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Antiker Schmuck auf 132 Seiten: Verleger Volker Babucke, Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger und Karl L. Hebler (v.l.) von der Gesellschaft für Archäologie und Geschichte präsentieren den neuen Band. 

Neuer Buchband über Gautings Ursprünge 

Fibeln und andere antike Pretiosen

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Die Gemeinde Gauting geht auf eine antike römische Siedlung zurück – das Dorf Bratananium. Zahlreiche archäologische Funde belegen das. Zu diesen Funden zählen auch Fibeln und Schmuckstücke, denen ein weiterer Band „Römisches Gauting“ gewidmet ist.

Gauting – Wenigstens 300 Jahre haben sich die antiken Römer in Südbayern aufgehalten. Davon gehen Historiker und Archäologen aus. Zu den bedeutenden Siedlungen zählt das aus einer vormaligen Straßenstation heraus entstandene vicus (Dorf) Bratananium (heutiges Gauting), das die Römer am Würmübergang und in der Nähe der Kreuzung zweier bedeutender Römerstraßen gegründet und besiedelt haben.

Im 19. Jahrhundert sind die ersten archäologischen Funde aus der Römerzeit entdeckt und katalogisiert worden. Seitdem finden immer wieder Grabungen in Gauting statt. In jüngster Zeit vor allem im Zusammenhang mit Neubauvorhaben, wenn diese in fundverdächtigen Arealen verwirklicht werden sollen. Der Kern der römischen Siedlung liegt im südlichen Teil Gautings, im so genannten Badviertel.

Viele Funde sind im Rathaus ausgestellt

Die Gesellschaft für Archäologie und Geschichte – Oberes Würmtal ist im Besitz zahlreicher antiker Funde. Ein Großteil ist in Vitrinen im oberen Foyer des Rathauses ausgestellt. Die Münzfunde hat Hansjörg Hägele, langjähriger Vorsitzender der Gesellschaft, in einem Band zusammengestellt und erläutert, der unter dem Titel „Römische Münzen aus Gauting“ 2016 im Likias-Verlag (Friedberg) als „Römisches Gauting 1“ erschienen ist. Am Montag hat der Verein den Band „Römisches Gauting 2“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Er behandelt „Römische Fibeln und Schmuck aus Gauting“.

Fibeln – oft und nicht ganz korrekt als Broschen bezeichnet – sind Schließen für Gewänder, am besten zu vergleichen mit den heutigen Sicherheitsnadeln. Allerdings wurden Fibeln aufwändiger gefertigt, aus Bronze oder Eisen (für schwere Gewänder, beispielsweise die Mäntel der Feldherren und Legionäre), aber auch aus Silber und seltener aus Gold. Sie wurden zum Teil reich verziert. „Deshalb wurden sie nicht nur als funktionale Schließe der Gewänder genutzt, sondern zunehmend auch als Schmuck getragen“, erläuterte Karl L. Hebler, der aktuelle Vorsitzende der Gesellschaft. Etwa 150 Fibeln sind im Raum Gauting bislang entdeckt worden.

Ein Aufsatz von Dr. Valeria Selke diente als Vorlage für das Buch

Dr. Valeria Selke ist Archäologin und Expertin für römische Fibeln. Sie hat bereits 2015 einen Aufsatz über Fibeln für die Bayerischen Vorgeschichtsblätter verfasst. Der diente als Vorlage für das Büchlein der Archäologischen Gesellschaft. Der Band ist nicht nur eine populärwissenschaftliche archäologische Abhandlung, wie Hebler bei der Vorstellung im Rathaus-Foyer ausführte. Man könne ihn auch als eine Art Journal für antike römische Mode bezeichnen. Denn in Grafiken und Zeichnungen erklärt die Autorin den Schnitt der typischen römischen Gewänder und wie diese angelegt und getragen wurden. Verleger Volker Babucke ergänzte, dass diese Gewänder so raffiniert geschnitten gewesen seien, dass sie eigentlich keiner Schließe bedurft hätten. Der Inhaber des Likias-Verlags hatte sich, von Friedberg kommend, durch den staubelasteten Pendlerverkehr rund um Gauting quälen müssen und war deshalb mit einiger Verspätung eingetroffen – zunächst etwas nach Luft ringend, weil er die letzen Meter vom Parkplatz ins Rathaus im Spurt zurückgelegt hatte.

Römischem Schmuck ist ein weiteres Kapitel in dem Band gewidmet. Wertvollste Gautinger Pretiose ist eine goldene Halskette. Aber auch Perlen, Ketten, Armreifen und Haarnadeln zählen zu den Schmuckstücken, die ebenfalls im oberen Rathausfoyer zu sehen sind.

Der Band wird vervollständigt durch einen Beitrag von Dr. Gertrud Platz-Horster über römische Gemmen. Vier dieser Schmückstücke befinden sich im Gautinger Fundus. Die Autorin hat die Veröffentlichung des Bandes nicht mehr erlebt. Sie ist im Juni verstorben.

Eventuell soll ein weiteres Buch erscheinen

Die Archäologische Gesellschaft ist nicht bestrebt, die Buchreihe über die römische Geschichte auf Biegen und Brechen noch zu erweitern, erklärte Vorsitzender Hebler. Allerdings könnte die Masterarbeit eines Studenten der Ludwig-Maximilians-Universität München Stoff für einen weiteren Band geben. Der junge Mann befasst sich mit der Geschichte Bratananiums.

Gautings Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger freute sich über die Herausgabe des zweiten Bandes zur römischen Historie der Würmtalgemeinde. Sie sprach anerkennend von einem „Meilenstein“. Das ihr überreichte Exemplar wird sie an die Gemeindebibliothek weitergeben.

Mit Hinweis auf das bevorstehende Weihnachtsfest empfahl Kössinger das Buch als passendes, weil lesenswertes Geschenk. „Römische Fibeln und Schmuck aus Gauting“ ist in der örtlichen Buchhandlung Kirchheim erhältlich.

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