Wald- und Naturschutzgesetz“, so der Forstwirt.

Auch Zukauf sei zulässig. Am Beispiel der Stadt Weilheim machte Gampe deutlich, wie das funktioniert. „Wir haben 60 Hektar gefunden. Peu a peu forsten wir dort 40 Hektar auf.“ Nach zwei Jahrzehnten entstehe so hochwertiger Mischwald, „nutzbar für alle“, erläuterte Gampe. Die Kosten solcher Ausgleichsmaßnahmen müsse der Bauträger leisten – im Falle des Gewerbegebiets beim Unterbrunner Holz also die Gemeinde Gauting. Gampe: „Die Kosten sind überschaubar.“

„In welchem räumlichen Zusammenhang müssen denn die Ausgleichsflächen stehen?“, fragte die Unterbrunner Landwirtin Angelika Högner (CSU). Nur bei Eingriffen in den Bannwald „direkt daneben“, sagte Gampe. Ansonsten seien auch andernorts Ausgleichsflächen möglich.

Ein Planungsbüro soll nun die gemeindlichen Waldflächen Gautings zunächst bewertet: Anschließend werden die Areale ins aufgefüllte Ökokonto der Gemeinde eingetragen.

Christine Cless-Wesle

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