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Rege Nachfrage für ihr Elektrofahrzeu g und die Ladestation beim Umweltzentrum Öko & Fair vermeldet Christiane Lüst – im Bild mit Karl-Heinz Jobst (l.) und Carsten Henkel. 

Auf Initiative des Umweltmanagers

Gautinger Klima-Dialog nimmt Fahrt auf

Aufwind bekommt der von Gautings Umweltmanager Wilhelm Rodrian gegründete Klima-Dialog. Beim jüngsten Treffen zum drängendsten Thema CO2-Einsparung standen Workshops zu Solardächern und Nachbarschaftsprojekte wie Car-Sharing auf der Liste ganz oben.

Gauting „Unverhofft neue Gesichter“, frohlockte Umweltmanager Wilhelm Rodrian am Mittwochabend im kleinen Gautinger Rathaussaal über das große Interesse an der Energiewende in Gauting. Im gerade beschlossenen Fördergrogramm zum Energiesparen gibt es Stromspar-Prämien für alle Gautinger, auch für Mieter, erklärte Rodrian zum Auftakt des Klima-Dialogs. Die Gemeinde fördere auch öffentlich zugängliche Elektroladestationen. 

Zwei gibt es bereits vor dem Backhaus Cramer (Starnberger Straße), eine vor der Gärtnerei Zanker in Buchendorf und eine vierte beim Umweltzentrum Öko  & Fair (Berengariastraße 5). Die wird von Christiane Lüst betrieben. Sie sagte: „Der Bedarf nimmt deutlich zu.“ Sowohl ihre Ladestation als auch das E-Auto, ein Renault Zoé, würden von Nachbarn rege genutzt, erläuterte die Gemeinderätin (Soziale Ökologen).

Auch Bürger-Workshops zu Themen wie Fotovoltaik werden angeboten

Ganz neu: Über das Förderprogramm sponsere die Gemeinde Bürger-Workshops zu Themen wie Fotovoltaik oder Mobilität, erläuterte Rodrian. Beim Projekt „Energiekarawane“ werden Gautinger in einem ausgewählten Wohnquartier zu Hause kostenfrei über die Umstellung auf erneuerbare Energien beraten.

Neue Ideen brachten die Teilnehmer des Dialogs ein. Petra Steiner forderte Klimaschutz-Aktionen für alle Generationen. Im Rahmen eines Nachbarschaftsprojekts könnte ein Gautinger Ortsteil eine Woche lang autofrei bleiben. Auch die Wochenendaktion „autofreies Mühlthal“ kam auf den Tisch. Ein weiterer Teilnehmer plädierte für Bürgerstrom-Genossenschaften mit Fotovoltaik. Konkret plane die Gemeinde im geplanten Handwerkerhof sowie im neuen Wohnquartier an der Ammerseestraße Fotovoltaik, erläuterte Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger. Auch Bauhof und die Turnhalle des Otto-von-Taube-Gymnasiums hätten bereits Solardächer, ergänzte der Umweltmanager.

Fotovoltaikanlagen mit Batteriespeicher seien laut Kleinknecht zu teuer

Peter Kleinknecht, Vorsitzender des Eine-Welt-Forums, bemängelte, dass klimafreundliche Fotovoltaikanlagen mit Batteriespeicher zu teuer seien. „Im Frühjahr hole ich die Solarkampagne des Landkreises nach Gauting, für kleine Fotovoltaikanlagen im Verbund“, versprach darauf Umweltmanager.

Elisabeth Wetlitzky, Chefin des Gautinger Sportclubs, wünschte Workshops zu überflüssigem Stromverbrauch und zur Ernährung. Manche Leute wüssten nicht, dass mit veganer Kost CO2 eingespart werden könne. Unter Nachbarn ließen sich Einkaufsgemeinschaften bilden, wünschte Wetlitzky. CSU-Gemeinderat Franz Jaquet empfahl einen Tag des offenen Heizungskellers mit Besichtigung von Fotovoltaikanlagen.

Über Nachbarschaftsprojekte werde Gauting Vorreiter, sagte Gemeinderat Hans Wilhelm Knape (Soziale Ökologen). Mit dem Regionalwerk Würmtal solle auch lokale Energie wie Geothermie auf den Weg gebracht werden. „Ist schon in Arbeit“, erklärte Rodrian mit Blick auf den geplanten Asto-Eco-Gewerbepark im Unterbrunner Holz. Über einen Bürger-Workshop „Wir Gautinger sprechen über Solarenergie“ will der Umweltmanager die geforderte Energiewende einläuten.

von Christine Cless-Wesle

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