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Erfolgreich mit ihrer Freiwilligen-App sind Paul Bäumler (l.) und Ludwig Petersen. Sie wollen weltweit expandieren.

Gautinger entwickeln App für guten Zweck

Helfer und Hilfesuchende zusammenführen

Ein Drittel der Deutschen ab 14 Jahre würde sich gerne ehrenamtlich betätigen, das hat eine Erhebung der Bundesregierung ergeben. Viele wissen aber nicht, wie und wo sie sich einbringen können. Eine App, entwickelt von zwei jungen Gautingern, soll ihnen jetzt auf die Sprünge helfen.

Gauting „Ich wollte mich nach dem Abitur ehrenamtlich engagieren“, erzählt Ludwig Petersen (20), Absolvent des Gautinger Otto-von-Taube-Gymnasium. Der angehende Mathematikstudent stellte schnell fest, dass es im Internet kein Portal gibt, das Freiwillige, „die Gutes tun wollen“, und Institutionen, die diese Hilfe annehmen möchten, mit einem Klick zusammenbringt. Mit seinem Schulfreund Paul Bäumler (21) machte sich der Gautinger Gedanken, wie man diese Lücke schließen kann. Die beiden Mathematik-Genies gründeten „Let’s act“ (lasst uns handeln). Seit Jahresbeginn ist die Plattform im Netz, zählt bereits 25 000 Nutzer – und expandiert seit dem Sommer in Kleinstädten.

„In Deutschland sind schon mehr als 1000 Non-Profit-Organisationen in unserer App vertreten“, berichtet Ludwig Petersen. „Let’s act“ – die Plattform für Freiwillige und Vereine – ging 2017 zunächst als Pilotprojekt an den Start. Gemeinsam mit Paul Bäumler, der zu dieser Zeit schon Betriebswirtschaft an der Elite-Universität St. Gallen studierte, hat er diese App entwickelt. Mittlerweile sei der Bedarf für dieses Angebot im Internet „riesengroß“. Laut der jüngsten Freiwilligen-Survey (Datenerhebung) der Bundesregierung würden sich 33 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren engagieren. Andererseits seien 600 000 Vereine und andere gemeinnützig tätige Institutionen auf der Suche nach Helfern.

Angebot und Nachfrage bringen die beiden Gautinger mit einem Klick zusammen

Der von dem Duo Bäumler/Petersen entwickelte digitale Marktplatz bringt das Riesen-Angebot und die Riesen-Nachfrage in einer klaren Übersicht mit nur einem Klick zusammen. Als Pilotprojekt startete „Let’s act“ zunächst in München-Schwabing. Die aktuell etwa 25 000 User, die aktiv nach Hilfsprojekten suchen, und die mehr als 1000 Institutionen, die Unterstützung benötigen, hat das Entwickler-Duo bislang vor allem in den Großstädten wie München, Berlin oder Stuttgart gefunden. Dort sei die App mit dem Motto „Einfach Gutes tun“ bereits gut vernetzt. In Berlin-Hohenschönhausen sucht zum Beispiel aktuell eine Fahrrad-Werkstatt motivierte Freiwillige für bestimmte Einsatzzeiten. Im 25-Kilomter-Radius um Gauting ist zum Beispiel ein Angebot zur Kinderbetreuung zu finden.

Nutzer können über die App auch den beiden „Let’s act“-Gründern folgen. Paul Bäumler hat schon als Gymnasiast eine Sportgruppe für junge Flüchtlinge geleitet. Für benachteiligte Kinder in München organisiert der engagierte Gautinger jetzt Straßenfußball unter dem Motto „bunt kickt gut“. Projekte, die „Let’s act“ auf seine Internetseite lädt, müssen gemeinnützig sein „und werden von uns verifiziert“, betont Bäumler. Erst seit Juli expandieren die beiden Freunde in Deutschland auch in kleinere Städte. Langfristig soll das wachsende Startup-Unternehmen mit einem Team von zehn Mitarbeitern weltweit präsent werden. Die Gründer arbeiten zwar inzwischen in Schwabing. Der Firmensitz von „Let’s act“ ist nach wie vor Gauting.

Das bisher größte Erfolgserlebnis: Ein damals 13-jähriger Flüchtling, der über die Innere Mission München betreut wurde und jetzt Zahnmedizin studiert, „hilft jetzt anderen Flüchtlingen – über ein „Let’s-act“-Projekt“, berichtet Paul Bäumler stolz.

von Christine Cless-Wesle

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