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Ein bewährtes Team: Die Modedesignerin Rima Nennstiel wählt die Stoffe aus und entwirft die Modelle, Ehemann und Schneidermeiste r Shamil Galimov ist für die perfekten Nähte zuständig. 

Jubiläum

Made in Gauting

Rima Nennstiel verkauft in ihrem Geschäft in Gauting seit 25 Jahren ihre eigene Mode.

Gauting – In der Szene der Klassikmusikerinnen sind ihre Modelle bekannt – und beliebt. Denn die Gautingerin Rima Nennstiel, die nach dem Willen ihrer Eltern Pianistin werden sollte, designt elegante Hosen aus locker fallenden Viskose-Baumwoll-Stoffen – auch für den Konzert-Auftritt. Aus diesen ersten Stücken entwickelte die Schneidermeisterin vor vier Jahren eine eigene Kollektion: Unter dem Label „Rima Mode“ verkauft die studierte Designerin ihre sportlich-eleganten Modelle „handmade in Gauting.“

„Wo hast du denn das gekauft?“ Sogar auf der Münchner Maximilianstraße wird eine Gautingerin regelmäßig auf ihr Outfit von „Rima Mode“, angesprochen, erzählt die Designerin beim Gespräch mit dem Starnberger Merkur. In Gauting feiert die gebürtige Russin gerade ein kleines Jubiläum: Seit einem viertel Jahrhundert ist die kreative Meisterin aus Kazan schon im Ladengeschäft an der Bahnhofstraße 14, „dank meiner Kundinnen, die mich unterstützen“.

Bei „Rima Mode“ fällt ein großes Gemälde sofort ins Auge: Rima Nennstiel, Designerin und Malerin aus Leidenschaft, hat die schwarzhaarige Tänzerin wunderbar erfasst – in Tangopose, im knielangen, tiefroten Kleid im Arm ihres Partners. Aus der gemalten Tanzszene in einer Nacht-Bar „haben unsere beiden Kinder das Label ,Rima Mode‘ gemacht – und uns zu Weihnachten geschenkt“, verrät Rimas Ehemann Shamil Galimov. Denn die Gautinger Modedesignerin arbeitet im Team: Rima, wie ihre Stammkundinnen sie nennen, kauft auf Textil-Messen die glänzenden, hochwertigen Baumwoll-Viskose-Stoffe und schneidet daraus ihre elegant fallenden Modelle zu. Ihr Mann, gelernter Schneidermeister, ist für die „perfekten Nähte“ zuständig. „Wir hatten schon in Kazan zusammen ein Atelier“, sagt die Russin. Doch Rima, studierte Modedesignerin, „ist die Chefin“, betont der 62-Jährige lachend.

Von der Kleiderstange zieht Rima einen weiß-azurblau leuchtenden Maxi- Rock mit dehnbarem Bund. Es folgt ein frühlingshaft olivgrün gestreiftes, weit geschnittenes T-Shirt mit Fledermaus-Ärmeln, passend zur lockeren Hose mit flexiblem Bund. „Das muss man anprobieren“, erklärt die Designerin. Mit strahlendem Lächeln hält sie einer Kundin einen schmal geschnittenen Midi-Rock mit grünem Urwald-Motiv an die Hüften: Das gelungene Unikat aus Viskose-Stretch ist schon für knapp 70 Euro zu haben. Wie angegossen sitzt auch der knielange, asymmetrisch geschnittene, dehnbare schwarze Zipfelrock im 90er-Jahre-Look aus Rimas Kollektion. „Ich mache keine Konfektionsgrößen – und arbeite nicht nach Farbpaletten“, erläutert die Modedesignerin ihren freien Stil. Ihre Inspiration für einen Schnitt holt sich die Meisterin aus den „schönen Farben“ der digital bedruckten Viskose- und Baumwollstoffe. „Wenn wir auf Messen sind, kann ich Rima nicht halten“, scherzt ihr Ehemann. Denn seine Frau sei von dem ausgelegten Textilmaterial stets so begeistert, dass er sie nur nach Hause ziehen könne mit den Worten: „Ich habe Hunger.“

Für einen kurzen Frühlingsrock liegt schon ein dünner Stoff-Ballen mit farbenfrohem Blumenwiesen-Motiv bereit. Aber auch leuchtende weiße Margeriten auf grasgrünem Grund „für einen engen, kurzen Rock“. Doch sie kaufe immer wenig von einem Stoff, „damit nicht jede Frau im selben Outfit herumläuft“.

„Ich finde es schön, wenn meine Kundinnen etwas vor meinem großen Spiegel anprobieren – und so ihren eigenen Stil finden“, betont Rima Nennstiel. Zu ihrem eigenen Label kam die gebürtige Russin erst vor vier Jahren. Auf Wunsch einer jungen Musikerin aus Gauting, habe sie zunächst mit weit geschnittenen schwarzen Hosen mit elastischem Bund begonnen, sagt Rima Nennstiel. Denn für Klassik-Solistinnen seien langer Rock oder Hose bei Bühnenauftritten ein Muss. Doch den Namen der Musikerin verrät die Modeschöpferin nicht. Rima bleibt stets diskret.

Die Tür geht auf: Mit der kleinen Sophie auf dem Arm kommt Tochter Dilara Galimova ins Geschäft. Rima ist seit einem Jahr stolze Großmutter. Weil Dilara in Elternzeit ist und im Gautinger Geschäft vorübergehend nicht mitarbeitet, fehlt ihr selbst die Zeit für die eigenen Mode-Entwürfe, sagt die Meisterin. Doch das Bedauern der strahlenden Großmutter ist nur kurz.

Begeistert erzählt Rima dann noch von zwei Stammkundinnen. „Oma, kauf´ dir das, dann kann ich mir das bei dir ausleihen“, habe die Enkelin gewünscht. Denn „Rima Mode“, gemacht in Gauting, ist ein sportlich-elegantes Outfit für alle Generationen.

Christine Cless-Wesle

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