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Stolze Gautinger Realschüler freuen sich über das Fairtrade-Gütesiegel. 

Realschule Gauting

Ein erster Schritt zum Fairtrade-Campus

Fair gehandelten Saft, Kaffee und auch faire Kekse gab es passend zum Anlass bei der Verleihung des Fairtrade-Gütesiegels an die Realschule Gauting. Bürgermeisterin Brigitte Kössinger sprach bei dieser Gelegenheit über ihre Vision für den Ort.

Gauting – „Unsere Vision ist ein Fairtrade-Campus Gauting“, erklärte Bürgermeisterin Brigitte Kössinger und freute sich, dass der erste Schritt dazu getan ist. Bei einer Feierstunde mit fair gehandelten Produkten wie Saft, Kaffee und Keksen kürte Fairtrade-Beauftragte Carina Blischke die Staatliche Realschule Gauting offiziell mit Urkunde zur Fair-Trade-Schule. „Wir sind stolz auf Euch“, dankte Schulleiter Manfred Jahreis dem Schüler-Team um Ethiklehrerin Sandra Sander. Als erste Schule in Gauting darf sich die Realschule mit dem Gütesiegel für fairen Handel schmücken.

Fairtrade werde an dieser Schule gelebt, attestierte Carina Blischke Schülern und Lehrern. Für Aufsehen hatte unter anderem die Valentinstag-Aktion gesorgt: Verbindungslehrerin Marie-Louise Herrmann und ihr Schülerteam hatten 410 fair gehandelte Rosen mit Liebesbotschaften an Kinder und Jugendliche in allen 36 Klassen der Realschule verteilt (wir berichteten). Ergänzend warben die Schüler während der fairen Woche für den „ökologischen Fußabdruck“ mit praktischen Tipps wie: Klamotten kaufen, die nicht von Kindern gemacht wurden. Zu den erfüllten Fairtrade-Kriterien zähle auch die Kleidertausch-Aktion und dass es an der Realschule fair gehandelte Produkte zu kaufen gibt.

Mehr als 220 Schulen in Bayern haben das Fairtrade-Siegel 

„Die Menschen im globalen Süden decken uns den Tisch – und wir ziehen uns nur an“, erläuterte Carina Blischke. „Ihr seid Teil und Vorbild für eine gerechtere Welt mit fairen Produktionsbedingungen“, dankte die Fairtrade-Beauftragte den neun aktiven Schülern und deren Lehrerin. Die Realschule sei die 221. Schule in Bayern mit dem Gütesiegel Fairtrade. Freudestrahlend nahmen die Jugendlichen Urkunde und fair gehandelte Fußbälle entgegen. Die Bürgermeisterin hofft, dass das Beispiel Schule macht in der Würmtalgemeinde.

„Von der Schulleitung und dem Umweltmanager der Gemeinde, Wilhelm Rodrian, wurden wir sehr unterstützt“, betonte Projektleiterin Sandra Sander. Und vergangene Woche seien an der Realschule so viele Fairtrade-Saft-Cocktails verkauft worden, „dass wir 155 Euro übrig hatten“. Das Geld gehe als Spende an ein Straßenkinder-Projekt von Misereor. Auch der Verkauf von frisch gebackenen fairen Waffeln war ein voller Erfolg, berichtete die Ethiklehrerin.

Schülerin Angela versucht Fairtrade in ihren Alltag zu integrieren

„Ich habe zum ersten Mal von Fairtrade gehört“, bekannte Realschülerin Angela, die erst seit drei Jahren in Deutschland lebt. Sie finde fairen Handel sehr wichtig. Deshalb habe sie davon ihren Eltern erzählt. „Was haben Sie mit meiner Tochter gemacht?“, fragte anschließend Angelas Vater die Lehrerin. Denn die Realschülerin prüfe die Lebensmittel inzwischen sehr genau, berichtete Sandra Sander. Fair gehandelte Bananen oder Schokolade gebe es ja inzwischen sogar bei Discountern wie Aldi und Lidl. „Man muss den Geldbeutel gar nicht mehr so weit aufmachen.“ Und ein Teil des Erlöses fließe zurück an die Plantagen. „Wenn man sieht, unter welchen Umständen diese Bauern arbeiten müssen, ist es selbstverständlich, sich zu engagieren“, erinnerte ein Schüler an die Plakat-Ausstellung des Eine-Welt-Netzwerkes Bayern mit Fotos „die unter die Haut gehen“.  

von Christine Cless-Wesle

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