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Wegen zu wenig Personal bleibt die neue Krippe im Gautinger BRK-Kinderhaus noch geschlossen. (Sybmolbild)

Fachkräftemangel im Fünfseenland

Personalnot: 68 Betreuungsplätze im Gautinger BRK-Kinderhaus unbelegt

Die Kinderbetreuung in Gauting ist nicht optimal: Zwar gibt es genug Räumlichkeiten, doch das Personal fehlt. Eine neue Krippe des BRK-Kinderhauses kann deshalb vorerst nicht eröffnen.

Gauting – 68 Plätze in Gautinger Kinderkrippen und Tagesstätten dürfen aktuell nicht belegt werden. Es fehlt das Fachpersonal. Das bestätigt Sozialamtsleiterin Alexandra Heckl. Aus dem gleichen Grund kann die Krippe im neuen Kinderhaus des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) nicht in Betrieb gehen, teilt die für die BRK-Kitas im nördlichen Landkreis zuständige Erzieherin Birgit Hildenbrand mit

Das Thema Personalnot in den Betreuungseinrichtungen hatte die hauptberufliche Erzieherin Stephanie Pahl von der Gruppierung „MiteinanderFüreinander“ in der jüngsten Gemeinderatssitzung zur Sprache gebracht. Weil die um Personal konkurrierenden Nachbarkommunen, aber auch die Landeshauptstadt ihren Erzieherinnen künftig die höhere Großraum-München-Zulage zahlte, solle Gauting gleichziehen, forderte die Gemeinderätin. Da freie Träger ohnehin weniger zahlten als Kommunen, werde sich das Problem noch verschärfen, warnte Pahl. Die Rathausverwaltung sollte mit den Trägern der Einrichtungen verhandeln. „Wir brauche dringend Erzieher in Gauting“, schilderte Pahl die Not berufstätiger Eltern ohne Betreuungsplatz für ihr Kind.

Es fehlt nicht an Räumlichkeiten, sondern am Personal

Nach dem aktuellen Stand werden in der 21 000-Einwohner-Gemeinde 1318 Kinder betreut – 163 Kleinkinder in Krippen, 658 Mädchen und Buben in Kindergärten, weitere 30 Kleinkinder in Großtagespflegen. Hinzu kommen 193 Grundschüler in Horten und 274 Kinder in Mittagsbetreuungen. Damit ist der Bedarf nicht abgedeckt. Es fehle nicht an Räumlichkeiten, verwies Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger auf das neue BRK-Kinderhaus an der Starnberger Straße. Das Personal fehle.

Da die Gemeinde keine eigenen Einrichtungen für Kinder betreibt, unterliege die Bezahlung der Erzieher und Kinderpfleger der Tarifautonomie der jeweiligen Träger, teilt Rathaussprecher Maximilian Olberding auf Anfrage mit. Die Gemeinde zahle Personalkostenzuschüsse und biete auch kostengünstige gemeindliche Wohnungen für Erzieher an – „sofern eine frei ist“. Zudem zahle die Kommune den Trägern einen bei 7,50 Euro gedeckelten Mietkostenzuschuss für die Räumlichkeiten, in denen die Kleinen betreut werden, sagt Sozialamtsleiterin Alexandra Heckl Grundsätzlich könnte die Kommune zwar einen Erzieherzuschuss zahlen. Aber das müsse der Gemeinderat absegnen, so Heckl.

Ein BRK-Mitarbeiter aus Landsberg soll bei der Personalakquise unterstützen

„Das Problem spitzt sich zu“, erklärt Birgit Hildenbrand vom BRK. Weil zwei Erzieherinnen fehlten, könne die Krippengruppe im Kinderhaus mit zwölf Plätzen nicht starten. Für Personalakquise und -entwicklung hole der BRK-Kreisverband daher mindestens einen Mitarbeiter aus Landsberg nach Starnberg. Sie hoffe, dass die Gautinger Krippe dann im neuen Jahr eröffnen kann.

von Christine Cless-Wesle

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