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Symbolbild.

Haushalt 2018

Ausbau der Stockdorfer Schule muss warten

In der dritten Beratungsrunde hat der Gautinger Finanzausschuss den Rotstift am Dienstagabend erneut strapaziert. Mit 11:2 Stimmen wurde der Etat für das laufende Jahr dem Gemeinderat zur abschließenden Beschlussfassung übergeben. Das Plenum tagt heute Abend.

Gauting– Mit moderaten Sparmaßnahmen war der Haushalt der Gemeinde Gauting heuer nicht zu decken. Da musste der Finanzausschuss schon dicke Scheiben vom Kuchen schneiden. So scheiterte auch Anne Franke (Grüne) mit ihrem Versuch, für die Aufstockung der Grundschule in Stockdorf wenigstens schon mal die Planungskosten in den aktuellen Etat zu bekommen. Mit 7:6 Stimmen schoben die Ausschussmitglieder das 2,24-Millionen-Bauprojekt in die im Herbst geplante Klausurtagung zur Haushaltskonsolidierung.

Bei den gestiegenen Personalkosten auf knapp 8,5 Millionen Euro liege die Gemeinde Gauting im Mittel, erläuterte Kämmerin Heike Seybarth mit Hinweis die Statistik des Bayerischen Städtetags zum Sitzungsauftakt. Darin spiegele sich ein Grundsatzproblem, sagte Jens Rindermann (Grüne) verärgert. Bund und Land ließen die Kommunen im Regen stehen: Für verpflichtendes E-Government und Digitalisierung mit steigenden Personalkosten gebe es keine Gegenfinanzierung. Auch die von der Berliner GroKo-Regierung in Aussicht gestellte kostenfreie Ganztagsbetreuung bleibe an den Gemeinden hängen, blies Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger ins selbe Horn. Das gelte ebenfalls für die steigenden Kosten für den vom Gesetzgeber garantierten Kindergarten- und Krippenplatz – zuletzt waren das 3,7 Millionen Euro in Gauting. Sie werde sich auf allen Ebenen für Ausgleichszahlungen an die Kommunen einsetzen, versprach die Bürgermeisterin.

Danach ging es ans Eingemachte: Planungskosten von 125 000 Euro für die Schüler-Mittagsbetreuung im kommunalen Kinderhaus an der Ammerseestraße wurden zwar eingestellt – aber nur für den Förderantrag. Laut Kössinger platzt das Gebäude aus den Nähten und muss aufgestockt werden. Dringlich sei laut Konrektorin Bettina Aufhauser auch die seit 2011 beantragte Aufstockung der Grundschule Stockdorf, sagte Anne Franke und beantragte, heuer 150 000 Euro Planungskosten in den Etat einzustellen – für den Förderantrag. Das wehrte die Bürgermeisterin sofort ab: „Können wir uns nicht leisten.“ Da es an der Stockdorfer Grundschule weniger Kinder gebe – die Schülerzahl sinke von derzeit 244 auf 207 ab Herbst 2020 –, „kriegen wir für die Erweiterung keine Förderung“. Erst ab 2019 sind Planungskosten für die Aufstockung der Stockdorfer Grundschule veranschlagt – vorbehaltlich der Ratsklausur im September.

Großer Brocken wird heuer der Austausch der Wärmepumpe im Freibad für 350 000 Euro – plus Planungskosten für die vom Wasserwirtschaftsamt verlangte neue Ufermauer im Überschwemmungsgebiet der Würm. Doch mit Ausnahme des zu sanierenden Kinderplanschbeckens „sperren wir die Planungskosten Freibad“, sagte die Bürgermeisterin. Heute Abend wird der Gemeinderat den Etat abschließend behandeln.

Von Christine Cless-Wesle

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