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Die Bäume sterben ab und müssen dann gefällt werden – Ulrike Hennig findet, das Maß ist voll.

Biberbefall in Gauting

Baumschützerin Ulrike Hennig lässt nicht locker

Der Biber hat am Wanderparkplatz zwischen Gauting und Mühlthal wieder zugeschlagen: Eine Buche fiel dem Biber zum Opfer. Das rief nun Baumschützerin Ulrike Hennig aus Krailling auf den Plan. 

Gauting – Baumschützerin Ulrike Hennig aus Krailling schlägt erneut Alarm: Am Wanderparkplatz an der Staatsstraße zwischen Gauting und Mühlthal habe sie Mitte August wieder eine vom Biber vernichtete alte Buche entdeckt, so die Kraillingerin. Das Wildtier habe den Stamm des hohen Laubbaums am Würmufer „hälftig“ völlig abgenagt. Gefahr sei nicht im Verzug, sagen dagegen Fachbehörden und Experten.

Es gebe viele weitere frische Schäden im Bereich des Wanderparkplatzes – „auch an den Wurzeln“, berichtet die engagierte Baumschützerin. Denn offenbar finde der Biber an den steilen Buchenwald-Hängen der Würm nicht einmal im Sommer genügend Futter. Auch umgefallene Bäume in der Würm seien frisch abgefressen. An den Ästen und Zweigen der vier kürzlich gefällten alten Buchen (wir berichteten) habe der Biber scheinbar kein Interesse.

Hennig betont: „Wir müssen so schnell wie möglich handeln“

Vor ein paar Jahren habe dort nur ein Biber gelebt, erinnert sich die Kraillingerin. Inzwischen seien es mit den Nachkommen sechs oder mehr. In Kürze werde es rund um den Parkplatz „keine Buche mehr geben, die nicht vom Biber angefressen und somit zum Tode verurteilt ist“, befürchtet sie. Deshalb „müssen wir so schnell wie möglich handeln“. Denn der Nager finde neben der Staatsstraße weder artgerechtes Futter noch den nötigen Platz. So schnell wie möglich müsse die Untere Naturschutzbehörde die durch Biber-Verbiss gefährdeten alten Buchen mit Drahtzäunen schützen, fordert die Baumschützerin.

Laut Kreissprecherin Barbara Beck besteht dazu kein Anlass. Nach diversen Vorstößen von Hennig habe es Anfang August einen Ortstermin mit Vertretern der Bayerischen Staatsforsten, der Unteren Naturschutzbehörde, des Wasserwirtschaftsamts, eines Biberexperten sowie der Gautinger Biber- und Naturschutzbeauftragten Magdalena Bahr gegeben. Aus naturschutzrechtlicher Sicht sei an den Biber-Schäden an den Buchen nichts auszusetzen, so Beck. Die Staatsforsten, Eigentümerin des Waldes am Wanderparkplatz bei der Pionierbrücke, erkennen keine Notwendigkeit, Zaundraht um die von Biberverbiss bedrohten Buchen zu wickeln. Wenn ein angenagter Baum in die Würm falle, bleibe er dort liegen. Auch der Biberfachmann habe betont, so sei die Natur. Lediglich aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht würden Wald-Eigentümer geschädigte Bäume im Parkplatzbereich fällen. Hennig will nicht locker lassen und sucht Mitstreiter, die sich für den Erhalt der alten Buchen einsetzen.    

von Christine Cless-Wesle

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