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Radfahren wird immer beliebter. Das zeigen überfüllte Ständer am Gautinger Bahnhof Jetzt werden Radl-Stellplätze auch für Privatgrundstücke Pflicht. 

Radverkehr

Neue Satzung fordert auch Radl-Stellplätze

Ein Schritt in Richtung mehr Radverkehr in Gauting. Das hoffen Grüne und die Gruppierung MiFü 82131, die eine Neufassung der Kfz-Stellplatzsatzung auf den Weg gebracht haben. Neben Autos werden künftig auch Stellplätze für Fahrräder in dem Regelwerk gefordert, beschloss der Bauausschuss.

GautingIn Gautinger Garagen stapeln sich Fahrräder zwischen Gerümpel – und die Autos stehen auf der Straße. Damit ist jetzt Schluss: In der geänderten Stellplatzsatzung wird neben Kfz-Stellplätzen auch die Anzahl von Fahrrad-Stellplätzen verpflichtend festgelegt, erläuterte Rathaus-Mitarbeiterin Brunhilde Hink in der Sitzung des Bauausschusses. Zudem wird die Breite und Länge der Stellplätze neu bemessen. Das gilt für künftige Neubauten.

Die Autos sind heute breiter und länger geworden. Brunhilde Hink wies auf die SUVs hin. Deshalb müssten in der Satzung größere Stellplätze festgesetzt werden. Die Pkw-Stellplätze in der Mitte der 1970er Jahre erbauten Tiefgarage des Rathauses, seien schlichtweg zu klein, pflichtete Angelika Högner (CSU) bei. Damit Mütter mit Kleinkindern noch ein- und aussteigen können, benötige man eine andere Mindestbreite. In der Tiefgarage unter dem gerade entstehenden Neubaukomplex beim Bahnhof sei eine VW-Bus-Länge von 5,50 Meter und eine Breite von 2,80 Meter vorgesehen, machte Richard Eck (UBG) einen konkreten Vorschlag. Der wird bei der Satzungsänderung berücksichtigt.

„Ich freue mich, dass unsere Radstellplätze neu in die Satzung kommen“, resümierte Jens Rindermann (Grüne). Er schlug spontan vor, Mieter oder Hausbesitzer, die auf einen eigenen Pkw verzichten, sollten die Chance haben – von der Satzung befreit zu werden. In anderen Gemeinden gebe es bereits eine Stellplatz-Ablöse, erläuterte der beratende Rechtsanwalt Michael Beisse. Die Landeshauptstadt regle Wohnraum für Mieter ohne Auto über einen städtebaulichen Vertrag. Das sei nicht kontrollierbar, meinte Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger. Drei Pkw-Stellplätze für zwei kleine Wohneinheiten vorzuschreiben, sei zu viel entgegnete Rindermann. „Sie können die Leute nicht dazu verpflichten, kein Auto zu haben“, stellte Anwalt Beisse klar.

Der Bauausschuss sprach sich abschließend für das geänderte Regelwerk aus: mit Fahrradstellplätzen, aber ohne die Möglichkeit der Kfz-Stellplatzablöse. Das letzte Wort hat der Gemeinderat.

Christine Cless-Wesle

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