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Der Schlafüberwacher: Dr. Maximilian Bauer leitet das Schlafzentrum in der Asklepios-Klinik. Am Monitor verfolgt er, wie der Patient schläft und stellt die korrekte Luftzufuhr ein.

Asklepios-Klinik in Gauting

Drei Nächte für einen erholsamen Schlaf

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Schnarchen beeinträchtigt den Schlaf und damit die Lebensqualität und die Gesundheit. Im Gautinger Schlaflabor lassen sich jedes Jahr rund 1700 Schnarchpatienten behandeln. Eine von ihnen ist Lynn Bräuer.

Gauting – Meistens ist es der Partner, der irgendwann nicht mehr kann. Das war auch bei Lynn Bräuer (58) so. Ihr Mann war von ihrem Schnarchen so genervt, dass sie sich in ärztliche Behandlung begab. Die Diagnose lautete Schlafapnoe, also Atemaussetzer während des Schlafes. Eine gängige Diagnose für die Mitarbeiter des Schlafzentrums in der Asklepios-Klinik in Gauting.

1200 Patienten bleiben jedes Jahr stationär im Gautinger Schlafzentrum, weitere 500 lassen sich ambulant behandeln. Nach durchschnittlich ein bis drei Nächten ist klar, wie eine Therapie aussehen kann. In vielen Fällen ist eine Schlafmaske die Lösung. So auch bei Lynn Bräuer.

Die Diagnose der Experten: Schlafapnoe

Die Experten des zertifizierten Schlafzentrums in der Asklepios-Klinik bestätigten nach der ersten Nacht die Diagnose Schlafapnoe und begannen in der darauf folgenden Nacht mit der Therapie. Lynn Bräuer erhielt eine so genannte Schlafmaske über ihre Nase. Durch sie wird kontinuierlich Luft zugeführt. „So bleiben die oberen Luftwege offen und der Atem kann ungehindert fließen“, teilt Asklepios-Sprecherin Kristina Kühnl mit. „Das heißt: Die Ursache für Frau Bräuers Schnarchen – blockierte Luftwege – ist behoben.“

Die Maske ist an einen Minikompressor angeschlossen. Er pumpt Luft in die Maske. Und zwar nur Luft, nicht reinen Sauerstoff. Der Geräuschpegel sei minimal, sagt Kristina Kühnl. „Er liegt bei 25 Dezibel, ist also kaum hörbar.“

Entsprechend der Verengung der Luftwege stellt der Arzt den Luftdruck ein. „Unsere Herausforderung ist es, die individuell passende Dosis für jeden Patienten zu finden“, sagt Dr. Maximilian Bauer, der Leiter des Schlaflabors. Oft handelt es sich dabei um minimalste Geräteeinstellungen, die aber über den maximalen Therapieerfolg – mehr Lebensqualität durch erholsamen Schlaf – entschieden.

Bräuer: „Die Schlafmaske sieht lustig aus, hilft aber“

So war es auch bei Lynn Bräuer, die nach mehr als zwölf Jahren endlich wieder ausgeschlafen und fit ist. „Die Schlafmaske sieht zwar lustig aus, hilft aber“, bestätigt sie. Um die Schlafqualität dauerhaft zu sichern, können Bauer und sein Team ihre Patienten mit Telemetrie auch aus der Ferne betreuen: Ein Chip, der sich im Gerät der Schlafmaske befindet, speichert Daten wie Therapiedruck, Maskendichtigkeit, Zahl verbliebener Atemstörungen und natürlich Dauer und Häufigkeit der Gerätenutzung. Besteht Handlungsbedarf, justieren die Schlafmediziner nach.

Die Kosten für eine Schlaftherapie übernehmen die Krankenkassen, sagt Kristina Kühnl. „Wir brauchen eine Überweisung von einem HNO-Arzt oder vom Hausarzt.“

Die Therapie verlief für Bräuer problemfrei

Lynn Bräuer ist immer noch erstaunt, wie problemfrei die Therapie in Gauting war. Denn sie hatte sich zunächst einer durchaus schmerzhaften Operation unterzogen, wie die Klinik mitteilt. Das Halszäpfchen wurde verkürzt, der Gaumen gestrafft und die Mandeln entfernt – ohne den gewünschten Erfolg. „Ihr Schnarchen wurde erst jetzt nach einem Aufenthalt in unserem Schlaflabor erfolgreich behandelt“, sagt Kühnl. „Wenn ich darüber nachdenke, wie einfach und schmerzfrei die Therapie eigentlich ist, kommen mir fast die Tränen“, sagt Bräuer.

„Schnarchen ist Hochleistungssport für den Körper“, sagt Schlaflaborleiter Bauer. Betroffene sollten sich zeitnah untersuchen lassen. Je länger man warte, desto komplexer sind die Auswirkungen auf die Gesundheit: Bluthochdruck, erhöhtes Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko zählen zu den häufigsten Folgeerkrankungen von Langzeit-Schnarchern.

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