+
Die Buchautoren Stephan Limmer aus Gauting (r.) und Daniel Rehermann aus München.

Jahrestag

50 Jahre nach Starfighter-Absturz: Gedenkstunde und ein Bildband als Denkmal

50 Jahre nach dem Absturz eines Bundeswehr-Starfighters bei Königswiesen gibt es am 17. April eine Gedenkstunde an der Unfallstelle. Zudem ist ein neues Buch über das Unglück erschienen.

Gauting– Vor 50 Jahren hat Gauting für Schlagzeilen gesorgt, weit über das Würmtal hinaus. Bei Königswiesen ist ein Starfighter der Bundeswehr in den Wald gestürzt. Der Pilot verlor sein Leben. Er wird in der Würmtalgemeinde auch heute noch als Held gefeiert. Der Jahrestag wird am Dienstag, 17. April mit einer Gedenkstunde an der Unfallstelle begangen. Dabei sein werden auch Kameraden des verunglückten Piloten von der Traditionsgemeinschaft Jagdbombergeschwader 32 in Lechfeld.

Der Gautinger Stephan Limmer und sein Münchner Feuerwehrkollege Daniel Rehermann haben das Ereignis dokumentiert und Zeitzeugen berichten lassen. Das Buch „50 Jahre Starfighter-Absturz Gauting Königswiesen“ soll dem Piloten ein Denkmal setzen. Der heute 54-jährige Limmer war selbst ein Zeuge.

.„Ich war damals ein vierjähriger Bub und mit meinem Vater in unserem Schrebergarten“, erinnert sich Limmer: „Auf einmal hörten wir einen lauten Doppelknall. Mein Vater fuhr mit seinem VW Käfer gleich los zur Dienststelle.“ Werner Limmer war Polizeibeamter. Nach dem Absturz des Starfighters mit dem 27-jährigen Piloten Ferdinand Eckert im Wald bei der St. Ulrich-Kapelle wurde gleich Katastrophenalarm ausgelöst.

Das war passiert: „Am 17. April 1968 um 14.37 Uhr steigt Hauptmann Ferdinand Eckert auf dem Bundeswehrgelände Lechfeld in einen Starfighter F-104G. Um 14.54 Uhr stürzt die F-104G aus einer Höhe von zirka 37 000 Fuß mit doppelter Schallgeschwindigkeit in das Waldstück bei der St. Ulrich-Kapelle ab. Die Menschen in Gauting werden aus ihrem Alltag gerissen…“

Leonhard Lenker, Landwirt aus Buchendorf, wird in dem neuen Buch zitiert: „Ich war damals in einem angrenzenden Waldstück beschäftigt. Ich hatte nur einen Bruchteil einer Sekunde weggeschaut und dann hat es plötzlich einen richtigen Knall gegeben. Da war der Starfighter, den ich vorher noch gesehen hatte, auch schon weg und wurde am Waldboden zerrissen. Der Aufprall war richtig wuchtig und er hinterließ ein riesiges Loch. Die herumliegenden Flugzeugteile waren so heiß, dass sie die Finder nicht anlangen konnten und sofort wieder wegschmissen“, so der Augenzeuge. „Ich glaube, der Helm des abgestürzten Piloten lag in der Holzschleif. Ich fand dann den Dienstausweis des Piloten und übergab ihn der Polizei oder dem Militär“, so Lenker.

Der Gautinger Günther Heinrich war während der Katastrophe beim Einstellungstest der Bundeswehr. „Als ich nach Gauting zurückkam, hörte ich vom Starfighter-Absturz: Es hieß, dass sich der Pilot für die Gautinger geopfert hatte, da andernfalls die Maschine über besiedeltem Wohngebiet abgestürzt wäre“, erinnert sich der damalige Bundeswehranwärter.

Auf dem Einband des neuen Buches ist ein Holzkreuz zwischen grün-gelb colorierten Baumstämmen abgebildet. „Ein unbekannter Aquarellmaler hat sich die Mühe gemacht, das wieder aufgebaute Gedenkkreuz für den abgestürzten Starfighter-Piloten im Wald von Königswiesen zu malen.“ Das Aquarell des unbekannten Malers fand Limmer im Gästebuch an der Gedenkstätte bei der St. Ulrich-Kapelle, erzählt Limmer.

Der heute 54-jährige Autor, früher Leiter der Gautinger Jugendfeuerwehr, war im Frühjahr 2013 mit jungen Feuerwehrkameraden bei einem Übungseinsatz bei der Kapelle im Königswieser Forst gewesen. „Nebenbei“ habe er den Gautinger Jugendlichen vom Starfighter-Absturz im nahen Waldstück erzählt. Die jungen Leute seien begeistert von Limmers Idee gewesen, Zeitzeugen zu befragen. Schon im ersten, längst vergriffenen Band erschienen im gleichen Jahr die Interviews. Der neue Band greift die Berichte auf und zeigte weitere, bisher unveröffentlichte Fotos.  cc

Der Bildband „50 Jahre Starfighter-Absturz Gauting Königswiesen“ von Stephan Limmer und Daniel Rehermann ist für 12,50 Euro im Buchhandel erhältlich, ISBN 978-3- 947460-10-6

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Tag der Ausbildung: 73 Betriebe sind dabei
Am Buß- und Bettag können sich Schüler auf 18 Touren über Lehrstellen im Landkreis Starnberg informieren. 
Tag der Ausbildung: 73 Betriebe sind dabei
30 000 Euro Schaden bei Verkehrsunfall - Ursache unklar
Bei einem Verkehrsunfall am Montagmorgen auf der Söckinger Straße in Starnberg ist ein erheblicher Sachschaden entstanden. Dabei wurden vier Autos beschädigt.
30 000 Euro Schaden bei Verkehrsunfall - Ursache unklar
Sorgen in Perchting noch nicht ausgeräumt
Der Bauausschuss des Stadtrats hat den Bebauungsplan für den Neubau des Kinderhauses in Perchting als Satzung beschlossen. Damit steht dem Projekt nichts mehr im Wege – …
Sorgen in Perchting noch nicht ausgeräumt
Europaan zwölf Orten
Die 15. Tutzinger Kulturnacht stand unter dem Thema Europa. Wie jedes Jahr war auch am Freitag ein abwechslungsreiches Programm geboten. 
Europaan zwölf Orten

Kommentare